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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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155
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217.

Das sächsische und sränkische Kaiserhaus.

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bürg; aber die schrecklichen Verheerungen der Normannen erzeugten unter denRömern eine solche Erbitterung, daß der Papst es für ratsam erachtete, sichnach Salerno zu flüchten, wo er im folgenden Jahre starb. Seine letztenWorte: „Ich liebte die Gerechtigkeit und haßte das Unrecht, darum sterbe ichin der Verbannung", geben Zeugnis, daß er mit dem Bewußtsein eines Mär-tyrers aus der Welt gegangen. Ehrgeiz und Herrschsucht waren die Haupt-triebfedern feiner Handlungen, seiner Reden, seiner Gedanken; die Welt be-herrschen durch das Wort, das Ziel feines Lebens. Aber noch waren HeinrichsLeiden nicht zu Ende. In Deutschland hatten die Fürsten einen neuen Geaen-könig, Hermann von Salm, gewählt, und in Italien bereiteten ihm Gre-gors Nachfolger eine Menge Feinde und bannten ihn aufs neue. Zuletzt tratenseine eigenen verführten Söhne gegen ihn auf. Konrad wurde zwar von ihmverstoßen und starb in Unehren;' aber nicht lange nachher erhob auch der bereitsgekrönte H einrich das Schwert Wider den Vater. Der Sohn nahm ihn ge-fangen, nötigte ihn auf einer Fürstenversammlung in Jngelheim, seine Burgenund sein Reich abzutreten, und setzte, als der Kaiser der Haft entkam, denKampf so lange fort, bis Heinrich IV., von Kummer und Unglück gebeugt, inAüttrch dem Tode erlag. Selbst jetzt kam er noch nicht zur Ruhe. FünfJahre lang blieb sein Leichnam zu Speher in ungeweihter Kapelle über derErde stehen, ehe die Beisetzung in der Kaisergruft gestattet wurde. Heinrich IV.war eine hochbegabte Natur, tapfer und großmütig, aber seinen Leidenschaftenund Begierden wußte er nicht zu gebieten und der Geist der Zeit war ihmentgegen. Die „deutsche Treue" fand damals unter den Großen des Reichswenig Geltung.

8- 217. So lange Heinrich V. mit seinem Vater in unrühmlichem Kampfelag, war er mit dem Papst verbunden. Kaum war er aber im Alleinbesitz der «ss.Königswürde, so geriet er gleichfalls über die Investitur mit demselben inStreit. Er nahm in der Peterskirche den Papst Paschälis II. samt den Kardi- ""nälen gefangen, zwang ihm die Kaiserkrönung und einen günstigen Vertragab und brachte es, als Paschalis die Zugeständnisse wieder zurücknahm, nachlangjährigen Kämpfen und Unterhandlungen, während welcher eine zwiespältigePapstwahl Reich und Kirche zerrüttete und Heinrich durch den Bannfluch ausder kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen wurde, endlich dahin, daß durch dasWormser Konkordat, das er mit Papst Calixtus II. vereinbarte, der Jn-vestiturstreit auf billige Weise beigelegt ward. Infolge dieses Vertragssollten die Bischöfe und Äbte in Gegenwart eines königlichen Bevollmächtigtenfrei gewählt und von dem Papst in ihr geistliches Amt eingesetzt, aber vondem Kaiser durch das Scepter mit ihren zeitlichen Besitzungen und Rechtenbelehnt werden. Die Strenge, womit Heinrich die trotzigen Reichsfürsten ge-demütigt, hielt diese ab, bei seinem kinderlosen Absterben den nächsten Ver-wandten des fränkischen Hauses. Friedrich von Hohenstaufen, auf denThron zu heben. Sie wählten Lothar den Sachsen, den Erben Ottos von«°Ls^Nordheim, erzeugten aber dadurch eine verhängnisvolle Spaltung. Denn «s?-als nunmehr die Hohenstaufischen Brüder dem neuen König die Huldigungberfagten, verband sich Lothar mit Herzog Heinrich dem Stolzen von Bayernaus dem Welfischen Hause, indem er ihm seine Tochter vermählte und dieMaßen Besitzungen dieser Familie noch durch die Nordheimschen Erbgüterund den Glanz des Hauses durch die Belohnung mit dem Herzogtum Sachsenvermehrte. Solcher Übermacht vermochten die Hohenstaufen nicht zu wider-stehen. Sie mußten nach einem verheerenden Bürgerkrieg Lothar, der aufemer Romfahrt die Kaiserkrone, aber geringen Ruhm erworben, als Oberherrnanerkennen, und ihn auf seinem zweiten Zuge nach Jtalim begleiten.

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