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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Das Mittelalter.

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SS».

Otto U.S7»-SS».

8 - 211 .

schnellen Tod, jener im Kampf, dieser in den Fluten des Rheins. Eine ge-waltige Herrschernatur, die sich schon in der majestätischen Gestalt und demEhrfurcht gebietenden Blick kundgab, warf Otto alle trotzigen Widersachernieder, aber den Demütigen und Gebeugten begegnete er mit Großmut undGerechtigkeit. Er hielt es für seine wichtigste Aufgabe, strenge darüber zuWachen, daß jedem sein gutes Recht werde und die Richter niemandem Gewaltthäten. — AüchOtto erweiterte das Reich gegen die Slaven und Dänen, suchtedurch Einführung des Christentums Kultur und Humanität unter ihnen zuverbreiten und war bestrebt, dem finstern Götzendienst mit seinen blutigen OpfernEinhalt zu thun. Sein treuer Waffengefährte, Hermann der Billunge,der die herzoglichen Rechte in Sachsen übte, und oer tapfere Markgraf Gerovon der Lausitz unterstützten des Königs Bemühungen. Zugleich wirkte seinBruder Bruno, Erzbischof von Köln und Herzog in Lothringen, durch Er-richtung einer Hofschule für christliche Bildung und Sitte im ganzen Reich-Und als die Ungarn Deutschland mit neuen Raubzügen heimsuchten, besiegtesie der streitbare Otto unter dem Reichsbanner mit dem Erzengel Michael inder Schlacht aus dem Lechfelde (bei Augsburg) dermaßen, daß von den großenSchwärmen nur wenige entkamen und ihre Streifzüge von der Zeit an auf-hörten. Bayern und Franken, Schwaben und Böhmen, Sachsen und dieVölker vom Rhein folgten in diesem entscheidenden Kampfe dem heldenmütigenKönig, den die Tapfersten aus jedem Stamme als Schutzwehr umgaben. Auchauf deutscher Seite bezahlte mancher tapfere Mann den Sieg mit dem Leben,unter ihnen Ottos heldenmütiger Eidam Konrad der Rote von Franken. DasChristentum, welches am Ende des Jahrhunderts unter König Stephan demHeiligen, dem Gesetzgeber und Ordner des Landes, auch in Ungarn Eingangfand, schuf mildere Sitten und friedfertigen Sinn. — Ein folgenreiches Er-eignis für Deutschland war Ottos Erwerbung der Kaiserwürde, die fortanbei dem „heiligen römischen Reich deutscher Nation" verblieb. SeineVermählung mit Adelheid, der eben so schönen als tugendhaften und frommenKönigin von Burgundien und Oberitaken, die ihn zum Schutze gegen dieNachstellungen Berengars von Jvrea herbeigerufen, gab den Ansprüchen,welche Otto schon als Nachfolger der Karolinger auf das reiche Landhatte, größer» Nachdruck. Durch sein gutes Schwert gewann er das König-reich Italien und wurde in Mailand mit der lombärdischen Krone ge-schmückt. Hierauf zog er nach Rom, erwarb die römische Kaiserkrone undbegründete die Schirmvogtei des deutschen Kaisers über den päpstlichenStuhl, indem er die Römer schwören ließ, „nie ohne sein und seiner Nach-folger Willen und Wissen einen Papst zu wählen oder zu weihen". DieSchirmvogtei wollten die Päpste in der Folge nicht gelten lassen. Von da anbeginnt die verhängnisvolle Verbindung Deutschlands und Italiens, eine Ver-bindung, die zwar für Kultur, Gesittung und geschichtliche Größe des rauhenLandes wohlthätig wirkte, aber auch von „unsäglichem Weh" für das deutscheVolk war.

8- 211. Die zehnjährige Regierung Ottos II. war angefüllt mit Kämpfengegen die unruhigen Großen in Deutschland und Italien, gegen den westfrän-kischen König Lothar, welcher Aachen überfiel und Lothringen an sich reißenWollte, gegen die Griechen und Saracenen in Unteritalien, wo Ottodie byzantinischen Besitzungen als Mitgift seiner Gemahlin Theophaniaansprach und unter seine Herrschaft zu bringen gedachte. Schon waren Neapel,Saterno und Tarent in seiner Gewalt und der Kaiser trug sich mit der stolzenHoffnung, die Saracenen und Griechen zu unterwerfen, dem Christentumnnd der römischen Kaisermacht bis an das südliche Meer Anerkennung zu