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Moment ihres Zusammentretens für das Aussprechen lange genährterWünsche ergreifen zu müssen, und eine an die Stände gerichtete Adresse,worin das geschah, wälzte sich wie eine Lawine von Haus zu Haus undfand in kürzester Zeit Tausende und aber Tausende von Unterschriften.Die Wünsche gingen hier wie überall, wo man noch zu wünschen hat,auf Erleichterung der Presse auf öffentliche Gerichte und auf eine konsti-tutionelle Verfassung in angemessenen und die Garantie der Dauer insich schließenden Formen. Auch die Studenten wollten eine Adresseähnlichen Inhalts einreichen und versammelten sich am Sonntag im Uni-versitätsgebäude, um die, wie ich glaube, bereits aufgesetzte zu unter-zeichnen ; sie unterließen es aber, wiewohl nicht ohne Zögern und Wider-stand, auf die Versicherung eines von ihnen mit Recht hochverehrtenLehrers, daß die Professoren statt ihrer in corpore mit einer der ihrigenentsprechenden Adresse hervortreten und sie unmittelbar an den Thronrichten und bringen würden. Da ich bei diesen Vorgängen nicht anwesendwar, so kann ich sie nur kurz berühren. Am Montag, morgens um zehn Uhr,fand ich die Herrengasse, in der sich das Ständehaus befindet, schon zumErdrücken voll von Menschen; ob die Studenten, ob die Stände feierlich ingeordneten Massen aufgezogen sind, weiß ich nicht zu sagen, obgleich ichmich zeitig genug einfand; das kann ich aber versichern, daß sich nicht dasProletariat, sondern die Bildung eingestellt hatte. In dem sehr geräumigenHof des Ständehauses, der bald von der sich immer mehr vergrößerndenMenge überflutet wurde, konzentrierte sich vornehmlich die akademischeJugend; aus dem Ständesaal sieht man in diesen Hof hinab, was einenunmittelbaren Verkehr zwischen den Petitionierend - Haranguierendenvon unten und den Besch wichtigend-Versprechenden von oben möglichmachte. Es ging dabei her, wie es konnte; ein Brunnenhaus ward dieTribüne der Studenten, und der Marschall der Stände sprach aus einemFenster herab. Reden wurden gehalten und vorgelesen, die Schlagworte«Preßfreiheit, öffentliches Gerichtsverfahren, konstitutionelle Monarchie!»erschollen und elektrisierten; aber die Vivats, die man dem KaiserlichenHause ebenso zahlreich ausbrachte, begeisterten nicht weniger. Aus derMitte der Studierenden ward eine Deputation an die Stände geschickt,die Stände ihrerseits schickten den Entwurf einer von ihnen an den Thronzu richtenden Adresse herunter; dieser ward freilich nicht genehmigt,sogar zerrissen, aber Ordnung und Ruhe wurden nicht gestört, wenndas unaufhörliche Rufen nach Ordnung und Ruhe, das kaum nötig war,nicht für eine solche Störung gelten soll. Gegen Mittag wurde einerder Redner von den ihn Umringenden im Triumph auf den Ballplatz vordie Staatskanzlei getragen, wo er in der Mitte eines Auditoriums, dasschnell zuammenfloß und dennoch so groß war wie der Platz selbst,seine Rede wiederholte; hier ging es schon etwas lebhafter zu, abervon Exzessen, versuchten oder ausgeführten, war nicht die Rede. Balddarauf kam es zwar im Ständehause zu einem bedauerlichen Auftritt,jedoch nur aus Mißverständnis. Ein Portier schloß, wie mir erzähltward, die Türe, welche die Deputierten der Studenten von der auf denTreppen und in den Galerien des Gebäudes verteilten Menge, die ihnennachgedrungen war, trennte; man glaubte, daß sie ihrer Freiheit beraubt