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8 - 377 . 378 .
Der dreißigjährige Krieg.
Febr.
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M. Mailssr.
tionsedikts entgegensahen, erschien ein fremder Kriegsheld auf deutschemBoden — der Schwedenkönig Gustav Adolf.
d) Schwedens Einmischung — Gustav Adolf «nd Wallenstei«.
8- 377. Teils um den Protestantismus in Deutschland zu schützen, teilsWn Schwedens.Macht an den Küsten der Ostsee zu befestigen und die drohendeVergrößerung Österreichs in Norddeutschland zu verhindern, beschloß GustavAdolf, der Enkel von Gustav Wasa (§. 349), sich in den deutschen Krieg zuMischen. Er wurde unterstützt von dem klugen Kardinal von Ri ch eli eu(Z. 400),der damals Frankreich regierte und mit Eifersucht auf die wachsende Größe desHauses Habsburg blickte. Sobald Gustav Adolfs Landung an PommernsKüste erfolgt war, übergab der alte Herzog von Pommern sein von den kaiser-lichen Truppen grausenhaft verwüstetes und mißhandeltes Land den Schweden.Gustavs Frömmigkeit und die strenge Mannszucht seiner Soldaten, die sichZweimal täglich zür Andacht um ihre Feldprediger sammelten, bildete einenausfallenden Abstand gegen die verheerende Kriegsweise Tillys und Wallen-sterns, daher das Volk die Schweden und ihren hochsinnigen König anfangsüberall als Retter und Befreier begrüßte. Nicht so die Fürsten, die aus Furchtbor des Kaisers Rache das angebotene Bündnis zurückwiesen und auf demLeipziger Fürstentag den Beschluß faßten, eine neutrale Stellung zu beob-achten. Die Kurfürsten von Brandenburg und Sachsen verweigerten denSchweden den Durchzug durch ihr Land; und als sich deshalb Gustav AdolfWit Unterhandlungen aufhielt, wurde Magdeburg nach wiederholten StürmenbonTilly undPappenheim erobert und zerstört. Von Raubsucht und Nach-gier getrieben, stürmten die entmenschten Kriegsscharen, denen eine dreitägigePlünderung zugesagt war, in die unglückliche Stadt, die nunmehr der Schau-platz entsetzlicher Greuel ward, bis eine von allen Seiten unaufhaltsam sichfortwälzende Feuersbrunst dieselbe zuletzt in einen Aschenhaufen verwandelte.Die Domkirche, wo der Sieger ein Te Deum singen ließ, das LiebsrauenklosterUnd einige Fischerhütten waren die einzigen Reste der blühenden Reichsstadt.
ß. 378. Drohend wandte sich jetzt der Zerstörer Magdeburgs gegenSach-wn. Da schloß der Kurfürst in der Angst seines Herzens einen Vertrag mitGustav Adolf, um mit schwedischerHilfe Tillys mordbrennerische Scharen vonseinem Lande abzuhalten. Bald kam es zur Schlacht von Leipzig und Brei-lenfeld, wo die kaiserlich-ligistischen Truppen gänzlich geschlagen wurden. Lilly,der selbst in Lebensgefahr schwebte, mußte sich nach großen Verlusten eilig nachdem Süden ziehen, indes der Schwedenkönig sich dem Main und Rhein zu-wandte. Noch vor Ablauf des Winters war das Bistum Würzburg und dergrößte Teil der Unterpfalz in schwedischen Händen und auch die Städte amRhein gerieten in Gustav Adolfs Gewalt, als er bei Oppenheim den Über-gang über den Rhein bewerkstelligt und die Spanier zurückgeschlagen hatte.An Frühjahr zog er dann über Nürnberg an den Lech, wo Lilly eine festeStellung genommen. Die Schweden erzwängen den Übergang über den wohl-Meidigten Fluß. Bei der Erstürmung der Schanzen wurde Lilly durch eineIüückkugel so gefährlich verwundet, daß er vierzehn Tage nachher in Jngolstadtwarb, noch im Augenblick des Todes mit kriegerischen Gedanken beschäftigt.Mr Krieg füllte des Feldherrn ganze Seele. Einfach und mäßig in seiner Le-bensweise, verschmähte er Geld und Güter, wie Titel und Würden. SinnlicheGenüsse waren ihm eben so fremd, wie höhere Bildung und Adel der Gesin-jwng. Nach der Besetzung von Augsburg, wo der evangelische Gottesdienstwiederhergestellt wurde, rückte Gustav Adolf, begleitet von Friedrich V., inBayern em und bezog als schonender Sieger das von dem Hof verlassene
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