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Nachdem er am 6. Mai mit den Bürgern von Speier ein Bündniszu gegenseitiger Unterstützung geschlossen hattet) teilte er am 7. Maiden Bürgermeistern, Schultheißen, Schöffen, Ratmannen und Bürgern vonKöln, Mainz, Trier, Worms, Speier, Straßburg, Basel, Konstanz undallen Bürgern und Getreuen des römischen Reiches mit: einige Fürsten,Herren und Edle des römischen Reiches, vornehmlich die Erzbischöfe vonKöln, Mainz und Trier, hätten die seit alters bestehenden Geleite, Zölleoder Abgaben über Gebühr erhöht und neue erpreßt von allen, welche Bache-rach, Lahnstein, Koblenz, Andernach, Bonn, Neuß, Rheinberg und Schmit-hausen berührten. Bedacht auf Frieden und Ruhe seiner Unterthanen habeer in schlaflosen Nächten darüber nachgesonnen^) wie er den Bosheiten,Plackereien und Räubereien der Erzbischöfe und aller andern begegnen könne,und verordne demgemäß, daß alle seit Friedrichs II. Tod von seinen Vor-gängern und von ihm selbst bestätigten Zölle, Geleite und Abgaben auf-gehoben und verboten sein sollten. Den Städten aber gab er ausdrücklichdas Recht, zur Befriedung des Reichs einen Landfriedensbund aufzurichtenund zu beschwören und an allen genannten Orten sich der Erhebung vonZöllen und Abgaben mannhaft zu widersetzen?) Gleichzeitig wandten sichder Graf Dietrich von Kleve und die Bürger von Köln klagend an Boni-faz VIII?) Dietrich beschuldigte die Erzbischöfe, daß sie die Bemühungendes Königs um Aufrechterhaltung des Landfriedens nicht unterstützten unddurch Erhebung von ungebührlichen und unerträglichen Zöllen bei allem VolkeÄrgernis erregten. Ihr übles Beispiel bewirke, daß auch Laienfürsten gleicheRäubereien sich erlaubten. Das aber könne das gemeine Volk nicht aus-halten noch dulden, und alle Kaufleute wie Wanderer würden wegen der Viel-heit der Zölle und der Unsicherheit der Straßen gezwungen, ihren Geschäfts-betrieb hintanzusetzen?) Ähnlich lauteten die Klagen der Kölner Bürger.Der König seinerseits meldete den Getreuen in Ostfriesland und den Nach-barländern die Erneuerung des einst in Nürnberg errichteten Landfriedensmit der Aufforderung, den von ihm mit der Wahrung desselben Betrautennach besten Kräften in der Abwehr der Friedensbrecher beizustehen;°) auchtrat er mit den Bischöfen von Straßburg und Basel, den Landgrafen inOber- und Niederelsaß, Meistern, Räten und Bürgern beider Städte zugleichem Zwecke in Bündnis?)
Nachdem er sich auf diese Weise die Anhänglichkeit der Städte gesicherthatte, trat er am 21. Mai von Speier aus den Feldzug gegen die auf-ständischen Kurfürsten an. Mit dem Ausgebot aus Österreich und Salzburg,
1) Löleoasr, HeA. LIb. no. 336, 337, 338. 2) nos paoiüoo statui st
trauguillitati subisetoruru uostrorum sx srsckito uobis oküoio iutsucksutss, uostssäusimus insoruuss ut quistsiu vobis st aliis ückslibus irupsrii proparemus.3) Ll. (I. Ii. II, 474. Chmel, Formelbuch Nr. 52. 4) Löbrusr, lleg. Reichs-
sachen uo. 434, 435 (ackä. I, x. 424). Chmel, Formelbuch Nr. 51 und 53 (S. 290flg.,294 flg.). 5) Huoruiu quicksru soolssiastisoruiu prinoipurn sxsraplo psrnioiossla^oi oocasious surapta, estiiuautes sibi ick liosrs tot rapinas st tbsolonia iaiuinstauraut quoä ooruraunis xoxulus sustinsrs uou xotsst uss sulksrrs st quasi»muss rusroatorss ae viatorss proptsr xluralitatsiu tbsolouioruiu st viarum psri-eula suas nsZoeiationss postponsrs ooiuxslluutur. Auch auf den Mißbrauch derErpressung von Zöllen von dem neuzuwählenden Könige macht Dietrich aufmerk-sam. 6) Löbiuer, RsA. ^Ib. no. 340, Löbiusr-Illolrsr, ^ota Irnpsrii sslsetano. 555. Dat. Speier, 10. Mai 1301. 7) I,SA. II, 475.