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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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8- 361. 362. Das Zeitalter Philipps II. und Elisabeths.

Mühend und mächtig aus dem Kampfe hervor. Seefahrt und Handel nahmenklNen großen Aufschwung, seitdem die Holländer (besonders die im Jahr 16028sgründete ostindische Kompanie) direkte Handelsverbindungen mit Indien ein-engen und den Portugiesen viele Ansiedelungen entrissen. Batavia auf der Insel3ava wurde der Mittelpunkt ihres einträglichen Handels. Die Verfassung derbereinigten Staaten, die hauptsächlich von dem großen Staatsmann Olden-narueveld ausgebildet wurde, war republikanisch. Die aus Abgeordneten derneben Landschaften bestehenden Generalstaaten besaßendie gesetzgebende Macht;

"er hohe Rat, den Statthalter an der Spitze, leitete die Regierung, dasKriegswesen dagegen und der Oberbefehl über die Land- und Seemacht standendem Statthalter (aus dem Hause Oranien) allein zu. Zugleich blühten Künsteund Wissenschaften fröhlich auf, besonders fand die Altertumskunde (Philo-^gie) aus holländischen Universitäten sorgsame Pflege, und in der Malerei wett-°lferten die niederländischen Künstler (Z. 370. 6.) mit den großen italienischen Mei-stern. Aber von den unheilvollen Religionskämpsen blieb auch das Protestan-chche Holland nicht befreit. Ein Streit über die calvinische Lehre von der Gnadenwahl(Prädestination) und über das Verhältnis von Kirche und Staat teilte das LandR zwei Parteien, eine strenge (Gomaristen), zu der sich Moritz von Oranienustt seinem Anhang hielt, und eine gemäßigte (Arminianer), welche Olden-"arneveld und Hugo Grotius zu Vorfechtern hatte. Jene waren zugleich fürstrenge Scheidung der Kirche vom Staat, während diese beide in die engste Verbin-dung setzen und die Kirche der Staatsgewalt unterordnen wollten. Die Dordrech- rsik.^r Synode entschied zu Gunsten der Gomaristen, woraus der hochverdiente^jährige Oldenbarneveld aus dem Blutgerüste starb, und Hugo Grotius, der ge-ehrte Geschichtschreiber der niederländischen Freiheitskämpse und der Begründer desStaats- und Völkerrechts nach den Grundsätzen der Alten, in den Kerker wandernUlußte, bis er durch die List und Treueseiner Gattin in einer Bücherkiste gerettet wurde.

e) Frankreich während der Religionskriege.

§.361. Während dieser Zeit wüteten auch in Frankreich heftige Reli-gionskriege. König Heinrich Ü., ein strenger Widersacher der HugenottenA, 342), starb infolge einer Wunde, die er bei einem Turnier empfangen, isss.^?in schwacher, kränklicher Sohn Franz II. wurde sein Nachfolger. DieserUMr vermählt mit der reizenden Maria Stuart von Schottland, weshalb is«o.Mn Oheime, die Guisen, großen Einfluß bei Hof gewannen. Als eifrigeAnhänger der katholischen Kirche und des Papsttums benutzten die Guisen ihreMe Stellung zur Unterdrückung der Reformierten, gaben aber dadurch ihrenGegnern, insonderheit dem Prinzen von Condö von der Familie Bourbon,und dem Admiral v. Coligni, Gelegenheit, sich durch Anschluß an die Huge-notten zu stärken. Die Parteiung wuchs mit jedem Tag; die einen suchtenaukpvn rir link nrit kk>8 AkninL Same den Tieü ZU dei>

Minderjährigkeit des neuen Königs Karl IX. trat die Königin-Mutter K->ri ir.Katharina v. Atedicis an die Spitze der Regierung, und die Bourbons rsri.Nahmen die ihrer Geburt entsprechende Stellung ein. Erzürnt über ihre Zurück-Wung, begaben sich die Guisen mit ihrer Nichte Maria Stuart nach Loth-rwgün, von wo aus letztere bald nachher mit Wehmut und Trauer ihre Rück-st? nach Schottland antrat.

8- 362. Die Entfernung der Guisen vom Hofe war für die Reformierten