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Z. 178. 179. 180.
Geschichte des Mittelalters.
auf Gallien, wo nach langen Verheerungen die Burgunder sich an derRhone und am Jura niederließen und das burgundische Reich gründeten,das vom Mittelmeer bis zu den Vogesen (Wasgau) reichte. Die Wandalenund Sueven dagegen überschritten die Pyrenäen und erkämpften sich Wohn-sitze in der spanischen Halbinsel. Hier ließen sich die letzteren im Nordwestendauernd nieder, während die Wandalen zwei Jahrzehnte später ihren Wander-zug über die schmale Meerstraße nach Nordafrika richteten. (Z. 179.)
Z. 178. In seiner Bedrängnis hatte der wackere Stilicho mit Alarich einFreundschaftsbündnis geschlossen und ihm einejährliche Geldlieferung bewilligt.Dies benutzten seine Feinde, besonders der listige Höfling Olympius, zu einer««»- Anklage auf Hochverrat und bewirkten seine Hinrichtung in Ravenna. Vondem heiligen Altare, wo er Schutz gesucht, durch täuschende Vorspiegelungenweggelockt, fiel er unter den Schwertern einer Mörderschar. Da rückte Manch,ergrimmt über die Vorenthaltung der Vertragssumme und von Stilichos An-hängern um Schutz angegangen, in Italien ein, belagerte Rom und zwangdie geängstigten Einwohner, mit Gold, Silber und kostbaren Gewändern dieGnade des Siegers zu erkaufen. Als aber der Hof von Ravenna Alarichs Frie-densanträge hochmütig zurückwies, erschien der Gothenfürst wiederholt vor den"o Mauern der einst weltbeherrschenden Stadt, erstürmte sie endlich bei nächtlicherWeile und gestattete seinem Heere eine dreitägige Plünderung. Bald daraufstarb der Held in des Lebens Blüte in Unteritalien. Sein Sarg und seine Schätzewurden, der Sage nach, in dem abgeleiteten Flüßchen Busento in die Erdegesenkt. Sein Schwager Athaulf (Adolf) schloß mit Honorius einen Vertrag,infolge dessen der tapfere Kriegsheld die Hand der schönen Placidia, der Schwesterßes Kaisers, empfing und die Westgothen nach dem südlichen Gallien führte.Hier gründeten sie das weftgothische Reich, das anfangs von der Garonnebis zum Ebro reichte und Tolösa (Toulouse) zur Hauptstadt hatte. Als jedocheinige Jahre später die Wandalen nach Afrika übersetzten, eroberten die West-gothen allmählich ganz Spanien, mußten aber in der Folge den Landstrichzwischen den Pyrenäen und der Garonne den Franken überlassen. Nach Athaulf,E. der auf einem Feldzug gegen Barcellona ermordet wurde, kam Wallia an dieRegierung, Worauf Placidia, von den Feinden ihres Gatten unwürdig be-handelt, nach Ravenna zurückkehrte und eine zweite Ehe einging.
8-179. Auf Honorius folgte Placidias Sohn Valentinian III., welchem42s-' Ad'tms als Feldherr und einflußreicher Staatsmann zur Seite stand. Mitdiesem Aötius lebte der Statthalter von Nordafrika, Bonifacius, in Feind-schaft und da er dessen Zorn fürchtete, empörte er sich und rief die Wandalenunter ihrem tapfern und schlauen König Geiserich aus Spanien zu seiner Hilfeherbei. Zwar bereute er bei der Ankunft derselben seine rasche That und stellte"o- sich ihnen mit Heeresmacht entgegen. Aber die streitbaren Wandalen über-wältigten ihn und trotzten dem Hofe von Ravenna Nordafrika ab, wo siedas vandaiische Reich mit der Hauptstadt Karthago gründeten, Sicilien unddie Balearen eroberten, sich durch Seeräuberei allen Inseln und Küsten-4so. ländern furchtbar machten. Bei der Belagerung von Hippo (j. Bona) starbder heil. AugustinuS, Bischof dieser Stadt (Z. 174). Bonifacius, mit dem Hofvon Ravenna ausgesöhnt, empfing bald darauf im Kampf Wider Aötius die432. Todeswunde. Hundert Jahre bestand das vandalische Reich in Nordafrikaunter vielen Kämpfen zwischen den arianischen Wandalen und den rechtgläu-bigen Römern. Geiserich starb 477.
3. Attiia drr Hunnenkönig (450).
8.180. Um die Mitte des fünften Jahrhunderts verließ Attila, die