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welche allein der Autorität Achtung verschafft? Habt ihr den Einflußder Gewalt zur Verbesserung der Sitten benutzt? Haben sich nicht dieVerbrechen seitdem auffallend vermehrt? Habt ihr, gleich mir, hundertneue Industrien aus dem Boden aufkeimen machen ? Habt ihr währenddes langen Friedens nur die Hälfte der Arbeiten vollendet, welche ichwährend der grausamsten Kriege begonnen ? Habt ihr dem Handel neueAuswege eröffnet? Habt ihr das Los der ärmern Klassen verbessert?Habt ihr die Einkünfte des Staates lediglich zum Zweck von FrankreichsGlück verwendet? Habt ihr den Klerus in seinen religiösen Schrankenfestgehalten, ohne ihm eine politische Macht einzuräumen ? Habt ihrder Armee jene Achtung und Volkstümlichkeit, welche sie sich mit Rechterworben, auch erhalten? Habt ihr nicht getrachtet, die edle Missiondes Soldaten herabzuwürdigen ? Habt ihr unsern Trümmern von Water-loo den Bissen Brot gegeben, welchen man ihnen für ihr Blut schuldet,das sie für Frankreich vergossen haben? Haben die dreifarbige Fahneund der französische Name jenen Zauber und Einfluß behalten, der ihneneinst die Achtung der ganzen Welt verschaffte? Habt ihr die Lastendes Volkes erleichtert? Sind nicht im Gegenteil eure Friedensabgabenweit größer, als meine Kriegssteuern waren ?
Nein, ihr habt von meiner Regierung alles behalten, was nur vor-übergehend sein sollte, lediglich der Notwendigkeit des Augenblicks ent-sprang, und ihr verwarft alle Vorzüge und Vorteile, die jene Fehlerverhüllten und unschädlich machten ! Die 'Wohltaten des Friedens wußtetihr nicht zu erlangen, wohl aber alle Nachteile und üblen Folgen desKrieges, ohne jene unermeßlichen Entschädigungen der Ehre und desRuhmes des Vaterlandes beizubehalten.» —
Die Periode des Kaiserreiches war ein Krieg auf Leben und Todgegen das alte europäische System. Das alte System hat triumphiert;aber trotz Napoleons Sturz haben die napoleonischen Ideen überallWurzel gefaßt und keimen überall. Die Sieger selbst nahmen die Ideen derBesiegten an, und überall arbeiten sich die Völker in Anstrengungen ab,um wiederherzustellen, was Napoleon einst bei ihnen eingerichtet hat. InFrankreich fordert man unaufhörlich unter andern Namen und andern Formendie Verwirklichung der Ideen des Kaisers. Wird eine große Maßregel odereine große Arbeit ausgeführt, so sind diese Maßregeln und diese Arbeit ge-wöhnlich nur die Ausführung eines napoleonischen Planes. Jeder Akt derObergewalt, jeder Vorschlag der Kammern flüchtet sich stets unter dieÄgide Napoleons, um sieh populär zu machen, und auf ein seinem Mund ent-strömtes Wort baut man ein ganzes System. Italien und Polen strebennach Wiedererlangung der von Napoleon ihnen verliehenen politischenOrganisation. Spanien vergießt das Blut seiner Söhne in Strömen, umdie von der Versammlung von Bayonne 1808 1 verbürgten Institutionen
1 Napoleon I. hatte hier König Karl IV. von Spanien gezwungen, für sichund seine Nachkommen auf die Krone zugunsten des Kaisers zu verzichten.Von einer Versammlung spanischer Notabein wurde Napoleons Bruder Josephals König anerkannt. Eine freisinnige Verfassung und ein geordnetes Ge-richtswesen sollten die Spanier mit dieser Neugestaltung aussöhnen.