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Das Mittelalter.
Z. 300. 301.
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nach deren Beendigung der deutsche Kaiser Sigisruund die ungarische Kronemit seinen übrigen vereinigte und die ständische Vertretung des Landesordnete. Unter den schwachen Nachkommen seiner Tochter wäre Ungarn eineBeute der osmanischen Türken geworden, wenn nicht der heldenmütigeHunyad durch Tapferkeit und Kriegskunst das Land gerettet hätte. Aus Dank-CorvwÄ barkeit dafür verlieh die Nation seinem kräftigen Sohne Matthias Corvinusden ungarischen Thron, auf dem er sich während einer zweiunddreißigjährigen* ' Regierung als würdigen Nachfolger Stephans des Heiligen und Ludwigsdes Großen bewährte. Matthias glänzte in den Künsten des Kriegs wie desFriedens. Er..hielt die Macht der Osmanen in Schranken, erweiterte dieGrenzen gegen Österreich und Deutschland und verbesserte das Kriegswesen. InOfen (Buda) wurde durch ihn eine neue Universität gegründet, eine Biblio-thek angelegt und die Kultur des Volks durch Herberziehung fremder Ge-lehrten und Künstler, Buchdrucker und Baumeister, Gärtner, Landwirte undGewerbsleute nach allen Seiten gehoben. Unter seinen Nachfolgern gingen dieseVorteile wieder verloren. Die Türken drangen erobernd über Belgrad vor; dieWestlichen Erwerbungen wurden durch Friedensschlüsse abgetreten; dabei warddie Königsmacht so beschränkt, daß fortan nicht nur das Steuerwesen, sondernselbst Krieg und Frieden von dem Nationalkonvent abhängig waren undzuletzt die Magnaten alle Gewalt an sich rissen. König Ludwigs II. Fall beiMohacs (§. 307) führte einen Thronstreit herbei, infolgedessen das Land inzwei Hälften gespalten wurde: in Siebenbürgen und Ost-Üngarn bis zurTheiß, das unter türkischer Oberherrschaft stand, und in West-Üngarn, dasFerdinand von Österreich einstweilen mit seinen andern Reichen vereinigte»bis seinen Nachfolgern das Ganze zufiel.
8. Koten.
Z. 300. Die große Ebene an der Weichsel und die Länder an der Oderund Warthe waren von slavischen Volksstämmen bewohnt, die bald voneinem Oberhaupte regiert wurden, bald in mehrere Fürstentümer getrenntWaren. Seit der Bekehrung des Herzogs Miesko (Miecislav) zum Christen-tum durch deutsche Missionare galt Polen für ein Reichslehn, hing aber sehr losemit dem deutschen Kaisertum zusammen, und machte sich unter Friedrich II.ganz davon frei- Vielfache Teilungen schwächten und zerrissen das polnischeReich, so daß sich im 12. Jahrhundert die schlesischen Fürstentümer an derOder ganz ablösten und germanisiert wurden. Bedeutend wurde Polen erst im14. Jahrhundert, als Herzog Wladislaw, genannt Lokietek, die Fürsten-tümer an der Warthe (Posen u. a. O.) als Großpolen mit den Ländern ander Weichsel (Klein-Polen) dauernd vereinigte, sich in Krakau krönen ließKasimir und die Königswürde aus seine Nachkommen vererbte. Sein Sohn Kasimird?sN-°der Große, welcher sein Gebiet über Galizieu und Rotrußland ausdehnteund in Krakau eine Universität errichtete, erwarb sich auch als Gesetzgeberhohe Verdienste um Polen. Aber so sehr er auch die Macht des Adels zumindern suchte und das Städtewesen begünstigte, bei einer so kriegerischen undaller Bildung ermangelnden Nation konnte'kein freier Bürgerstand er-blühen. Die auf den Säbel gegründete Herrschaft blieb fortwährend beimAdel, Geld, Kleinhandel und Gewerbwesen in den Händen der Juden; derBauer führte als leibeigener Knecht ein trübseliges Leben und gewann aufden ergiebigen Weizenfeldern au der Weichsel nur einen ärmlichen Unterhalt.8- 301 . Mit Kasimir erlosch der Mannstamm der Plasten, worauf die^ ^ .. Polen die Krone seinem Schwestersohn Ludwig dem Großen von Ungarnübertrüge«. Von der Zeit an wurde Polen ein Wahlreich; doch blieb dieNation nach Ludwigs Tod zwei Jahrhunderte lang bei dem Geschlechte derJage«»- Jagellonen, die aber für ihre Erhebung dem Adel Steuerfreiheit undandere große Vorrechte gewähren mußten. Unter dem ersten König dieses
SL«.
Wladis-law IV.1305 -1383 .
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Ludwig