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Geschichte der alten Welt.
«r». stärkeren Heere entgegen, erlitt aber in der großen Schlacht bei Jssus eine voll-ständige Niederlage. Was nicht fiel, wurde zersprengt oder gefangen. Der un-glückliche, eines bessern Loses würdige König floh mit den Überresten seinesHeeres in das Innere seines Reichs, indes Alexander sich anschickte, Palästinaund Phönizien zu unterwerfen, um diese Länder nicht unbesiegt im Rücken zulassen, und Parmenio das reiche Damaskus mit dem königlichen Schatz zur-Ergebung zwang. Die Beute war unermeßlich, eben so die Zahl der Ge-fangenen, worunter sich des Darius Mutter, Gemahlin und Töchter befanden,die von dem Sieger ehrerbietig und großmütig behandelt wurden. Darius,durch die Unfälle schwer gebeugt, bot dem Sieger ganz Vorderasien nebst derHand seiner Tochter um den Preis des Friedens und unermeßliches Lösegeldfür seine Mutter und Gattin, die schönste Frau in Persien; aber stolz wies dermakedonische König das Anerbieten zurück. „Wenn ich Alexander wäre," sagteParmenio, „würde ich die Bedingungen eingehen." „Ich auch, wenn ich Par-menio wäre," war die Antwort.
8- 81. Palästina und Phönizien unterwarfen sich ohne Widerstand; nurTyrus wies, im Vertrauen auf seine feste Lage, die Aufforderung, sich zu er-geben, trotzig zurück. Da unternahm Alexander die denkwürdige Belagerungvon Tyrus, die sieben Monate dauerte. Er ließ von dem Festlande nach derTyrus-Jnsel einen Damm mit Türmen aufführen, von wo aus die Soldatenmit Wursmaschinen und allen Mitteln der Kunst die Stadt zu erobern suchten,während seine Flotte die Insel von der Seeseite her eingeschlossen hielt. Aberdie Thrier vereitelten seine Anstalten durch kunstreiche Gegenersindungen undleisteten einen verzweifelten Widerstand. Darum büßte auch Tyrus schwer,als es zuletzt erobert wurde. Was von den Einwohnern nicht entflohen oderumgekommen war, wurde in Sklaverei geführt und die Stadt der Verödungübergeben. Ein gleiches Schicksal hatte die reiche wohlverteidigte GrenzstadtGaza im alten Philisterland. Um dem Welthandel eine andere Richtung zugeben, ließ daraus der makedonische König nach der Eroberung von Ägyptenan einem Nil-Arme Alexandrur anlegen, das bald der Mittelpunkt des Ver-kehrs und der Bildung wurde. Von Memphis aus unternahm der siegreicheKönig den beschwerlichen und gefahrvollen Zug nach der mit Palmenwäldern,Wiesen und Fruchtfeldern prangenden Oase Siwah zu dem weitberühmtenOrakel-Tempel des Zeus Ammon (Z. 29), dessen Priester ihn für einen Sohndieses Gottes erklärten, was ihm in den Äugen der abergläubischen Morgen-länder großes Ansehen verschaffte.
ß. 82. Nachdem Alexander in Ägypten, dessen Eroberung ihm durch dieAbneigung der alten Bevölkerung gegen die Perser sehr erleichtert wurde, eineneue Verwaltung eingerichtet, zog er über Tyrus und Damaskus gegen Darius,der mittlerweile wieder ein großes Heer zusammengebracht hatte. Er setzte aufSchiffbrücken über den Euphrat und Tigris und schlug unweit der untergegange-nen Weltstadt Ninive mit einer zwanzigmal schwächeren Armee in der Schlachtbei Arbeta und Gaugamela die zahllosen Scharen der Perser, die sich aus denwerten östlichen Landschaften in den babylonischen Ebenen gesammelthatten. Die Eroberung von Bab hlon, so wie die Einnahme der alten Haupt-städte Susa und Persepölis mit ihren unermeßlichen Schätzen war dieFrucht dreses glänzenden Sieges. Die Ruinen von Persepölis und Pasar-gadä, wo dre Felsengräber des Cyrus und Darius gestanden, zeugen noch jetztvon der alten Pracht dieser „Wiege" des persischen Königsgeschlechts, die durchden siegestrunkenen Macedonierhelden ihren Untergang fand. Nach einemschwelgerischen Mahle soll Alexander selbst an der Spitze eines schwärmendenFestzuges die Brandfackel in die Prachtgebäude von Persepölis geschleudert