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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Die neue Zeit. §. 327. 323-

und die Asche den Winden preisgegeben. Dieser Ansgang bewirkte, daß invielen der Neuerung günstigen Orten die alte Kirche Wiederhergestellt wardund daß auch in der Schweiz eine kirchliche Trennung sür alle Zukunft eintrat.

2. Die Lriege der Habsburger wider Frankreich.

327. Karl V. beherrschte ein Reich, wie seit Karls des Großen Tagenkeines bestanden. In minderjährigem Alter war er schon Herr der reichenNiederlande, die ihm als väterliches Erbe zugefallen (§. 294), als Jünglinggelangte er (nach dem Tode seines mütterlichen Großvaters Ferdinand desKatholischen) zu dem Besitz der vereinigten spanischen Monarchie mit demreizenden Königreiche Neapel und Sicilien, sowie den neuentdeckten Län-dern Amerikas und Westindiens, als angehender Mann erbte erdiehabs-bnrgisch-österreichischen Staaten (die er seinem Bruder Ferdinand zurVerwaltung überließ) und ward durch die Wahl der Kurfürsten der Nach-folger feines Großvaters Maximilian auf dem deutschen Kaiscrthron.Mit Recht konnte er also sagen, daß die Sonne in seinem Reiche nieuntergehe. Er war ein Mann von seltener Klugheit und unermüdlicherThätigkeit; groß im Kabinet als Ordner der Staatsgeschäste und tapfer imFelde als Führer der Heerscharen. Karls Gegner und Nebenbuhler warKönig Franz I. von Frankreich, ein lebenskräftiger schöner Mann, der wegenseiner Liebe zu den Künsten und Wissenschaften, wegen seiner ritterlichenGewandtheit und Tapferkeit im Felde eben so sehr gepriesen ward, wie ihmseine despotische Regierungsweise, seine Wollust und Genußsucht und seineHingebung an schöne Frauen (Maitressen) zum Vorwurf gereichten. ZwischenFranz und Karl bestand eine unvertilgbare Eifersucht. Beide wollten dieersten Fürsten Europas sein und bewarben sich daher eifrig um die deutscheKaiserkrone, die diesen Vorzug allein verleihen konnte. Karl siegte, und seit-dem war Franz dessen entschiedener Feind und suchte die Macht desselben aufalle Weise zu schwächen. Daraus entstanden vier Kriege, wozu hauptsächlichMailand die Veranlassung bot. Dieses schöne Herzogtum befand sich seit derSchlacht von Marignano (ß. 286) in den Händen der Franzosen; aber Karlsprach dasselbe als deutsches Reichslehen an und führte gegen die Franzosenund ihre Bundesgenossen, die Schweizer, ein großes Heer, dessen Kern deutscheLandsknechte unter den tapfern Rottenführern Frundsoerg, Schärtlinu. a. bildeten. Damals wurden die Kriege nur mit Miettruppen geführt undkeine Nation konnte sich mit den Helvetiern und Deutschen messen; ihrenHandbüchsen erlag die ritterliche Kriegskunst früherer Zeit, wie die Burgender Gewalt des groben Geschützes. Die Franzosen wurden besiegt. Nacheinigen blutigen Gefechten verloren sie Mailand und Genua und mußtensich über die Alpen zurückziehen. Auf diesem Rückzug fiel der tapfere Bahard,der Ritter ohne Furcht und Tadel" , durch die Kugel eines deutschen Haken-schützen. Geführt von dem Connetable von Bourbon, dem reichsten undmächtigsten Edelmann Frankreichs, der in Karls V. Dienste getreten war, umsich an dem französischen Hofe wegen Beleidigungen und Rechtsverletzungenzu rächen, rückte nunmehr das kaiserliche Heer in das südliche Frankreich ein,sah sich aber bald durch den tapfern Widerstand der Bürger von Marseillezum Rückzug genötigt.

8- 328. Um die Schmach der Niederlage zu tilgen und das VerloreneWieder zu gewinnen, zog jetzt Franz I. selbst an der Spitze eines stattlichen,Wohlgerüsteten Heeres nach Italien. Da er aber vor den Mauern Paviaslange hingehalten ward, gelang es dem thätigen Bourbon, aus den deutschenLanden neue Scharen von Landsknechten an sich zu ziehen und sich mit dem