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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Geschichte der alten Welt. 8- 84.

» 28 . Sophisten über alles Mast gepriesen. Dies reizte den Klitus, einen heftigenKriegsmann, der dem Kömg am Gramms das Leben gerettet, zum Zorn. Erführte verletzende Reden gegen Alexander, die bei zunehmender Aufregungm bittere Schmähungen übergingen. Ergrimmt über die Hohnreden, rißendlich der König einer Wache die Lanze aus der Hand und schleuderte sie aufden Feldherrn, daß er blutend zu Boden stürzte, eine rasche That, der die tiefsteReue folgte. Verzweiflungsvoll warf sich Alexander auf den Leichnam und be-trauerte den Toten drei Tage lang in feinem Zelte ohne Schlaf, ohne Speise,ohne Trank. Auch der Philosoph und Geschichtschreiber Kallisthenes, desAristoteles Neffe, verscherzte durch tadelnde Reden die Gunst des Königs. ErWurde in Ketten dem Heere nachgeführt, bis er einer Krankheit erlag.

tz. 84. Obgleich die Macedonier wiederholt ihre Unzufriedenheit über dieunbegrenzte Eroberungssucht ihres Gebieters kund gegeben, so zog doch Alexan-» 27 . der weiter, um auch die sagen- und wunderreichen Länder am Indus zu unter-werfen. Aber die streitbaren, von ihren Büßern und Priestern angefeuerten Be-wohner des nördlichen Indiens setzten ihm einen kräftigern Widerstand ent-gegen, als die feigen Unterthanen des Perserkönigs. Mehr als einmal schwebtebei Erstürmung der festen Burgen Alexanders Leben in der höchsten Gefahr. DieFeindschaft der einheimischen Fürsten gegen einander erleichterte jedoch denMace-doniern dre Einnahme des Fünfstromlandes. Einige von jenen verbanden sichmit Alexander gegen Porus, den mächtigsten dieser Fürsten jenseits des Hy-^ daspes (Dschelum). Der Übergang über diesen Fluß im Angesicht des Fein-des und die darauf folgende Schlacht, in welcher der tapfere Porus verwundetund gefangen wurde, gehören zu den größten Kriegsthaten des Altertums.Zwei neugegründete Städte, Bucevhäla (Alexanders gefallenem Schlachtroßzu Ehren) und Nicäa (Siegesstadt), sollten auch in diesen Ländern griechischeBildung verbreiten. Auf beschwerlichen Märschen zog er dann immer weiternach Osten bis zum HhphäsiS und traf bereits Anstalten, die reichen Ganges-länder seinem Weltreiche beizufügen. Da murrten aber die Macedonier solaut, daß Alexander, wiewohl mit innerem Widerstreben, den ungestüm beför-derten Rückzug antrat. Zwölf steinerne Altäre am Ufer des Fluffes bezeichne-ten das östliche Ende der Eroberungszüge. Nachdem er dem Porus und denandern indischen Fürsten ihre Länder unter makedonischer Oberhoheit zurück-gegeben, auf einem kühnen Streifzug das kriegerische Volk der Maller miteigener Lebensgefahr zur Unterwerfung gezwungen und an der Grenze desFünfstromlandes noch eine Stadt angelegt hatte, fuhr er auf einer neuerbautenFlotte den Indus hinab, um einen andern Rückweg zu suchen, die unbekanntenLänder des Südens der Welt zu eröffnen und Morgen- und Abendland durcheinen Handelsverkehr zu verbinden, der in der Hafenstadt Pattäla am Jn-dusdelta feinen Stützpunkt haben sollte. Während daher sein FlottenführerNearch längs der Küste nach dem persischen Meerbusen segelte, wählte er selbstmit dem Landheer den Weg durch die Wüste von Gedrofien. Aber diesesUnternehmen schlug zum Verderben aus. In der einsamen, baumlosen Sand-es- ebene gingen in zwei Monaten drei Vierteile des Heeres zu Grunde. Die hel-denmütigen Krieger, die in so mancher Schlacht dem Schwert und der Lanzegetrotzt, erlagen in der dürren, wasferlosen Einöde teils den Qualen des Man-gels und der Anstrengung, teils den Leiden des Klimas, der stechenden Sonne,dem glühenden Staube, dem nächtlichen Froste. Edelmütig teilte Alexanderalle Beschwerden und Gefahren mit dem Geringsten seines Heeres und belohntedie Geretteten in der reichen Oasenftadt Pura durch Geschenke und Feste, wo-bei der Genuß eben so übermäßig war, wie vorher die Entbehrung. Mit Vor-räten reichlich versehen, durchzogen sie dann gefahrlos das bevölkerte Kara-