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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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129
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8. 177.

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Die Völkerwanderung.

überwunden, den jüngeren Valentinian II., dessen schöne Schwester er in dieEhe genommen, zum Beherrscher des Abendlandes ein. Aber nach nenn Iah- »»»-ren wurde Valentinian das Opfer einer Verschwörung, die der Gallier Arb o -gast wider ihn angestiftet. Da zog Theodosius auch gegen diesen und den vonihm aufgestellten Gegenkaiser Eugenius ins Feld und trug in der Schlachtbei Aquileja einen neuen großen Sieg davon. Arbogast starb durch eigeneHand und Eugenius wurde von einigen Bewaffneten in dem Augenblick nieder-gestoßen, als er Gnade stehend vor dem Kaiser im Staube kniete. So erlangtenach vielen Kämpfen und Kriegsthaten Theodosius, fortan der Große genannt, »»».auch die Herrschaft über das Abendland und vereinigte zum letztenmal dasganze römische Weltreich unter einem Scepter. Er war ein kraftvoller, aberjähzorniger Fürst, der ernst in Thessalouich 7000 Bürger töten ließ, weil siebei einem Volkstumult den römischen Statthalter erschlagen hatten. Deshalbwurde er von dem unerschrockenen Bischof Ambrofius von Mailand mit einerKirchenbuße belegt und unterzog sich willig der Strafe. In dieser edeln De-mut des Kaisers liegt eine tiefe Anerkennung der geistigen und sittlichen Machtdes Christentums, das den Mißbrauch der Herrschergewalt strafen und zügelndürfe. „So wurde die Kirche der Hort der Volksfreiheit, und Heilige über-nahmen die Rolle der Volkstribunen." — Theodosius war ein eifriger Ver-fechter des katholischen Christentums. Er verbot und verfolgte den Arianis-mus, untersagte den Gebrauch der Opfer und Weissagungen, gestattete, daßdie heidnischen Tempel geplündert und zerstört wurden. Nunmehr erloschdas heilige Feuer der Vesta, die Orakel und Sibhllen verstummten und dieheidnische Götterwelt erlag dem Glauben an den gekreuzigten Heiland. Nurbei den Bewohnern entlegener Landschaften und Gebirge erhielt sich der heid-nische Glaube und Opferkultus offen oder geheim noch einige Zeit, von denGebildeten als „Bauernreligion", Paganismus, verachtet.— Bei seinem Todeübertrug Theodosius das Morgenland mit Jllyrien seinem achtzehnjährigen Arcidms^ohne Arcadius, dem der Gallier Rufknus zur Seite stand, indes der eilf- ,ü,s.Mrige Honorms unter der Leitung des staatsklugen und kriegskundigen Van- H°n°rmsbaten Stilicho das Abendland beherrschen sollte. Von der Zeit an blieb das »ss.Reich geteilt. Der weströmische Herrscher nahm feinen Sitz in Ravenna.

L. Wrstgothen. Lurgunder. Vandaleu.

8-177. Neid und Eifersucht auf Stilicho trieb den tückischen Rufinusan, den kühnen Wcstgothen-König Alarich zum Einfall in die Provinzen desabendländischen Reimes zu reizen. Mordend und raubend durchzogen sofortdie Gothen Thessalien, Mrttelgriechenland und die Landschaften desPeloponnes, die Reste griechischer Bildung unter ihren Füßen zertretend,ms sie, im Lande Elis von Stilichos Heeren umringt, zum Rückzug genötigtlvurden. Einige Zeit nachher fiel Manch, von dem oströmischen Hof zum Be-fehlshaber und Statthalter Jllyriens ernannt, in Oberitalien em, drangverheerend an den Po-Ufern hinauf, erlitt aber in zwei unentschiedenen Schlach-tn (bei Pollentia und Verona) gegen Stilicho solche Verluste, daß er nach E.Jllyrien zurückzog um günstigere Tage abzuwarten. — Kaum war dieserReichsfeind zurückgedrängt, als mächtige Scharen heidnischer Germanen, Van-dalen, Burgunder, Sueben u. a., unter dem Herzog Radagais, in Italieneinbrachen, Städte und Dörfer zerstörten, alles mit Mord und grauscn-hafter Verwüstung füllten. Aber auch diese erlagen in der Schlacht von "b-Fäsülä oder Florenz Stilichos Kriegskunst. Ihr Anführer siel; taufendesanken unter dem Schwert der Sieger oder kamen durch Hunger und Krankheitum-, andere traten in römischen Sold. Die Trümmer des Heeres warfen sich

Weber. N. Weltgeschichte- V