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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Das Mittelalter.

Z. 303..

Der Groß-Chan der goldenen Horde von Kaptschak, dessen Herrschersitzund Standlager im Osten der Wolga war, erhob zwei Jahrhunderte langeinen drückenden Tribut von den russischen Fürsten und ihren Unterthanen.Was war gegen ein solches Nationalunglück der Sieg, den AlexanderNewski an der Newa über die Schwertritter davon trug! Alle Befreiungs-versuche der Fürsten von Moskau schlugen fehl und machten das Joch schwerer.Erst als innere Zwietracht die Macht der goldenen Horde gebrochen, gelang^ Großfürsten Iwan Wasiljcwitsch dem Großen von Moskau, sein»»ich der Reich von der Zinspflicht zu befreien und durch glückliche Kriege nach allenA« 3 - Seiten hin auszudehnen. Die reiche, dem Hansebunde angehörende Handels-isos. stadt Nowgorod, die Jahrhunderte lang ein republikanisches Gemeinwesenbesessen, wurde unterworfen und ihrer Rechte beraubt und eine Anzahl derersten Bürger nach andern Städten verpflanzt. Iwan hat nicht bloß dasmoskowitische Reich befreit und erweitert; er war auch Gesetzgeber, Staats-ordner und der eigentliche Begründer der russischen Monarchie. Er traf Ver-fügung über die Thronfolge, damit das Reich nicht ferner geteilt werde, er ließHandwerker und Bauleute aus Deutschland und Italien kommen, um unterseinem ungebildeten Volke die Keime der Kultur zu pflanzen. Zum Schutzeseiner Hauptstadt Moskau legte er den Kreml (Citadelle) an. — Seit derEroberung Konstantinopels durch die Türken wurde der russische Metro-polite (später Patriarch) von den einheimischen Bischöfen gewählt undsomit auch die kirchliche Unabhängigkeit errungen. Iwans Enkel, IwanJw-n Wasiljcwitsch II., der sich zuerst den Titel eines Zar oder „Selbstherrscherswitich ii, aller Reußen" beilegte, eroberte Kasan und Astrakan, dehnte sein Reichbis zum Kaukasus aus und traf Anstalten zur Entdeckung und Unterwer-fung Sibiriens. Durch Errichtung der Schützenschar der Strelzi (Stre-lihen) legte er den Grund zu einer stehenden Kriegsmacht. Mit Iwans Sohniss8. Feodor erlosch der Ruriksche Mannsstamm. — An den Waffe,-fällendes Dnjepr, am Don und am Fuße des Kaukasus lebten die wohlbeittenen,streitfertigen Stämme der Kosaken unter selbstgewählten Häuptlingen in wil-der Unabhängigkeit und steten Kämpfen mit Polen und Mongolen, bis es ^Iwan und seinen Nachfolgern glückte, sie zur Unterwerfung zu bringen.

10. Mongolen und Türken.

Dw-Ngis- H, ZtzZ. Im Anfang des 13. Jahrhunderts zog Dschengis-Chan (Temud- j-1-1227. schin), das Haupt einiger streitbaren Nomadenhorden in der Hochebene Mittel-asiens, auf Eroberungen aus- Er überstieg die chinesische Mauer und unterwarfdas weite „himmlische Reich". Weder Hindostan noch das große Reich der 'Chowaresmier am kaspischen Meer und in Persien widerstand der wildenKraft des vorwärts drängenden Hirtenvolks. Bochara, Samarkand undBalk gingen mit allen Schätzen der Kunst und Wissenschaft in Flammen auf.DschengiZi Chans Söhne und Enkel setzten die Eroberung fort. Batu unter-warf die Länder nordwärts vom schwarzen Meer, machte Rußland zins-Pflichtig, verbrannte Krakau, füllte Polen und Ungarn mit Mord und >grauenhafter Verwüstung. Zuletzt überschritten die Mongolen (auch Ta-taren genannt) die Oder; Breslau ging in Rauch auf; Herzog Heinrichvon Niederschlesien fiel mit dem Kerne seiner christlichen Streiter auf deri 2 «. Wahlstatt bei Liegnitz unter den Streichen der heidnischen Nomaden; allesVolk flüchtete sich in die Berge; das ganze Abendland zitterte, da Kaiser undPapst, in heftigem Hader begriffen (Z. 236 f.), nichts zur Rettung der Christen-heit beitrugen. Zum Glück gingen die Feinde nicht weiter. Die Tapferkeitder europäischen Kämpfer und die festen Burgen schreckten sie ab. Sie kehrtenzurück aus dem Lande, wo keine Reichtümer lockten, und trugen ihre Waffengegen das üppige Khalifenreich in Bagdad, dem sie ein blutiges Ende be-