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6. Das Römerreich.
seinesReichs,sowie seinerschönen karthagischen Braut Sophonisbe, des Has-drudal Tochter beraubt und zur Flucht in die Wüste getrieben, steckten dieRömer unweit Utrca bei einem nächtlichen Überfall die aus Schilf- und 20 «.Strohzelten nebst hölzernen Hütten bestehenden Lager der Numidier und Kar-thager in Brand und brachten den vernieten Feinden eine große Niederlage bei.
In einem zweiten Tressen auf den „großen Feldern" siel Karthagos treuerBundesgenosse Syphax in die Hände des Siegers und mußte als Gefangenernach Rom wandern, wo er bald kummervoll ins Grab sank. Seine GattinSophonisbe hoffte vergebens durch eine eilige Vermählung mit Masinissa derRache der Römer zu entgehen. Mit einer Auslieferung bedroht, zog sie vorden Giftbecher zu trinken, den ihr Masinissa selbst reichen ließ. Nach solchenSchlägen beruhte Karthagos letzte Hoffnung auf den in Italien stehendenHeeren. Daher wurde Hannibal zur Rettung des Vaterlandes zurückgerufen.Grollend und zu Thränen bewegt, verließ er das Land seines Ruhmes. Um-sonst versuchte er in einer persönlichen Zusammenkunft seinen Gegner zumAbschluß eines Vertrages zu bringen, indem er ihm die Wandelbarkeit desGlücks zu Gemüte führte; Scipio wollte nicht darauf eingehen, und es erfolgtedie Schlacht bei Zaum, die, trotz der großen Tapferkeit der alten Krieger und 203 .der geschickten Anordnung des waffenkundigen karthagischen Führers, mit einerNiederlage der Punier endete. Nun riet Hannibal selbst zum Frieden, so hartauch die Bedingungen waren. Die Karthager mußten geloben, ohne Ein-willigung der Römer keinen Krieg anzufangen, mußten auf Spanien Verzichtleisten, ihre Kriegsschiffe ausliefern und sich zur Zahlung einer hohen jährlichenKriegssteuer verpflichten. Nach dem Verbrennen der karthagischen Flotte undnach Verleihung des Königreichs Numidien an den Römerfreund Masinissakehrte Scipio, fortan der Afrikaner genannt, nach Rom zurück, wo ein glän-zender Triumphzug in den geschmückten Straßen ihn erwartete. Hannibaldagegen mußte eimge Zeit nachher als verfolgter Flüchtling die Heimat meidenund trug seinen Römerhaß an den Hof des Mischen Königs Antiochus.
v) Maccdonien erobert; Korinth und Karthago zerstört (146).
8- 122. Um diese Zeit regierte über Maeedonien und einen Teil vonGriechenland König Philipp III., ein junger talentvoller Mann von Ver-stand und Witz und gewinnendem Wesen, aber treulos, sinnlich und frevelhaft.Dieser hatte mit Hannibal ein Bündnis geschloffen und die RömermitihrenBundesgenossen in Griechenland und Kleinasien bekriegt. Deshalb kehrten fetztdie Römer ihre Waffen gegen ihn. Sie schickten den gewandten, für griechischeKunst und Litteratur eingenommenen Feldherrn T. Ouinctius Flamininusnach Griechenland, welcher die hellenischen Staaten zur Freiheit aufrief unddann die Macedonier bei den Hnndsköpfen (Kynoskephälä), einer theffa- isr.ufchen Hügelreihe unweit Pharsalus, besiegte. Dadurch sah sich Philipp zuemem Frieden genötigt, worin er Griechenlands Unabhängigkeit anerkannte,seine Flotte und eine Summe Geldes hergab, alle auswärtigen Besitzungenabtrat und dem Rechte eigenmächtiger Kriegführung entsagte. Um der Eitel-keit der Griechen zu schmeicheln, ließ jetzt der feine Flamininus auf die prunk-vollste Weise bei der isthmifchen Feftfeier Griechenlands Befreiung von is«.wacedonischer Botmäßigkeit verkünden. Aber bald zeigte es sich, daß die Rö-wer eben so sehr nach der Herrschaft über die hellenischen Staaten strebten,lote vorher die Macedonier. .Deswegen riefen mehrere griechische Völkerschaften,bor allen die kriegerischen Atolier, die einen ähnlichen Bund wie die Achäergeschlossen hatten, den syrischen König Antiochus III. zu Hilfe (8-89).Antiochus, bei dem sich Hannibal aufhielt, folgte dem Ruf; statt aber sich mit