§. 209. 210.
Das sächsische und fränkische Kaiserhaus.
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IH. Die Vorherrschaft des deutsch-römischen Kaisertums.
1. Das sächsische Herrscherhaus (919—1024).
§. 209. In Deutschland hatten die Gewaltthätigkeiten der Großen undwe verheerenden Einfälle der Ungarn einen Zustand von Verwilderung undGesetzlosigkeit erzeugt. Diesem suchte schon der erste freigewählte König, Kon-rad der Salier (§. 204), mit Ernst und Strenge zu begegnen und ließ zumAbschreckenden Beispiel die ungehorsamen Grafen Erchanger und Bercht-holb von Allemannien, die ihr karolingisches Kammerbotenamt eigen-mächtig zur Herzogswürde umwandeln und sich Konrads königlicher MachtEziehen wollten, enthaupten. Ihr Todfeind Salomo, der reiche und klugeBischof von Constanz und Abt von Reichenau, hatte auf der Reichssynode zuHohenaltheim ihren Fall bewirkt. Konrad I. war ein tapferer, mannhafterFürst, reich an ritterlichen Tugenden, glänzend und stattlich, dabei frei-gebig , leutselig und von heiterer Laune; aber im erfolglosen Ringen mit denwiderstrebenden Gewalten der Zeit wurde seine edle Natur herabaedrückt undferne Kraft vor der Zeit gebrochen. Da er einsah, daß seiner Familie nicht dieZum Herrschen nötige Sinnesart und nicht das Glück der Waffen beiwohne,und von dem mächtigen Sachsenherzog, mit dem er schon lange in Krieg ge-legen, Gefahr für sein Erbland fürchtete, so beförderte er mit edler Selbstver-leugnung die Erhebung seines bisherigen Gegners Heinrich I. (des FinklersLHrichoder Voglers) von Sachsen. Dieser kräftige Fürst, der nicht nur in Sach- »la-sen und Franken, sondern auch in Bayern und Schwaben sein AnsehenEend zu machen wußte, erweiterte die Reichsgrenzen gegen Nordm, wo erdie Mark Schleswig Wider die Dänen gründete, gegen Westen, wo er Loth-tillgen dem Reiche zurückgewann, und gegen Osten, wo die Mark Meißenme Slaven abhalten sollte. Zugleich war er bemüht, die wendischen Ansiedler inoen östlichen Landen zu germanisieren und durch Bekehrung zum Christentumfür edlere Bildung zu gewinnen. Von den Magyaren, deren wilde Reiter-scharen fast mit jedem Jahr in das wehrlose Land einbrachen, Menschen undHerden raubend und die Saatfelder mit den Hufen ihrer Rosse zertretend, er-wufte er eine neunjährige Waffenruhe, die er zur Verbesserung des Heer-wesens und zur Gründung fester Burgen („Burgwarten") benutzte. Durchble Anlegung dieser Burgen, die mit der Zeit zu Städten heranwuchsen, wurdeHeinrich der Begründer des Bürgerstandes und verdiente sich den Nameneines Städteerbaucrs. Im Vertrauen auf diese Vorkehrungen verweigerte^ nach Ablauf des Waffenstillstandes den Ungarn den bisher entrichteten, tibut und als sie darauf einen Rachezug unternahmen, brachte er ihnen mittelsseiner neugeschaffenen Reiterei in der Schlacht bei Mcrseburg (oder bei Riade or»nus der güldenen Aue) eine große Niederlage bei. Eben so verständig und ze-ucht als tapfer suchte Heinrich die deutschen Länder durch die königliche Gewalt^ einigen und zu verbinden, ohne das eigentümliche Leben der Stämme und«tasten zu vernichten.
r 8- 210. Otto I. der Große schritt auf des Vaters Bahn fort. Wie ^st-derAkser, suchte er durch Verleihung der Herzogwürden und Bistümer an Ver- »rs-wandte und Freunde die Ruhe und Einheit des Reichs zu erhalten den
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^tarnineshaß auszugleichen. Doch erst nach schweren Kämmen gegen feineBruder Tbankmar und Heinrich, mit denen sich Herzog Eberhard vonFranken und Herzog Giselbert von Lothringen verbanden , gelangte er zumRuhigen Besitz der Königswürde. Thankmar wurde am Altar einer Kirche,Wo er Schutz aeiucht erschlagen; Eberhard und Giselbert, von einigen feind-lichen Rittem m der Nähe von Andernach unerwartet überfallen, fanden einen
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