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Geschichte des Mittelalters.
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Gewerbe mit größerer Keckheit als zuvor. Nach einiger Zeit gewann der SueveRicimer, Oberfeldherr der fremden Hilfsvölker in Rom, ein tapferer, schlauer,aber blutbefleckter Mann, solchen Einfluß, daß er bis zu seinem Tode überThcon und Reich verfügte und, ohne selbst den Jmperatorentitel zu führen,nach Gutdünken Kaiser einsetzte und stürzte. Sie waren nur Werkzeuge infeiner Hand, selbst Anthemius, ein Verwandter des byzantinischen Hofes,unter welchem Morgenland und Abendland sich zu einem großen Kriegsunter-nehmen Wider die Wandalen vereinigten, aber durch den Verrat oder die Fehl-griffe des Anführers Basiliskus nichts ausrichteten und ihre Flotte durchBrand verloren. Drei Jahre nachdem der gewaltthätige Ricimer das Opfereiner verheerenden Seuche geworden, schmückte der ehrgeizige Feldherr Orestesfeinen Sohn Romulus Augustulus mit der machtlosen Krone. Da fordertendie germanischen Kriegsscharen im römischen Sold ein Drittel vom Grundund Boden Italiens; als dies nicht gewährt wurde, ließ ihr Anführer, derkühne Herulerfürst Odoaker, den gefangenen Orestes töten und machte, indemer sich den Titel eines Königs von Italien beilegte, dem weströmischenReiche ein Ende. Dem harmlosen Romulus Augustulus wies Odoaker einenWohnsitz in Unteritalien und ein Jahrgehalt an. — Zehn Jahre später er-lag der letzte römische Statthalter in Gallien dem Schwerte des Franken-führers Chlodwig (§. 183), worauf in Europa ein neuer, durch Christen-tum und Germanentum begründeter Zustand eintrat.
5. Throdorich -er Gstgothe (e. 500),
Z. 182. Zwölf Jahre hatte Odoaker nicht ohne Ruhm geherrscht, als mitEinwilligung des byzantinischen Kaisers Thcodorich, König der Ostgothen,von der Donau nach Italien zog. 200 000 streitbare Männer mit Weib undKind und sämtlicher Habe folgten ihm in langen Zügen. Dieser Macht ver-mochte Odoaker nicht zu widerstehen. Bei Verona von Theodorich besiegt,barg er sich hinter die Mauern von Ravenna, das er erst nach dreijährigertapferer Verteidigung unter ehrenvollen Bedingungen übergab. Aber nichtlange nachher erschlugen ihn die Gothen bei einem lärmenden Gelage. VonRavenna aus beherrschte fortan Theodorich weise und gerecht das ostgothischeReich, das von der Südspitze Italiens bis an die Donau sich erstreckte. Erachtete die herkömmlichen Gesetze und Einrichtungen; die alten Einwohner desLandes befaßten sich mit Handel, Ackerbau und Gewerben, den Gothen wieser die Führung der Waffen und des Kriegs zu und gab ihnen dafür den drittenTeil von allem Grund und Boden zu eigen; „Gothengrafen" wahrten dasRecht in Klagsachen zwischen beiden Völkern, und mit duldsamem Sinn hieltder König den religiösen Frieden aufrecht. Selbst Bildung und Gelehrsamkeiterfreuten sich seines Schutzes, und kenntnisreiche Römer, wie der Geschicht-schreiber Cassrodorus, gelangten zu den höchsten Staatsämtern. Nach außenwar Theodorichs Ansehen so groß, daß hadernde Könige ihre Streitigkeitenvor seinen Richterstuhl brachten. Erst kurz vor seinem Ende führte ihn Miß-trauen zur Härte, so daß er den würdigen Senator Boöthius und dessenSchwiegervater SymmLchus hinrichten ließ, weil sie im Verdacht standen,den byzantinischen Hof zur Vertreibung der Gothen aufgefordert zu haben.Im Kerker verfaßte BoSthius die berühmte Schrift: „Tröstung der Phi-losophie", ein Buch der Beruhigung und Erhebung für viele gedrückte Ge-müter. Diese Härte zog dem großen Gothenkönig den unversöhnlichen Grollder rechtgläubigen Römer zu. Bald nach seinem Tode wurde die Asche des„fluchwürdigen Ketzers" aus dem Riesengraoe in Ravenna herausgeworfen undin alle Winde zerstreut. Aber in jenem weisen „Dietrich von Bern", der im