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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Geschichte der alten Welt.

47.

c. «X».

mos) sehr drückend. Da aber die Edelleute im Alleinbesitz der Waffen und derKriegsübung waren, so fiel es schwer, sie der Herrschaft zu berauben. Dies ge-schah erst dann, wenn sich ein ehrgeiziger Edelmann von seinen Standesgenossentrennte und an die Spitze des Volkes trat. Nach der Bewältigung der Aristo-kraten wurde jedoch nicht sogleich eine Volksherrschaft (Demokratie) ein-geführt, sondern die Vvlksführer (Demagogen) bemächtigten sich in denmeisten Staaten der Alleinherrschaft. Sie werden als Tyrannen bezeichnet,worunter aber nicht immer gewaltthätige Fürsten, sondern nur unberechtigteAlleinherrscher eines Gemeinwesens zu verstehen sind, im Gegensatz zu denAsymneten, die im Auftrage des Rates und Volkes in schwierigen ZertlageNmit einer außerordentlichen Gewalt bekleidet wurden. Mehrere von diesenTyrannen besaßen große Herrschergaben und führten eine glanzvolle Regierung.Um das Volk, dem sie ihre Erhebung zu verdanken hatten, zu beschäftigen,ließen sie prächtige Gebäude aufführen und beförderten Schiffahrt, Handelund Kolonisation; ihre Reichtümer gaben ihnen die Mittel, Künstler undDichter in ihre Nähe zu ziehen und herrliche Götterseste zu veranstalten; glän-zende Hofhaltungen trugen zur Blüte der Städte bei. Aber die Tyrannen-herrschaften waren nicht von Dauer. Die edlen Geschlechter suchten sie auf alleWeise zu stürzen und wurden dabei von den Spartanern, die den aristokrati-schen Verfassungen allenthalben Vorschub leisteten, unterstützt. Ost vergaßenauch die in der Herrschaft aufgewachsenen Söhne der Tyrannen die Rücksichten,die sie dem Volke schuldig waren, und führten durch Grausamkeit und Despo-tismus ihren Sturz herbei.

V-rimd-r H 47. Die berühmtesten Tyrannen waren Periander von Korinth, derSohn des Kypselos, welcher dem dorischen Adelsgeschlechte der Bakchiaden dieMacht entrissen hatte, Polykrätes von Samos und PisistrStus von Athen.Die beiden ersten sind durch dichterische Sagen bekannt. Periander, einstaatskluger Fürst von großen Herrschergaben, der seine Vaterstadt zu einemmächtigen Handelsstaat erhob und Kunst und Poesie beförderte, hatte zumFreund den Sänger und Zitherspieler Arkon von Lesbos, der sich langein Korinth aufhielt und mit seinen schwungvollen Chorliedern die Opferfesteauf dem Isthmus verherrlichte. Um seine Kunst in weiteren Kreisen hören zulassen, durchzog er Italien und Sicilien und wollte dann mit den erworbenenGütern von Tarent nach Korinth zurückkehren. Unterwegs faßten die Schiffs-leute, lüstern nach seinen Reichtümern, den Plan, ihn ins Meer zu stürzen.Umsonst bot ihnen Arion alle seine Schätze als Preis seines Lebens an; siefürchteten sich vor Perianders Zorn, wenn ihr böses Trachten verraten würde,und bestanden auf ihrem Vorhaben. Als jede Aussicht auf Rettung verschwun-den war, ließ Arion seinen Gesang und sein Saitenspiel ertönen und sprangdann im Sängerschmuck in die Fluten hinab; die lieblichen Töne aber hattenDelphine herbeigelockt; einer davon trug den Sänger auf dem Rücken aus Land.Arion eilte nach Korinth zu Periander, welcher die Schuldigen ausfindig machteund mit Verbannung bestrafte. — Nicht minder berühmt ist die Sage von dem„Ring des Polykrätes". Dem reichen und mächtigen Beherrscher von Sa-mos, der mit Söldnern und Schiffsleuten die edlen Geschlechter auf der schönenInsel unterdrückte und als echtes Bild eines griechischen Tyrannen an seinemglänzenden Hofe orientalische Pracht mit hellenischer Kunst vereinigte, schlugalles, was er unternahm, zum Glück aus. König Amäsis von Ägypten, desPolykrätes Gastfreund, geriet darüber in Sorge, er warnte den Gebieter ineinem Briefe vor der Unbeständigkeit des Glückes und dem Neide der Götterund riet ihm, das Teuerste, was' er besitze, von sich zu thun, um sich selbsteinen Schmerz zu bereiten und die himmlischen Mächte zu versöhnen. Da warfPolykrätes einen kunstreichen, wertvollen Ring, den er sehr hoch hielt, in die

Pol».

Kater

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