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Geschichte des Mittelalters / bearb. von Horst Kohl. Dritte Periode (1096-1273).
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war die Gewähr für die Päpste, daß ihr eigenes Streben nach Begründungeiner weltlichen Herrschaft in Italien nicht auf lästigen Widerstand stieß. Sosehr hatte der deutsche Königsthron an Ansehen eingebüßt, daß kein heimischerFürst danach geizte, ihn zu besteigen. Das Gefühl für die Ehre der Nationwar geschwunden, kleinliche Privatinteressen bestimmten hinfort die Ent-schließungen der Fürsten. Sie ließen das Reich den Ausländern für Geldund Privilegien und machten deutsche Treue zum leeren Schall. Doch wennauch die Fürsten ihre Pflichten gegen das Reich vergaßen und den Unfriedenschürten, um durch ihn zu gewinnen, so lebte doch im Volke und vornehmlichin den rheinischen Städten die Sehnsucht nach einem gemeinsamen Oberhaupt,das kräftig seines Amtes waltete und der Bedrängten Hort und Zuflucht wäre?)In den Bürgern erwachte der nationale Gedanke mit verdoppelter Stärke beimTode Richards von Cornwallis. An Alfons von Kastilien, derDeutschland nie betreten, dachte niemand mehr; man ging über seine ver-meintlichen Ansprüche hinweg, als wären sie überhaupt nicht vorhanden.

Klosters Königssaal (herausg. von Dobner in iilonninenta bistorica Loemias V.,Prag 1784 und in Contos rernin Lebern. IV.; vgl. Lorenz, a. a. O. l, 243 flg.); dieLnnaies Otatcariani (Ll. O. 88. IX, 181 flg.), die Fortsetzungen der Xnnaleskra^enses (a. a. O. 194 flg.) und die Xnnaies lleinrioi äs HeiinburA (^1.6. 88. XVII, 711 flg.). Von deutsch geschriebenen Quellen verdient die sächsischeFortsetzung der Sächsischen Weltchronik des Eile von Repgow ganz be-sondere Beachtung! sie ist für die Geschichte der Wahl zu Grunde zu legen (herausg.iuill.tl. Deutsche Chroniken II, 280flg.). Briefe Rudolfs finden sich bei Llsrbsrt,Ooäex spistolaris itnäolti ltoin. rsgis 8anbi. 1772 flg. Loäinann, 6o<i. spist.lind. I. Itom. reg;., spistolus 230 aneeciotaseoiitinsiis,Lpz. 1806 ;BriefeOttokarsenthält L oHin er, Ooäex spistol. Lrimislai Ottobari, Wien 1803 und Linier R,s-gssta Lobemiae II. Von Formelbüchern, denen wichtige urkundliche Dokumenteeinverleibt sind, sind zu erwähnen: Das urkundliche Formelbuch des königl. NotarsUeinriens Italiens aus der Zeit der Könige Ottokar II. und Wenzel II. vonBöhmen, herausg. von I. Voigt im Arch. für vsterreich. Gesch. XXIX. (1863); dasBaumgartenberger Formelbuch, herausg. von Bärwald in Lontes rer. Xustr.2. Abt. XXV. (1866); die Lumina Ourie Reg-is, ein Formelbuch aus der ZeitRudolfs I. und Albrechts I. herausg. von Stobbe im Arch. s. österr. G. XIV. DieUrkunden Rudolfs I. verzeichnen Böhmer in Rsxssta irnperii inäe ab a. 1246usgue a. 1313. Stuttg. 1844 mit 2 Xääitainentis 1849 und 1857, p. 51156;383 390, und Birk, Verzeichnis der Urkunden zur Geschichte des Hauses Habsburg(Beilage zu v. Lichnowsky, Geschichte des Hauses Habsburg bis zum Tode KaiserMaximilians I. 8 Bde. Wien 18361844). Die Öonstitutionss Ruäolti l.siehe in. k. Lex. II, 382 458.

Litteratur: Kopp, Geschichten von der Wiederherstellung und dem Verfalledes heil. röm. Reichs, Bd. I. II, 1, 2. Buch 1 4: König Rudolf und seine Zeit.Lpz. 18451849,11,3. Buch 5 bearbeitet von Busson, Berl. 1871; Lichnowsky,a. a. O. l. Schönhuth, Geschichte Rudolfs vonHabeburg, 2 Bde. Lpz. 1844; Lorenz,Deutsche Geschichte im 13. und 14. Jahrhundert, 2 Bde. Wien 1863. 1867. Hirn,Rudolf von Habsburg, Wien 1874. Speziell über die Geschichte der Wahl Rudolfshandelt die Dissertation von Bärwald, vs eieeiions kuäoili 1. röFik. Berl. 1855 .

1) Ein in den wesentlichen Punkten getreues Bild von den Zuständen in Deutsch-land zur Zeit der Thronbesteigung Rudolfs giebt der Bericht des Bischofs Brunovon Olmütz an den Papst, Publiziert vonHösler in den Abh. der hist. Kl. der kgl.bayer. Akad. v. I. 1846. IV. Bd., 3. Abt. und bei Linier, Itsxssta Sobewias uo. 845(S. 342 flg.) Bruno bezeichnet den Mangel an Gemeingefühl als den Hauptschadender Zeit: bominss ss ipsos ainantes prasponunt conimoäo reipublieae rein xri-vatain: nnäs non solum in regvo Xlernanniae, sscl nbigne baev psstis tantnminvaluit, gnoä, guantnw sst in bominibus sive spiritnolibus sive ssoularibus,borrente» Inga snperierurn in Rsgnin elsetionibus st, etiam xraelatvrnrn, ant,tales «lixnnt, gnos eis subesse xotins vxorteat gnam prasssss, ant in diverses

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