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in Erinnerung- gebracht werden und die mit mehr oder weniger Pathos,aber immer ernst und zündend von dem Tode auf dem Schlachtfeldesprechen. Der Tod für den Kaiser, für das Land, fiir den Truppenteiloder für die Ehre der Familie wird darin in allen möglichen, sorgfältiggewählten Wendungen und Bildern als die Bestimmung des Soldatenbezeichnet. Besonders nachdrücklich wird in solcher Weise auch aufdie Zöglinge der Kadetten- und der Kriegsschule eingewirkt. Sätze ausdem Armeebrevier kann man von Japanern hören, wann und wo manwill. Ein General, den ich nach der Schlacht am Shaho 1 zu der Hal-tung seiner Brigade beglückwünschte, entgegnete mir: «Meine Truppeweiß, daß sie fiir Seine Majestät den Kaiser zu sterben hat.» Und einLeutnant, mit dem ich mich auf dem Marsche unterhalten hatte, reichtemir, als das Bataillon zur Entwicklung gelangte, die Hand mit denWorten: «Maintenant nous allons mourir pour la patrie. Adieu!» W’enneiner Truppe, mit der im Frieden über derartiges wenig oder nicht ge-sprochen worden ist, auf dem Schlachtfelde plötzlich gesagt wird: «Nunmüssen wir fürs Vaterland sterben», so hat das sicherlich eher die gegen-teilige als die beabsichtigte Wirkung. Das ungewohnte Pathos von Tod undVaterland muß den beunruhigenden Eindruck erwecken, der Führer, dersich seiner bedient, sei auf einmal in besonders starker Gemütsbewegung.Und zudem wird der Kontrast zwischen der Friedensübung und demErnste des Kriegs in übergrelle Beleuchtung gerückt, in der dem ein-fachen Soldaten alle zu erwartenden Ereignisse fremdartiger Vorkommen,als sie sind und sein dürfen. Dem japanischen Soldaten braucht imKriege gar nicht mehr viel von Pflicht und Tod gesagt zu werden. Mitdem Gedanken an den Tod hat er sich abgefunden. Er erwartet ihn.Und der Kampf gibt ihm in allen Teilen die Bestätigung der Vorstellung,die er im Frieden von ihm erhalten hat. Wird aber in besonders kri-tischer Lage eine der aufmunternden Anreden an ihn gerichtet, so mußdie wie ein Zauberspruch auf ihn wirken und seine moralische Kraftaufrichten, weil sie, in enger Beziehung zur Friedensgewöhnung, ihn dasWesen der Dinge augenblicklich wieder so erkennen läßt, wie er es stetsempfunden hatte. Togo hat bei Tsushima 2 mit der Mahnung zur Pflichtan die Flotte sicherlich mehr Verständnis gefunden und die Gemüterweniger erregt als sein Vorbild Nelson bei Trafalgar 3 . Durch diese nach-drückliche und tiefgehende Einwirkung auf die Seele der japanischenKrieger wurde, in Verbindung mit der traditionellen abgöttischen Ver-ehrung des Kaisers, in der Armee eine Gesinnung erzeugt, die einem aufshöchste gespannten Patriotismus gleichkommt. Damit war eine Grundlagegeschaffen, auf der durch zweckmäßige Schulung soldatisches Wesen,wahre Tapferkeit, zu höchster Blüte gebracht werden konnte.
1 Mehrtägige Schlacht im Oktober 1904; sie brachte keine Entscheidung.
2 In der zweitägigen Seeschlacht in der Straße von Tsushima erlitten dieKüssen Ende Mai 1905 durch Admiral Togo eine völlige Niederlage.
3 Am 21. Oktober 1805.