Buch 
Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
Entstehung
Seite
272
JPEG-Download
 

272

Die neue Zeit.

tz. 386. 387.

Karl XI.1880-1SS7.

Jalob Ii«»z

seine bisherige Macht und unabhängige Stellung, er wurde durch Titel undOrden an den Thron gefesselt. Auch in Schweden wurde durch den staatsklu-gen und strengen Karl XI. die hohe Macbt des Adels gebrochen, indem er mitHärte das entfremdete Krongut zurückforderte; die alten Einrichtungen ließ erjedoch bestehen.

2. Dir englische Thrormmwähuilg und die Vertreibung -er Ztuarts.

») Die beide« ersten Stuarts.

§. 386. Marias Sohn, Jakob I., war ein schwacher, pedantischer Fürst, von1824 . beschränktem Verstand und verschrobener Bildung. Ausgewachsen unter dem Ge-zänke presbyterianischer Prediger, war er besonders mit theologischer Gelehrsamkeitausgerüstet und befaßte sich gerne mit kirchlichen Streitfragen. Er setzte hohen Wertdaraus, in Schrift und Rede als tiefer Gelehrter zu gelten, und verfaßte selbst meh-rere Bücher, aber die zum Herrschen erforderliche Einsicht und Klugheit mangelte ihmgänzlich. Baco von Verulam, der berühmteste Philosoph seiner Zeit, der unter ihmdie Stelle eines Lordkanzlers und andere hohe Staatsämter bekleidete, wurde vorGericht schwerer Amtsvergehen überführt und an Gut, Freiheit und Ehre gestraft.Aus Furchtsamkeit friedliebend, brachte Jakob der äußern Ruhe die Ehre desLandes zum Opfer und in seiner Gunst war er so verschwenderisch, daß er sich vonseinen oft unwürdigen Günstlingen ganz und gar leiten ließ. Unter diesen übte be-sonders der durch seine körperliche Wohlgestalt ausgezeichnete Georg Villiers,Herzog von Buckingham, den größten Einfluß aus. Von der Königsmachthegte Jakob die übertriebensten Vorstellungen. Er war fest überzeugt, daß sie un-mittelbar von Gott herrühre und unumschränkt sei, und suchte die Beweise dafürim altm Testament. Darum haßte er die presbyterianische Kirche Schottlands,nach deren demokratischen Grundsätzen der König nicht höher stand als jedes Gliedder Gemeinde, und war der bischöflichen Kirche Englands, worin der König Ober-haupt und Quelle aller geistlichen Macht war, sehr zugethan.Kein Bischof keinKönig!" wurde darum der Wahlspruch aller Stuarts, und die Einführung derbischöflichen Kirche in Schottland, sowie die Unterdrückung der Puritanerin England war fortan das Hauptbestreben der ganzen Familie.

ß.387. Drei Ereignisse sind unter Jakobs Regierung besonders bemerkens-wert: Die Pulververschwörung, die Brautfahrt des Prinzen van Walesund der wachsende Widerstand im Parlament. 1) Jakob hatte den eng-lischen Katholiken, um sie für seine Thronbesteigung günstig zu stimmen, Dul-dung verheißen. Kaum saß aber die Krone fest auf seinem Haupte, so trieb er,Wie auch Elisabeth gethan, von den katholischen Nichtübereinstimmern(Nonkonformisten, Rekusanten) ein hohes Kopfgeld ein, um seine Günstlingezu bereichern und seine Hoffeste zu bestreiken. Darüber gerieten die getäuschtenKatholiken in Wut. Es bildete sich eine Verschwörung, um bei Eröffnung desParlaments den König und alle Glieder des Ober- und Unterhauses vermittelsteiner im Keller des Parlamentshaufes zu veranstaltenden Pulverexplosion indie Lust zu sprengen und dann die Regierung zu ändern. Durch eine schrift-liche Warnung, die einem katholischen Lord zuging, wurde der Anschlag kurzrs»s^ ^ der Ausführung entdeckt und vereitelt. DerHauptschuldige(GuyFawkes)ward ergriffen und hingerichtet; die andern Teilnehmer flohen und erregteneinen bewaffneten Aufstand, m welchem die meisten umkamen. Alle KatholikenEnglands mußten alsdann schwere Geldstrafen erlegen und dem König einenbesonderenEid der Treue" leisten. 2) In seinem Stolze glaubte Jakob,nur eine Königstochter ersten Ranges sei würdig, die Gemahlin seines Sohneszu Werden, und ließ daher um die Hand einer spanifchen Prinzessin wer-