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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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8- 124. 125.

6. Das Römerreich.

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und Autonomie.—Unter den „Ruten und Beilen Roms" und unter dem Druckder Besteuerung schwand bald der Wohlstand der einst blühenden Staaten,von dem Freiheitssinn und der Vaterlandsliebe früherer Jahrhunderte er-losch jeder Funken. Die Spartaner sehten als Söldner ihr rauhes Kriegs-handwerk fort, während die Athener als Künstler und Gelehrte, als Schauspielerund Tänzer, als Dichter und Schöngeister von den Römern zur Unterhaltunggesucht, aber wenig geachtet wurden.

8. 124. Indessen war Karthago wieder zu einigem Wohlstand aufgeblüht.Dies weckte aufs neue den Neid der Römer und gab den Reden Catos, „daßwan Karthago zerstören müsse", Nachdruck. Im Vertrauen auf römischenSchutz vergrößerte der Numidierkönig Masinissa sein Gebiet auf Unkostender Karthager und reizte diese durch wiederholte Grenzstreitigkeiten und unge-rechte Übergriffe zuletzt so sehr, daß sie zu den Waffen griffen und ihr Landverteidigten. Dies galt in Rom für emen Friedensbruch und führte eineKriegserklärung herbei. Die Karthager flehten um Schonung und liefertenauf Verlangen der Römer zuerst 300 angesehene Geiseln, dann ihre Waffenund Schiffe aus. Als aber der Ausspruch erfolgte, Karthago sollte nieder-gerissen werden und den Einwohnern nur vergönnt sein, sich mindestens zweiMeilen vom Meere entfernt aufs neue anzubauen, da beschlossen sie, sich lieberunter den Mauern ihrer Häuser zu begraben, als den geliebten Boden derVaterstadt, „die altgewohnte teure Meeresheimat", aufzugeben. Ein kühnerGeist, ein vaterländischer Sinn ergriff alle Stände und Geschlechter. DieStadt glich einem Kriegslager, Tempel wurden in Waffenschmieden verwandelt,und alles mußte dem hohen Ziel, Rettung des Vaterlandes, dienen. SolcherBegeisterung vermochten selbst die kriegsgeübten Legionen der Römer nicht zuwiderstehen. Mehrmals zurückgeschlagen, gerieten sie in eine bedenkliche Lage,brs der jüngere Scipio. der talentvolle Sohn des Amilius Paullus, der vonder Scipionischen Familie an Kindesstatt angenommen worden war, vor demgesetzlichen Alter die Konsulwürde unt diktatorischer Gewalt erhielt. Diesemerst gelang die Eroberung der von Hunger und Seuchen schrecklich gepeinigtenStadt nach der verzweifeltsten Gegenwehr und nach einem sechstägigen mör-derischen Kampfe in den Straßen. Die Wut der ergrimmten Krieger und einfurchtbarer Brand brachten der Mehrzahl der Bevölkerung einen elenden Tod.Eme entschlossene Schar römischer Überläufer, die mit dem Feldherrn Has-drubal und dessen Gattin und Kindern den Tempel des Heilgottes, den höchstenGipfel der Burg, besetzt hielt und aufs äußerste verteidigte, warf, an derRettung verzweifelnd, den Feuerbrand in das Gebäude und suchte den Tod inoen Flammen. Aber Hasdrubal teilte nicht den Heldensinn der Gattin. Erentfloh und flehte die Gnade der Römer an. 50 000 Einwohner, die das Schwertverschont, wurden sodann von dem Sieger, der fortan den Beinamen deslungern Afrikaners führte, in Sklaverei geschleppt und teils verkauft, teils zum»ungsamen Verschmachten in Haft gebracht. Hierauf befahl der Senat, dieStadt Karthago dem Erdboden gleich zu machen, über die öde Stätte den PflugAn führen und Grund und Boden auf ewige Zeiten mit einem Fluch zu be-rgen. Ein siebzehntägiger Brand verwandelte die stolze Beherrscherin desüiittelmeeres in einen Schutthaufen, und „wo die fleißigen Phönizier einhalbes Jahrtausend geschafft und gehandelt hatten, weideten fortan römischeSklaven die Herden ihrer fernen Herren". Nach Beendigung des Zerstörungs-tverkes wurde das unterworfene Gebiet zur Provinz Afrika gemacht.

Römische Kultur und Sitte«.

8-125. Die Bekanntschaft der Römer mit Griechenland war für Bildung,E»tün und Lebensweise höchst folgenreich. Die aus den eroberten Städten weg-

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