H>er Schrciblese-Unterricht hat den Kindern zuvi Laute den Buchstabenzn geben. Die Beziehung zwischen diesen Beiden ist aber abstrakt, demSinnenlebcn des Kindes fremd. Deshalb haben die, den ersten Schreiblese-Unterricht erteilenden Lehrer diese Beziehung häufig zn versinnlichcn gesucht,die einen mehr, die anderen weniger,meist nnr nebenbei und ohne Zusammenhangmit dem Fibel-Lesestoffe. Der Laut s wird z. B. mit dem Summen derBiene, das r mit dem Schnurren der Uhr beim Aufziehen verglichen. Sowird das Kind auch für den gleichzeitig angeschauten Buchstaben interessiert.Es wähnt im s die summende Biene, im r das schnurrende Uhrrädchen zusehen und zu hören und unterhält sich mit dem Buchstaben, besonders tvennes ii)ii in die Hand bekonimt, ähnlich wie mit dem Holzscheitchen, das es alsPuppe, bez. als kleines Kind trägt und mit ihm spielt. Jeder Lehrer machtdie Erfahrung, daß sich Kinder die Buchstaben auch selbst personifizieren;freilich vermögen dies nur Kinder mit reger Phantasie; den schwachbefähigtender beginnenden Fibelstufe urit ihrer, meist noch recht trägen geistigen Beweg-lichkeit mich auf die Sprünge geholfen werden.
Die hier getroffene Wahl der den Buchstaben untergeschobenen Sinnen-dinge kann allerdings im einzelnen auch anders ausfallen; aber auch die hierangewandten Bersinnlichnngen haben sich in der Praxis als der kindlichenEntwickelungsstufe angemessene Mittel erwiesen, den Kindern die fremdartigenBuchstaben interessant und lieb, leicht behalt- und sicher unterscheidbar zumachen. Sie sind beit Kindern keine neue Last, sondern eine die Kraft stär-kende Lust. Vorausgesetzt wird nnr, daß der Lehrer die Phantasie der .Kinderdurch die darbietende Erzählung so anregt, daß die Kinder wie von selbstdarauf kommen, daß z. B. das f ein Danipfer jDampfwagen] ist; und nichtsist leichter als das. Der kindliche Geist reagiert sofort auf dieses Phantasie-spiel, weil es seiner Natur gemäß ist. Freilich darf der Übungsstoff der Fibeldas Kind darnach nicht sofort wieder aus dem ebengewonnenen Gedankenkreiseherausreißen. In der vorliegenden Fibel ist der jeweilige Übnngsstoff in denGedankengehalt der Darbietung einbezogcn. Wird z, B. beim kleinen h[Seite 4] der Hauch des Mundes beobachtet, vom Windshanche auf derWiese, der mit den Grashalmen spielt, erzählt, so schließen sich dem die Übungs-wörter der Fibel ungezwungen an, lvelche die Thätigkeiten des Windes, [sause,heule], des Vaters [haue] und des Kindes Iheisaj angeben. Und beim großenH [Seite 28] werden die hierbei gewonnenen Anschauungen und Vorstellungenwieder wachgerufen und vertieft, indem von einer lveitercn Heuernte und wassich dabei zutrug, gelesen wird. Weinhold's Bilder Nr. 11, Walthers Bilder-buch, Band I, Blatt 23.]
Durch solches frischpnlsierendes Leben wird auch der schwache Geistmitthätig, auch die träge Phantasie angeregt, sich das Vorkommnis recht vor-
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