8- L28. Die Kriege der Habsburger wider Frankreich. 231
spanischen Feldherrn Pescara zu verbinden. Allein Mangel an Sold undLebensmitteln brachte die vereinigte Armee bald in große Not, indes das reicheLager der Franzosen alles im Überfluß besaß. Diesen Umstand benutztenBourbon und Frundsberg, um die Landsknechte zu einem stürmenden AngriffWider dasselbe aufzureizen. Aus einem nächtlichen Überfall entspann sich dieblutige Schlacht bei Pavia, worin die Franzosen geschlagen wurden. Franz I.selbst mußte sich nach ritterlichem Kampfe ergeben und als Gefangener nachMadrid wandern. 10 000 schmucke Krieger fanden auf dem Schlachtfeldoder in den Wellen des Tefsin ihren Tod. Nach einjähriger Gefangenschaftwilligte Franz mit innerem Widerstreben in den Madrider Frieden, woriner schwur, seinen Ansprüchen aus Mailand zu entsagen und das HerzogtumBurgund abzutreten. Kaum war jedoch der König, nach Auslieferung seinerbeiden Söhne als Geißeln, auf französischem Boden wieder angelangt, so ent-band ihn der Papst seines Eides und schloß mit ihm, mit dem König vonEngland und einigen italienischen Fürsten die heilige Liga (Bund), umItalien von der spanischen Herrschaft zu befreien. Von neuem brach jetzt dieKriegswut in Italien los; von neuem wirbelte die Trommel in den deutschenStädten zur Anwerbung von Landsknechten. Da es gegen den Papst ging, soeilten die lutherisch Gesinnten scharenweise herbei, so daß der tapfere Frunds-berg in kurzem ein mächtiges Heer über die Alpen führen und sich mit Bourbonverbinden konnte. Aber bald fehlte es an Geld, um den Sold zu zahlen; einAufstand im Heer machte aus Frundsberg solchen Eindruck, daß er durch einenSchlagfluß sprachlos wurde und bald darauf starb. Die Truppen begehrtennach Rom geführt zu werden und Bourbon gab ihrer Forderung nach. Eswar am 6. Mai 1527, als die spanischen und deutschen Söldner die MauernRoms erstiegen. Unter den ersten Gefallenen war Bourbon. Ohne Führerergossen sich die raubgierigen Scharen über die Straßen der Stadt und be-gingen arge Frevel. Die reichen Paläste und Wohnhäuser wurden geplündert,die Kirchen ihres Schmucks und ihrer Gesäße beraubt; mit Mummereien undlächerlichen Aufzügen höhnten die Deutschen Papst und Kardinäle. Clemensmußte seine Freiheit unter harten Bedingungen erkaufen und benutzte die ersteGelegenheit zur Flucht. Der Kaiser bezeugte Schmerz und Unmut über dieUnbill, die das Haupt der Christenheit erfahren, so sehr er sich auch im Herzenüber dessen Demütigung freuen mochte. Unterdessen machten die FranzosenEroberungen in Oberitalien und rückten dann in Neapel ein, um dieses König-reich den Spaniern zu entreißen. Da aber ihr Heer durch die Pest Not littund auch die Zahl der kaiserlichen Landsknechte durch ihr schwelgerisches Lebenin Rom auf die Hälfte herabgeschmolzen war, so sehnten sich beide Teile nachFrieden. Ünter Vermittelung von Franzens Mutter und Karls Tante ver-einigten sich die hadernden Könige in dem Damcnfrieden von Cambray da-hin, daß Franz seinen Ansprüchen auf Mailand entsagte und für die Be-freiung seiner Söhne zwei Millionen bezahlte, dagegen im Besitz von Burgundverblieb. Ludwig Moros Sohn Maximilian Sforza erhielt das Herzog-tum Mailand als Reichslehen zurück. Bald machten auch der Papst und dieitalienischen Fürsten ihren Frieden. Karl wurde von Clemens, der mit ihmin Bologna unter einem Dache wohnte, mit der lombardischen und römi-schen Krone gekrönt und versprach ihm dafür Ausrottung derKetzerei,sowieZurückführung der vertriebenen Mediceer nach Florenz. Das letztere ge-schah; Florenz wurde erobert und seiner republikanischen Verfassung beraubt(ß. 289); die Herstellung der kirchlichen Einheit dagegen stand in keines Men-schen Hand mehr. Der Reichstag von Augsburg, der zu diesem Zweckenunmehr ausgeschrieben wurde, führte nicht zu dem erstrebten Ziel (Z. 324).
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