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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Die neue Zeit.

Z. 400.

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eigentliche Erbin, war kurz vor der Königin Anna gestorben. Zwei Versucheder Stuarts, das Haus Hannover (Braunschweig) gewaltsam zu ver-drängen und sich des englischen Throns wieder zu bemächtigen, nahmen einenunglücklichen Ausgang (H. 417).

3. Das Zeitalter Ludwigs XIV.

a) Richelieu und Mazarin.

8- 400. Die erste Rcgierungszeit des schwachen Ludwig XIII., der beiseines Vaters, Heinrichs IV., Ermordung (H. 365) erst neun Jahre zählte,' war für Frankreich unheilvoll. Während die Königin-Mutter. Maria vollMedicis, die Regentschaft führte, übten italienische Günstlinge großen Ein-fluß auf die Regierung, bereicherten sich mit französischem Gut und verletztendurch ihren Übermut den Nationalstolz. Erbittert darüber griffen die franzö-sischen Edelleute zu den Waffen und stillten das Reich mit Auffänden undkriegerischer Unruhe. Als Ludwig XIII. endlich nach Eintritt der Volljährig-keit selbst die Regierung übernahm, gab er zwar zu, daß die fremden Günst-linge durch Mord und Hinrichtung entfernt wurden und Verbannte seine Muttervom Hof; aber das Volk gewann dadurch nicht viel. Die neuen Günstlinge,denen der unselbständige König nunmehr sein Vertrauen zuwandte, warenweder an Tugend, noch an Talent vor den früheren ausgezeichnet; daher auchsowohl die Großen des Reichs, als die in ihren Rechten gekränkten Huge-notten sich abermals gegen die Regierung erhoben und das Land in neueVerwirrung stürzten. Dieser traurige Zustand fand erst sein Ende, als derKardinal von Richelieu in den Staatsrat trat und einen gänzlichen Umschwungder Dinge herbeiführte. Dieser große Staatsmann behauptete achtzehn Jahrelang eine fast unumschränkte Gewalt im Reich und am Hose, obwohl ihn derKönig nie liebte, die Königin und der Adel fortwährend an seinem Sturzearbeiteten, eine ganze Reihe von Kabalen und Verschwörungen gegen ihn er-sonnen wurde. Die Größe seines Geistes überwand alle Hindernisse, gliche-lieus Streben war auf Vergrößerung und Abrundung Frank-reichs nach außen, auf Hebung und Kräftigung der Königs-macht nach innen gerichtet.

Um das erstere zu erreichen, suchte Richelieu das Haus Habsburg zu schwä-chen und trat daher sowohl in Deutschland zur Zeit des dreißigjährigen Kriegs(H. 381), als in Italien und anderwärts mit den Feinden des Kaisers m Verbin-dung-, um im Innern zu seinem Ziel zu gelangen, unterließ er die Einberu-fung der Reichsstände (die im I. 1614 zum letztenmal versammelt waren),brach die Macht des Adels wie des unabhängigen Beamten- und Richterstandesin den Parlamenten und bekämpfte mit seinem allezeit schlagfertigen Heer dieHugenotten, die im südlichen und westlichen Frankreich einen fast unabhängige«Bund mit eigenen Festungen, einer streitbaren Bürgermacht und großen Vorrechte«bildeten. Nachdem er in drei Kriegen die wichtigsten Hugenottenstädte (Nirnes,Montauban, Montpellier u. a.) erobert und ihrer Festungswerke beraubt, auch end-lich nach einer Belagerung von vierzehn Monaten das Bollwerk der Calvinistc«,La Nochelle, zuFall gebracht, raubte er ihnen ihre politischen Vorrechte und ihre un-abhängige Stellung, gewährte ihnen aber durch das Gnadenedikt von NirnesReligionsfreiheit und gleiche Rechte mit den katholischen Unterthanen. — Durch dreEntwaffnung der Hugenotten war den unruhigen Großen ihr stärkster Rückhalt ge-nommen , daher der Kamps gegen diese mit mehr Erfolg geführt werden konnte.Durch Hinrichtungen und Verbannungen wurden die Verwegensten hinweggeräumt;selbst die Königin-Mutter und ihr zweiter Sohn, der Herzog von Orleans, die

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