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Das Mittelalter.
8. 213.
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Stiftung größere Bedeutung zu verleihen, rief der König nach Beendigung des»öl». Baues den Papst Benedikt VIII., von dem er auf seinem zweiten Jtalienerzug» 020 . die Kaiserkrönung in der Peterskirche erhalten hatte, über die Alpen, damiter die Kathedrale feierlich einweihe, und stellte dann das Bistum unter denbesonderen Schutz des heil. Vaters. Trotz seiner Hingebung an die Kirche hieltHeinrich doch die deutsche Geistlichkeit unter seiner Hand, lenkte die kirchlichenDinge nach seinem Willen und übte in Rom die Schutzvogtei mit Ernst und»024. Strenge. Nach seiner Rückkehr von der dritten Romfahrt starb Kaiser Hein-rich II. auf seiner Burg Grona bei Göttingen, ein staatskluger, hochgebildeterund redegewandter Fürst, dem die deutschen Interessen mehr am Herzen lagenals die italienischen. Unter dem Kriegsgetümmel der folgenden Zeit ging dieschöne Kultur, die unter den Ottonen durch den Einfluß der ausländischenKaiserinnen und Ottos II. Schwestern in Magdeburg, Halle, Bremen,Bardewiek erblüht war, und die auch Heinrich II. nach Kräften zu wahrengesucht, wieder unter. Die mathematischen Wissenschaften eines Ger-tz ert, der in arabischer und griechischer Weisheit unterrichtet war, so daß erbei den Zeitgenossen als Zauberer galt, die Anfänge der Baukunst, Bild-nerei und Gewerbsamkeit, wodurch sich besonders Bischof Bernwardverdient machte, die lateinischen Dichtungen einer Rhoswitha u. a.gaben Zeugnis von dem geistigen Leben jener Zeit, fanden aber im nächstenJahrhundert wenig Pflege und Fortbildung; doch bewahrten die Lehranstaltendes sächsischen Herrscherhauses die Keime der Kultur. Die von den Ottonenbegünstigte Civilisation und Lebensverfeinerung wurde auch gefördert durchdie Entdeckung der Silberbergwerke des Harzes, indem die dadurchherbeigeführte'Vermehrung des Geldes Handel, Industrie und Kultur hob.Allenthalben erblickt man in dieser Zeck eine Fülle treibender Kräfte; dasdeutsche Reich war „Kern und Stern der abendländischen Welt".
2. Das salisch-fränkische Kaiserhaus (1024—1125).
K°nr-r>n. Z.213. Konrad II.,HerzogvonFranken,einMannvonfestem unbeugsamem
»«ss. Willen und ritterlicher Tu gend, war mehr auf Erweiterung des Reichs und Er-werbung kriegerischer Ehre als auf friedliche Regierung bedacht. Nachdem er inMailand die eiserneKronederLombardenundmRomdieKaiserkroneempfangen, fügte er auch noch das Königreich Burgundien am Genfer See,an der Rhone und am Jura zum Reich. Dies verwickelte ihn in viele Fehden,teils mit den burgundischen Edelleuten und Bischöfen, die sich als unabhängigeLandesfürsten betrachteten und den Gehorsam weigerten, teils mit seinem Sties-sohn Ernst von Schwaben, der nähere Anrechte auf das Königreich geltendmachte und in Verbindung mit seinem Freunde Wels und seinem treuenDienstmann Werner von Kiburg in Süddeutschland die Fahne der Em-pörung aufpflanzte. Beide erlagen nach langem Kampfe, und die Thaten undSchicksale des ritterlichen Herzogs Ernst gingen in die Dichtung und Volks-sage über. Im Norden wurde Schleswig an den dänischen König Kanut(8- 207) abgetreten und die Eider als deutsche Reichsgrenze festgesetzt. KonradsHauptbestreben war auf die Erhöhung der Kaisermacht gerichtet. Drei Mittelschienen ihm dazu besonders geeignet: die allmähliche Aufhebung der herzog-lichen Gewalten und ihre Übertragung auf den Kaiser; die Verleihung der ein-flußreichsten Kirchenämter an Glieder des Herrscherhauses und die Erblichkeitoer kleineren Lehen (Benefizien). In dieser Absicht übertrug er die Herzogs-würde in Bayern, Schwaben und Franken auf seinen Sohn und trachtete nacheiner Gelegenheit, auch über die andern in ähnlicher Weise zu verfügen; durchdas zweite Mittel erlangte er große Gewalt über die Kirche, und auf seinem
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