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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
Entstehung
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183
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8 - 258 .

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Verfall des Ritterwefens und Entartung der Kirche.

diese Angelegenheit, die den Grund zu der großen Macht des luxem-burgischen Hauses legte, zu einem glücklichen Ziel geführt, so wendete er isi»ferne Blicke nach dem lange vergessenen, zwieträchtigen Italien und unter-nahm einen Römerzug. Mit Frohlocken begrüßten die gedrückten Ghibel-nnen die Ankunft des Kaisers und der größte Dichter, Dante von Florenz,der Sänger der göttlichen Komödie (H. 249), feierte seine Erscheinung durcheine lateinische Schrift über die Monarchie und durch Lieder, die bald inaller Mund waren. Heinrich empfing in Mailand die lombardischeKrone, trieb von den Städten OberitaÜens mit Strenge die schuldigen Ab-gaben ein und fand in dem ghibellinischen Pisa eine ehrenvolle Ausnahme.

Aber wie sehr er sich auch bemühte, als Friedensstifter zu erscheinen, dieGuelsen, das stolze Florenz und den König von Neapel an der Spitze,erhoben sich mit Macht Wider ihn, so daß seine Krönung m Rom nur durcheinen fortgesetzten Kampf erzielt werden konnte. Als Heinrich in ToscanaWeckte, um Florenz zu demütigen, starb er plötzlich unweit des Arno imblühenden Mannesalter. Der Jubel der Guelsen über seinen Tod gab dem ****>unbegründeten Verdachte Nahrung, als sei er durch einenDominikanermönch, ausdessen Hand er kurz zuvor die heilige Hostie empfangen, vergiftet worden. Dietrauernden Pisaner beerdigten ihn auf dem Friedhof (Oamxo santo) ihrer Stadt.

Mit dem Tode des Kaisers, der mit der größten Gewissenhaftigkeit das An-sehen der Obrigkeit und des Gesetzes zu befestigen bemüht war, lösten sich alleBande zwischen den einzelnen Staaten und Städten Italiens, Raub und Kriegwütete an allen Orten und Enden. Dennoch blühten Handel und Verkehr,Gewerbe und Wissenschaft, Künste und Poesie wunderbar auf; die menschlicheNatur, unerschöpflich an Hilfsmitteln, ersetzt gewöhnlich den Verlust einesGutes mit dem Besitz eines andern.

8. 258. Heinrichs VII. Tod führte in Deutschland wieder einen Thron-ftcnt herbei, indem von den sieben Kurfürsten, die jetzt gewöhnlich dieWahl vornahmen (drei geistliche: Mainz, Trier, Köln, und vier weltliche:Pfalz, Böhmen, Sachsen, Brandenburg), die einen Ludwig den Bayer, ^we andern Friedrich den Schönen von Österreich wählten. Ein achtjähriger 1 SA-Krieg, den besonders Friedrichs Bruder Leopold mit Leidenschaft betrieb, war * 'die Folge dieses Zwiespalts. Trotz der überlegenen Macht der österreichischenPartei behauptete sich der kriegskundige Ludwig mit Glück gegen sie, besondersseitdem Leopolds Streitkräfte bei Morgarten (H. 254) geschwächt worden.Entscheidendes Übergewicht erhielt Ludwig jedoch erst durch die Schlacht bei »sr».Muhldors (oder Amfing), wo Friedrich besiegt und gefangen ward. Diespätere Volkssage hat diesen Sieg der Kriegskunst des Nürnberger Feldhaupt-Manns Seysried Schweppermann zugeschrieben und mancherlei Märchenan stinen Namen geknüpft. Trotz dieser Niederlage beugte Leopold seinen Sinnwcht zum Frieden. Unterstützt von dem Papste Johann XXII. in Avignon,der über Ludwig Bann und Interdikt aussprach, weil er die Ghibellinen inMailand unterstützt hatte, und von verschiedenen Reichsfürsten, führte Leopoldden Kamps fort und suchte eine neue Königswahl zu veranstalten. Da setzteLudwig seinen gefangenen Gegner auf Schloß Trausnitz in Freiheit, unter der nsr.Bedingung, daß er der Kaiserwürde entsage und seine Partei zum Frieden be-lege. Als aber weder der Papst noch Leopold den Vertrag eingingen, kehrte Fried-?ch- treu seinem Wort, in die Gefangenschaft zurück und rührte durch diesesandere Betragen seinen ritterlichen Gegner so sehr, daß dieser fortan in der innig-sten Freundschaft mit dem Habsburger lebte und sogar die Regierung mitU)in geteilt haben würde, wenn die Kurfürsten nicht wiedersprochen hätten.Leopold starb bald nachher; aber der heftige Papst beharrte bei seinem Groll