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L. Die griechische Welt.
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Kriegswesen, der Gesetzgebung und dem Richteramte vorzustehen. Nun hattendie „wohlgebornen Herren" alle Macht in Händen und schlössen das Volk(Demos) von allem Anteil an der Regierung und am Gerichtswesen aus. Sieallein sprachen Recht, weil sie allein ine ungeschriebenen, aus dem Herkommenberuhenden Gesetze kannten, wobei Willkür, Parteilichkeit und Ungerechtigkeitnicht mangelten. Dies bewog die Bürger in der Volksversammlung auf dieAbfassung geschriebener Gesetze zu dringen. Lange weigerten sich meEdelgebornen, den Forderungen des Volkes zu willfahren; als sie endlich nichtwehr widerstehen konnten, beschlossen sie auf eine andere Weise die geringerenStände zu unterdrücken. Sie beauftragten nämlich einen aus ihrer Mitte, denharten Drakon, mit der Abfassung von Gesetzen. Diese fielen so strenge aus,daß man von ihnen sagte, sie seien mit Blut geschrieben. Aus jedes Verbrechenwar Todesstrafe gesetzt, Milderungsgründe fanden keine Geltung; Furcht undSchrecken dünkten ihm die einzigen Mittel der Besserung und des Gehorsams.Dadurch hofften die Edelleute das murrende Volk wieder in die frühere Ab-hängigkeit zu bringen; allein sie irrten sich. Harte Kämpfe entstanden undHader und Parteiung wurden so mächtig, daß der Staat an dem Rande desUntergangs schwebte. Da wurde Solon, einer der sieben Weisen, der alsDichter und Volksfreund in hoher Verehrung stand, der Retter des Vaterlan-des. Er teilte das attische Volk nach dem jährlichen Ertrag des eigenen Grund-besitzes in vier Klassen und gab dem Staat eine neue republikanische Ver-fassung, nach welcher die Volksversammlung die höchste Gewalt besaß, in-dem sie die Gesetze beschloß, die Beamten und Richter ernannte und denRat der Vierhundert wählte; damit aber die Edelleute nicht zu sehr in ihrerMacht verkürzt würden, sicherte der Gesetzgeber den Gutsbesitzern der erstenSteuerklasse einige Vorrechte; sie bekleideten ausschließlich die Archontenwürdeund bildeten, wenn sie ihr Amt gut verwaltet hatten, den Ehrenrat des Areo-Pag, welchen Solon zum Hüter der Gesetze, Verfassung und Sitten bestellte.Dieser Ehrenrat, der seine Sitzungen auf dem Ares-Hügel hielt, bestand ausden ehrwürdigsten Bürgern; er überwachte die Erziehung der Jugend und be-aufsichtigte den Lebenswandel der Einwohner, damit Sittlichkeit und Zuchtbeobachtet, ein ehrsames, thätiges Leben geführt würde und Luxus, Kleiderprachtund Schweigern verbannt bliebe. Zugleich erleichterte Solon durch die soge-nannte Lastenabschüttelung (Seisachthie), wodurch den ärmeren Bürgern
Drakono. ÜLt).
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Nachdem Solon seine Gesetzgebung beendigt hatte, ließ er die Athener schwören,ächn Jahre lang nichts an derselben zu ändern, und begab sich dann auf Reisennach Ägypten und Asien, wo er nach einer alten Überlieferung mit Krösus in^>ardes das früher mitgeteilte Zwiegespräch hatte (§.27). Den Abend seinesi-e^ns brachte jedoch Solon wieder in seiner Vaterstadt zu; bei hohem AlterM>.ch frisch an Kräften des Geistes und Gemütes war er bestrebt, durch ernste-Dichterworte das Volk auf dem Wege der Tugend, des Rechts und der Freiheitöu erhalten.
S) Die Tyrarme«.
§. 46. Anfangs hatten in allen griechischen Staaten Könige regiert, dieAs Oberpriester, Richter und Heerführer eine volksväterliche (patriarchalische)Gewalt besaßen. Allmählich jedoch erlangten die vornehmen und reichen Ge-schlechter, die bisher den Königen als Ratgeber zur Seite gestanden, die Ober-hand und benutzten irgend eine günstige Gelegenheit, um sich der Könige zu ent-gingen und eine aristokratische Republik zu gründen, worin sie selbst dasRegiment führten. Diese Einrichtung wurde mit der Zeit für das Volk (De-