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wieder ins Leben zu rufen. Alle dort so bunt und blutig sich abmühen-den Verwirrungen sind nichts als eine natürliche Reaktion des früherenWiderstandes gegen den Kaiser. Auch zu London gab sich diese Re-aktion kund; man sah daselbst den Majorgeneral der französischen Armeevon Waterloo 1 von dem englischen Volk wie einen Sieger mit Jubelbegrübt, bei jedem Schritt hochgeehrt. Belgien gab 1830 den Wunschlaut zu erkennen, wiederzuwerden, was es unter dem Kaiser gewesen.Mehrere Länder Deutschlands reklamieren die von Napoleon ihnen gege-benen Gesetze. Die Schweizerkantone ziehen einstimmig die Mediationsaktevon 1803 dem sie jetzt bindenden Vertrag vor. Endlich sahen wir selbstzu Bern, dieser demokratischen Republik, alle vordem zu Frankreichgehörigen Distrikte von der heimischen Regierung die kaiserlichen Ge-setze wieder verlangen, deren sie die Einverleibung in die Republikseit 1815 beraubt hat.
Fragen wir also: Welches sind die größten Staatsmänner, die,welche ein System gründen, das trotz ihrer Allmacht wiederzusammen-stiirzt, oder die, welche ein System gründen, das ihre Niederlage über-lebt und überall aus seiner Asche wiederaufsteigt? Mithin haben dienapoleonisclien Ideen vollständig den Charakter der die Bewegung derGesellschaft lenkenden Ideen, weil sie, obgleich ihres Urhebers beraubt,durch eigene Kiaft fortleben und fortschreiten, ähnlich einem Körper,der, in den Raum der Lüfte hinausgeschleudert, das ihm vorgezeichnete •Ziel durch sein eigenes Gewicht erreicht. Das System des Kaisers be-darf jetzt keiner äußern Wiederherstellung mehr, es wird sich durchsich selbst wiederherstellen; Souveräne und Völker, alle werden sich zudieser Wiederherstellung die Hände bieten, weil jeder darin eine Bürg-schaft der Ordnung, des Friedens und des Glücks erblicken wird.
Die napoleonische Idee ist nicht eine Idee des Krieges, sonderneine soziale, industrielle, kommerzielle, humanisierende Idee. Erscheintsie einigen Männern noch immer mit ihrer Umgebung von Schlachten-donnern, so geschieht dies wohl nur, weil sie in der Tat allzulang inKanonenrauch und Schlachtenstaub gehüllt war. Aber jetzt haben sichalle jene Wolken verzogen, und man erblickt mitten durch die Glorieder Waffen eine viel größere und dauerhaftere bürgerliche Glorie.
So ruhet denn in Frieden, ihr Manen des Kaisers! Sein Andenkenvergrößert sieh jeden Tag. Jede an dem Felsen von St. Helena sichbrechende Woge bringt mit dem aus Europa hinüberströmenden Windeinen Gruß der Ehrfurcht und Huldigung seinem Andenken, einen Seufzerdes Bedauerns und der Sehnsucht seiner Asche, und das Echo vonLongwood 2 wiederholt über seinem Sarg: «Die freien Völker arbeitenüberall an der Wiederherstellung deines Werkes!»
1 Soult; der Besuch fand im Juni 1838 statt. — Majorgeneral hieß inFrankreich der Geueralstabschef der Armee im Felde.
2 Napoleons Aufenthaltsort auf St. Helena.