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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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8- 170. 171. 6. Das Römerreich.

den Grenzwall von der baierischen Donau bis zum Taunus, dessen Spurennoch jetzt sichtbar sind und im Munde des Volks als „Teufelsmauer" bezerch-net werden, sicherte ihn auch durch Türme und Besatzungen; er legte am Rheinund in Ungarn Weinberge an und verbesserte das Heerwesen. Als auch ervon seinen Soldaten ermordet und sein Nachfolger Carus auf einem Zuge ^Segen die Perser durch einen Blitzstrahl oder durch Mörderhand gefallen war, 2 »».kam Diocletian an die Regierung, der kluge und gewandte Dalmatier, derdurch Tapferkeit und Geistesgaben vom Sohne eines Sklaven zum Kriegs-obersten emporgestiegen war. ^ ^

ß. 170. Diokletian erhöhte die kaiserliche Machtvollkommenheit, indem DiA-e-«-er die republikanischen Formen allmählich beseitigte und dem Senat alle Po- »ar-ktische Gewalt entzog; dann nahm er eine Teilung des Reichs vor, damitden Feinden leichter widerstanden werden könnte. Er selbst führte den Titel«Augustus" oder Oberkaiser und beherrschte dasMorgenland nebstThra-rien, indes sein Reichsgehilse Galerius mit dem Range eines „Cäsar" denillhrischen Provinzen vorstand; ebenso hatte Maximianus unter dem Titel«Augustus" die Verwaltung von Italien, Afrika und den Inseln, wäh-rend seinSchwiegersohnConstantius(Chlorus, d. i. der Blasse) als „Cäsar"die abendländischen Provinzen Spanien, Gallien und Britannien regierte.Zwanzig Jahre lang waltete Diocletian mit Kraft und Geschicklichkeit überdas Reich, das unter ihm wieder Festigkeit und Stärke erhielt. Als er sichaber verleiten ließ, eine blutige Christenverfolgung zu verhängen, verkümmerte .er sich den Abend seines thatenreichen Lebens und heftete seinem Namen undseiner Regierung einen ewigen Schandfleck an. Noch wütete das Schwert derVerfolgung unter den Bekennern des gekreuzigten Heilands, als Diocletian,nachdem er zur Feier seiner zwanzigjährigen Regierung gemeinschaftlich mitMaximian den letzten Triumph in Rom gehalten, dem Thron entsagte, um inländlicher Stille zu Salöna in Dalmatien die letzten Jahre zu verleben undüber der Anordnung seiner Paläste und Gärten das Treiben der Welt zu ver-gessen. Dort im alten Heimatlande hatte er sich nämlich eine großartigeWohnstätte bereiten lassen mit Anlagen, Säulengängen, Hallen und Gemächernin solchem Umfang, daß die heutige Stadt Spalätro Raum in den Ruinendes „Palastes" gesunden hat. Aber die Stürme, die bald über das Reich her-einbrachen, störten auch noch seine Ruhe. Seine Frau und Tochter starben imOrient durch Mörderhand und er selbst hat vielleicht durch eigene That seinLeben verkürzt, um schimpflichen Mißhandlungen zu entgehen.

Z. 171. Der Abdankung Diocletians folgte eine Zeit voll Verwirrungund blutiger Bürgerkriege, die erst ihr Ende erreichte, als des Constantmstapferer und kluger Sohn Constanttnus die Regierung des Abendlandes über-nahm und gegen Maximians hartherzigen Sohn Maxentius zu Felde zog.Konstantin, von seiner Mutter Helena dem Christentum gewonnen, besiegteunter der Kreuzesfahne (Labärum) den grausamen Maxentms unweit derMilvischen Brücke und bemächtigte sich, als der Gegner in den Fluten derTiber den Tod gefunden, der Stadt Rom. Von hier aus beherrschte nunmehrKonstantin den Westen, indes sein Schwager LicüüUs den Orient verwaltete.

Aber Constantins Herrschsucht führte bald einen neuen Krieg herbei, in welchemLrcinius Sieg, Reich und zuletzt das Leben verlor. So wurde Constantin » 2 s.Alleinherrs cher des römischen Reichs und begünstigte das Christentum,mdem er durch das Duldungsedikt von Mailand die Bekenner desselbenvor weiteren Verfolgungen schützte. Daß aber Christi Lehre nicht in sein In-neres gedrungen, beweist die Grausamkeit, womit er Scharen gefangener Feindeden wilden Tieren vorwerfen ließ, die Härte, welche er durch die Hinrichtung