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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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H- 183. 184. Die Völkerwanderung.

Heldenlied und in der Sage von Geschlecht zu Geschlecht fortgelebt hat, er-kennen wir die hohe und ernste Gestalt des großen deutschen Friedensfürsten.

6. Chlodwig der Frankenkönig und die Merovinger.

8-183. Von ihren Stammsitzen am Niederrhein waren die Franken, eingermanischer Volksstamm, an die Maas und Sambre gezogen. Sie waren einmit Speer und Streitkolben wehrhaftes Volk, das Kühnheit mit Schlauheitverband und mit dem sich in früheren Tagen mehrere germanische Völkerschaf-ten an den Ufern des Rheins, die Chatten, Cherusker, Bructerer,Sigambrer u. a., zu dem großen „Frankenbund" vereinigt hatten. Ihreältesten Könige werden Pharamund (d. i. Herzog) und Meroväus genannt.

Als der streitbare und verschlagene Chlodwig zur Herrschaft kam, führteer sie bald zu Krieg und Eroberung aus. Nachdem er den römischen Statt-halter Shagrius in Soissons (ß. 18l) besiegt, den wackern Mann, den ihmauf sein Drohen die Westgothen auslieferten, im Kerker getötet und sich danndes Landes zwischen Seine und Loire bemächtigt hatte, zog er gegen die Alle-mannen, die auf beiden Seiten des Rheins ein ausgedehntes Reich besaßen(8-175). Er brachte ihnen in einer blutigen Feldschlacht im alten Ubierland,,an einer Stelle, die nicht genau bekannt ist, in der Tradition aber nach'Zülpich (Tolbiacum) bezeichnet wird. eine entscheidende Niederlage bei undunterwarf sich ihr Gebiet an der Mosel und Lahn. In der Hitze des Kampfeshatte Chlodwig gelobt, wenn der schwankende Sieg zu seinen Gunsten sich ent-scheide, so wolle er den Glauben seiner christlichen Gemahlin Clotilde vonBurgundien annehmen; und noch in demselben Jahre empfind er mit 3000Wlen seines Gefolges in der reichgeschmückten Kathedrale zu Rhenns die TaufeAch athanafianlschem Bekenntnis. Aber in seinem verwilderten HerzenIchuf das Christentum keine Regungen der Milde. Nachdem er die durch Fa-Allrmhader geschwächten Burgunder besiegt und zinspflichtig gemacht, dieWestgothen bei VouglS unweit Poitiers überwunden und auf diese Weise »«7.As Frankenreich nach Osten bis an die Rhone, nach Süden bis an dieGaronne ausgedehnt hatte, suchte er durch Ermordung aller fränkischen Stamm-haupter die Herrschaft über das ganze Reich sich und seinen Nachkommen zusichern. Wegen seines Eifers für die Verbreitung der katholischen Kirchenlehreunter den arianischen Germanen wurde Chlodwig von der Geistlichkeit als»allerchristlichster" König und zweiter Constantin gepriesen. Er und seineNachfolger führen in der Geschichte den Namen Merovinger oder Mer-mrnger von dem Stammvater Meroväus.

§. 184. Der Frevelsinn des Vaters vererbte auf die vier Söhne, die sich"ach Chlodwigs Tode in das Frankenreich teilten, so daß der älteste das oft- °»i.fränkische Reich Austrasien mit der Hauptstadt Metz erhielt, die dreilungeren sich in das westliche Reich Neustrien und das dazugehörige Bur-gundien teilten. Von Zeit zu Zeit wurde jedoch das ganze Reich wiedervereinigt. So unter Chlotar I. und Chlotar II. Das merovingische Königs-»ss.«»Haus bietet ein grauenvolles Bild menschlicher Verworfenheit dar. Bruder-und Verwandtenmord, blutige Bürgerkriege und die Ausbrüche ungebändigterLeidenschaften füllen die Jahrbücher der Geschichte. Der Bischof Gregor vonTo urs berichtet darüber in derselben naiven Weise wie die Verfasser der alt-restamentlichen Bücher der Richter und der Könige. Besonders sind die wil-oen Frevelthaten der beiden Königsfrauen Brunhilde und Fredegundeschaudererregend. Diese Greuel zerstörten in Chlodwigs Geschlecht zuletzt alleA'aft, so daß sie als faule Könige in der Geschichte gezeichnet sind, indes derBerwalter der königlichen Güter, Majordoyms (Hausmaier), allmählich