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Morgmländische Völker.
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Zum festhalten an dem Gott ihrer Väter ermähnt und die Ausrottung derKanaaniter angeraten. Kaum aber hatte das Volt unter des tapfern JosuaFührung die Amoriter und andere Stämme besiegt, so ließ es vom Kampfeub und verlangte die Verteilung des eroberten Landes. Diese fand nachMoses' Anordnung durch das Los unter den Nachkommen der zwölf SöhneJakobs statt, so daß Josephs Söhne Ephraim und Manasse zu gleichenTeilen eintraten, dafür aber die Nachkommen Levis keinen bestimmten Anteilerhielten, sondern nur einige Städte, den Zehnten von dem Ertrage desBodens und gewisse Gefälle von den Opfern und heiligen Gaben. Rüben,
Gad und halb Manasse wählten das Weideland im Osten des Jordan undsehten das Hirtenleben fort, die übrigen wurden im Westen dieses Flusses an-gesiedelt und gewöhntensich bald an regelmäßigen Ackerbau, an die Pflege derReben, der Feigen, des Ölbaums und an die Anfänge des städtischen Lebens.
H. 20. Aber noch waren mächtige Völkerschaften, wie die Ammoniterund Philister, unbezwungen und verkümmerten den Jsraeliten den Genußrhres Besitzes ; blutige und verheerende Kriege erzeugten Roheit und Verwil-derung ; ja nicht selten vergaßen sie des lebendigen Gottes, der sie aus derKnechtschaft geführt, und fielen zum Götzendienst ab, bis llnglücksfälle undNiederlagen sie zur bessern Einsicht zurückbrachten. Dann standen heldenmütigeMänner'auf, die in siegreichen Kämpfen die Feinde schlugen und den Glaubender Väter und die alten Sitten wieder herstellten. Diese führen in der Bibelden Namen Richter. Die berühmtesten darunter sind Gideon,Jephtha,Simson der Starke und die Heldin Deborah. Ihre Thaten lebten im -»»».Munde des Volkes fort; von Gideons siegreichem Kampfe gegen die Midia-niter und Amalekiter, die Wanderstämme der Wüste, vom Opfertod derTochter Jephthas, von Simsons mutwilligen Streichen und erschütterndemUntergänge im Lande der Philister erzählten sich die Landleute, wenn sie unterdem Schatten der Palmen und Feigenbäume saßen, und die Hirten, wenn sie
gang des ianaanitischen Feldobersten Sisera durch den Zeltpflock Jaels. Aber«s kamen noch schwere Prüfungen über das Volk. Die Philister siegten beiAPhek über Israel und eroberten die Bundeslade. Bei dieser Kunde gerietder alte Hohepriester Eli in solchen Schrecken, daß er am Thore sitzend rück-lings vom Stuhle fiel und das Genick brach. Darauf unterwarfen die FeindeEes Land bis an den Jordan und drückten das Volk mit harter Botmäßig-st- Da rief Saul, ein streitbarer Mann aus dem Stamme Benjamin, daS-^olk zum Kampf aus und stritt mit Glück Wider die Feinde. Zugleich gelangAdem Priesterhelden Samuel, einem frommen und vaterländisch gesinntenManne, den alten Bund zwischen dem israelitischen Volke und seinem Gottmreder fester zu knüpfen und die mosaischen Gesetze von neuem zu AnsehenM bringen. Er hob die religiöse Volksbildung, indem er die alten „Pro-phetenschulen", worin die israelitischen Jünglinge in den nationalen Gesetzenund Überlieferungen, in Beredsamkeit und Dichtung, in Tonkunst und Gesanggemeinsamen Unterricht empfingen, neu belebte. Aus diesen Schulen gingenMe für Freiheit, Religion und Tugend begeisterten Volksredner hervor, welchem der Bibel den Namen Propheten führen. Neben dem Priesterstande stehend,7 , sie auf die Entwickelung und Fortbildung der religiösen Anschauungenund der Gottesidee den größten Einfluß.
21- Samuels Söhne wandelten nicht des Vaters Wege, sondern'Am das Recht. Da verlangten die Jsraeliten nach dem Beispiel der be-chbarten Völker einen König, der als bleibendes Oberhaupt sie zum Kampf
Samuel
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