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Geschichte des Mittelalters / bearb. von Horst Kohl. Dritte Periode (1096-1273).
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den Thron zu erlangen hoffte/) schlugen die zu den Unterhandlungen bei-gezogenen Herzöge von Sachsen und der Markgraf von Brandenburg denGrafen Siegfried von Anhalt vor?) Da richtete der Burggraf Fried-rich III. von Nürnberg, der Werner in allen seinen Bemühungen umeine einige Wahl als Berater und Vermittler treulich zur Seite gestandenhatte, das Augenmerk der Kurfürsten auf seinen Verwandten, den GrafenRudolf von Habsburg?) Ludwig von der Pfalz, der die Aussichts-losigkeit feiner eignen Bewerbung erkannte, verzichtete auf den Thron, nach-dem ihm die Hand einer Tochter Rudolfs zugesichert worden war?) DieHerzöge von Sachsen aber gaben die Kandidatur des Anhalters auf, als auchihnen Hoffnung auf Anknüpfung verwandtschaftlicher Bande mit dem neuenKönig gemacht wurde. Von Boppard aus, wo die letzten Unterhandlungengepflogen worden waren/) begab sich Friedrich im Auftrage der Kurfürstenzu Rudolf, der gerade den Bischof Heinrich von Basel in seiner Stadtbelagerte. Er trug ihm die Bedingungen der Kurfürsten Vormund vermitteltenach Annahme derselben am 22. September einen Waffenstillstand von dreiWochen zwischen den streitenden Parteien?)

Unterdes berief Werner die Kurfürsten durch Ausschreiben für den29. September zum Vollzug der Wahl nach Frankfurt?) Anwesend warenaußer den rheinischen Erzbischöfen und dem Pfalzgrafen bei Rhein Johannvon Sachsen und Markgraf Johann von Brandenburg; Heinrich vonBayern, Ludwigs Bruder, und OttokarvonBöhmenwaren durch Gesandtevertreten. Auch eine ansehnliche Ritterschaft sowie Abgeordnete der Städtehatten sich eingefunden?") Die Wahl verzögerte sich um mehrere Tage, vor-

1) Werner verpflichtete sich ihm gegenüber noch am i. September, seine Wahlmit allem Fleiß zu sördern; für den Fall, daß Ludwigs Wahl nicht erfolge, gelobtenbeide, entweder für Siegfried oder für Rudolf zu stimmen (iVittmunu I, 267,Linlsr, RSZ. Soll. I, no. 833.) .2) Nach dem Tode des Herzogs Albrecht 1260

hatten feine Söhne Johann und Albrecht das Herzogtum geteilt; so entstanden dieLinien Sachsen - Wittenberg und Sachsen - Lauenburg. 3) Siegfried war der Betterder sächsischen Herzöge. 4) Lllsnb. (88. XVII, 122). Der Grad der Verwandtschaftist nicht genau zu erwersen. NachRiedcls Vermutung (554 flg. A. 3) war Clementia, dieMutter des Burggrafen, eine Schwester Albrechts, des Vaters Rudolfs. Hirn, Rudolfv. Habsburg x. 3 nennt Elisabeth, Friedrichs erste Gemahlin, eine Schwester Rudolfs;doch war sie eine Herzogin von Meran. 5) Matthias von Neuenburg (RöllmsrContos IV, 156); die Erzählung desselben Gewährsmannes, daß Werner dem GrafenRudolf für Gewährung freien Geleites auf der Reise nach und von Italien verpflichtetgewesen sei, hat viel Wahrscheinliches; vgl. Riedel, Graf Rudolf v. H. rc. 566 flg.Über die Zeit der Reise Werners nach Rom (1260) vgl. Kopp, I, 17, A. 4. gegen Lich-nowsky I, 67 u. 406flg. A. 97100 (1273). 6) Vgl. die Ilnio intsr RnAsIbsrtum

Oolon. st NoZont. no Vrsvsr. nrobispiso. oomitsmgns pnlutinnm likni äs rsASRom. sliZsnäo bei IVittmarm a. a. O. 268 oder Rmlsr no. 835. 7) Obron. Lolm.

(XVII,243). Vgl. v. d. Ropp, 77 A.4. Daß Rudolf nicht erst nach der Wahlunter-richtet worden, weist v. d. Ropp, 85, A. 2 nach. 8) Xnn. Ls-sil. (XVII, 195); Röbinsr,ksAssta, Reichssachen 112. Nach Rtlsnb. obr. 123 äußerte Bischof Heinrich von Baselbei der Nachricht von der Wahl Rudolfs: gnoäsi bomini in Rao vita vivsnti xntsrspossst msstns all Dsum st in loeura ipsins snoosäsnäi guoä ipss Dominos R.snocsäsrst in looum eins; nach Nnttb. Rusv. 156: ssäs kortitsr äomins Dsns vslloonm tunm oeoupnbit Ruäolkus. 9) Lorenz, D. G. I, 426 leugnet, daß Wahlaus-schreiben ergangen seien, weil man nicht gewußt hätte, an wen sie erlassen werden sollten.Doch ist nach den Äußerungen der Schriftsteller daran nicht zu zweifeln, wenn auchkeines derselben erhalten ist. Vgl. v. d. Ropp, 78, A. 2. 10) Ottokars Reimchr.

(Pez III, 118 Kap. 105), Rllsnb. 123. 6bron. Lumpst.. Ltübsl101 flg., Sachsen-