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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Geschichte der alten Welt. §. 80.

Veranstaltete, war eine der letzten Handlungen des Helden. Noch war seineTrauer um den Jugendfreund nicht vorüber, als ein durch Aufregung und Un-mäßigkeit herbeigeführtes hitziges Fieber feine längst geknickte Lebenskraft brachund ihm mitten unter großen Entwürfen zu neuen Eroberungen in Arabien,L 2 s. im Gartenpalaste Nebucadnezars in Babylon (Z. 10) einen schnellen Todbrachte, ehe er eine genaue Bestimmung über die Nachfolge getroffen. Auf dieFrage, wem er sein Reich hinterlasse, soll er geantwortet haben: „Dem Wür-digsten." Seine Leiche wurde von Babylon nach Alexandria gebracht und dortbeigesetzt. Alexander blieb der Held der Dichtung und Sage im Morgenlandeund Abendlande. Der Zauber emes Jugendlebens vo.ll ununterbrochener Hel-denthaten und großartiger Unternehmungen erfüllt^ die Mit- und Nachweltmit staunender Bewunderung, und je rascher das glänzende Gestirn vorüberging,in desto verklärterem Lichte erschien den späteren Geschlechtern die Heldengestalt.

3. Die alerandrmischc Zeit.

») Alexanders Nachfolger (Diadochcn).

§. 86. Da Alexander keinen regierungsfähigen Erben hinterließ, sondernnur einen Bruder, der nicht im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten war, undzwei unmündige Kinder, von denen das jüngste erst nach des Vaters Tode zurWelt kam, so zerfiel sein Weltreich eben so schnell wieder, als es erobert wor-den war. Seine Feldherren rissen nach vielen blutigen und greuelvollen Krie-gen, in denen Alexanders ganzes Haus zu Grunde ging und alle Bande derNatur aufs Schändlichste entheiligt wurden, die einzelnen Länder an sich underhoben sie zu selbständigen Königreichen. Anfangs hatte Perdikkas, welchemAlexander seinen Siegelring übergeben, das höchste Ansehen und übernahm dieWürde eines Reichsverwesers. Als er aber in Verbindung mit dem griechischenFeldherrn Eumenes, Alexanders Geheimschreiber, den Statthalter von Ägyp-» 21 - ten, Ptolemäus, bekriegte, wurde er von seinem eigenen meuterischen Heereermordet, worauf Antigönns die größte Macht erlangte, besonders als dertapfere und gewandte Eumenes in seine Hände geraten und im Kerker einessis. gewaltsamen Todes gestorben war. Nun bemächtigte sich Antigönns der Schatz-kammer in Susa und vermehrte die Zahl seiner Miettruppen so sehr, daß erallen Feldherren Trotz bieten und sie zwingen konnte, ihn als Reichsverweserund Gebieter anzuerkennen. Da er aber nicht undeutlich merken ließ, daß ernach der Herrschaft des ganzen alexandrinischen Weltreichs strebe, so verbandensich die übrigen Feldherren, Seleucus von Syrien, Ptolemäus von Ägyptenund Kassander von Macedonien, gegen Antiaonus und seinen Sohn Deme-trius, der später den Beinamen Städtebelagerer (Poliorketcs) erhielt.Daraus ging ein langer wechselvoller Krieg hervor, der zugleich in Asien undGriechenland geführt wurde und während dessen es dem Seleucus gelang, sichsi 2 . mit geringer Heeresmacht in Babhlonien und den östlichen Provinzen die Herr-schaft zu erkämpfen. Dagegen erlitt Ptolemäus durch Demetrius eine großeNiederlage zur See bei der Stadt Salamis auf Cypern, worauf Antigonus2 os- und sein Sohn den Königstitel annahmen, ein Beispiel, dem bald die Gegnerfolgten. Damit war nach langem heuchlerischem Spiel der letzte Schritt zurAuflösung des alexandrinischen Reiches gethan. Dieser wechselvolle Krieg, inwelchem besonders die Insel Rhodus durch ihre tapfere Verteidigung Widerso«, den „Städtebelagerer" Demetrius sich großen Ruhm erwarb, fand erst seinsoi. Ende durch die gewaltige Schlacht bei JPsus in Kleinasien, wo der achtzigjäh-rige Held Antigönns fiel und sein Sohn Demetrius fliehen mußte. Nach vielenTeilungen und Wcchfelfällen gingen endlich aus Alexanders Weltreich, außereinigen kleineren Staaten, folgende größere Königreiche hervor: 1. Macedo-