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Das Mittelalter.
Z. 307.
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Moham-med II.I1S1-1181.
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Prächtige
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läolögus durch eine Vereinigung der morgenländischen Kirche mit der römischensich die Hilfe des Abendlandes zu verschaffen. Zu dem Zweck begab er sich mitdem Patriarchen und vielen Bischöfen nach Italien, wo man sich auf dem Kon-zil zu Florenz nach langen, heftigen Disputationen über einige religiöse undkirchliche Fragen zu einem zweideutigen Vertrag einigte, der aber von deneifrigen Bekennern beider Kirchen, verworfen wurde und die Spaltung größermachte als zuvor. Doch hatte die Übereinkunft zur Folge, daß der Papst durchseinen Legaten Julian die christlichen Fürsten zu einem Kreuzzug Wider dieTürken zu vereinigen und mittlerweile die Ungarn und Polen zu einem Angriffauf das osmanische Reich zu bereden suchte. Ladislaus, König von Ungarnund Polen, und der heldenmütige Hunyad von Siebenbürgen setzten über dieDonau, wurden jedoch in der blutigen Schlacht bei Varna aufs Haupt geschla-gen. Der junge König war unter den Getöteten; sein Kopf wurde auf einemSpieß umhergetragen; den Legaten Julian ereilte der Tod auf der Flucht.
Z. 307. Als nach Murads II. Tod sein thatkräftiger, aber blutdürstigerSohn Mohammed II. Sultan der Osmanen ward, nahte die letzte Stundedes byzantinischen Reichs. Entschlossen Konstantinopel zu seinem Herrscher-sitz zu machen, schritt er zur Belagerung der Stadt und bedrängte sie durchwiederholte Stürme fünzig Tage lang dergestalt, daß sie trotz der tapfern Ver-teidigung sich nicht länger mehr halten konnte.^ Als die Mauern erstiegenwurden, mischte sich der letzte Kaiser KonstantiMin dem noch Sinn für alteRömergröße, für Freiheit, Religion und Vaterland lebte, in den dichtestenHaufen der Streitenden und fiel tapfer kämpfend auf den Wällen feiner Haupt- >stadt. Der alte Sitz byzantinischer Herrlichkeit ward die Residenz des Sultans.
Die Sophienkirche wurde in eine Moschee verwandelt und auf den Trüm-mern christlicher Bildung pflanzte der Islam den Halbmond auf. Dem iFall von Konstantinopel folgte die Eroberung von Griechenland, mitMorea (Peloponnes) und die Unterwerfung der Donauländer. Umsonstbemühten sich die Päpste Nikolaus V. und Pius II. (Äneas Sylvius), deneingeschlummerten Religionseifer zu neuen Kreuzzügen Wider den Feind derChristenheit zu wecken; nur einige ungeordnete Scharen zogen unter dem Fran-ziskanermönch Capistrano dem heldenmütigen Hunyad in das bedrängteBelgrad zu Hilfe; zu einem gemeinsamen Waffengang war das Abendland ,nicht mehr zu begeistern. Nur in den Berggegenden von Albanien und Epi-rus behauptete der streitbare Held Alexander Castriota (Seanderbeg) biszu seinem Tod eine unabhängige Herrschaft, und Üngarns Selbständigkeitrettete Hunhads letzter Sieg bei Belgrad. Aber unter Suleiman (Soli-man) dem Prächtigen, der den Johanniterrittern nach dem tapfersten !Widerstand die Insel Rhodus (H. 227) entriß, kam nach der schrecklichen ^Schlacht bei Mohacs auch die Hälfte von Ungarn mit Ofen in die Gewaltder Osmanen, die nun sogar verheerend bis vor die Mauern von Wienrückten und das ganze Abendland in Schrecken setzten. Unter Soliman hattedas türkische Reich seinen weitesten Umfang und seine größte innere Stärke. InAsien umfaßte es Syrien und alles Land bis zum Tigris, in AfrikaÄgypten und die Nordküste mit den Seeräuberstaaten Algier, Tunis,Tripolis. Nach Soliman, der in hohem Alter vor Sigeth in Ungarn starb(bei dessen Verteidigung der hochherzige Zriny den Heldentod fand), verfielallmählich die Macht der Türken. Die Janitscharen erschlafften, die Richterund Statthalter ließen sich bestechen, Druck und Erpressungen entvölkerten dieProvinzen. Bald lagerte sich Verwilderung und Öde über die Länder desbyzantinischen Reiches, und da, wo einst reiche Städte und emsig bestellteFluren Zeugnis gaben von der Regsamkeit und Thätigkeit der Bewohner, er- Iblickt man jetzt allenthalben Verfall und stumpfe Trägheit; wo die Türkenihren Fuß hinsetzten, zertraten sie die Keime des Lebens.