Z. 495.
Die französische Revolution (Direktorialregierung).
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dents, sie möchten bei den neuen Wahlen durch die Royalisten verdrängt wer-ven. Sie machten daher zu der Verfassungsurkunde noch Nachfugen, worinausgesprochen war, daß zwei Drittel der beiden gesetzgebenden Räte aus Kon-Antsmitgliedern gewählt werden müßten. Gegen diese und einige andere^ahlbeschränkungen erhoben die Royalisten Einsprache, und als dieselbe erfolg-blieb, veranstalteten sie den Aufstand der Sektionen. Da übertrug derKonvent dem Korsen Napoleon Bonaparte die Bekämpfung der im Aufstandbegriffenen Royalisten, denen sich alle Gegner der Republik und Revolutionangeschlossen. Der in den Straßen von Paris erfochtene Sieg vom 13. Ven-derniaire verschaffte den Republikanern des Konvents die Oberhand und dem26jährigen Napoleon den Oberbefehl über die italienische Armee. Einige Tage^ach seiner Ernennung feierte er seine Hochzeit mit der Witwe des enthaup-teten Generals Beauharnais, Josephine, der schönen anmutsvollen Tochtersiyes französischen Offiziers aus der Insel Martinique, Lascher dela Pa gerie,°se er durch Barras hatte kennen gelernt, und die er leidenschaftlich liebte, ob-wohl sie mehrere Jahre älter war als er.
5. Frankreich unter der Direktoriat-Kegieruna (26. Okt. 1795 bis9. tlovbr. (18. Srumairej 1799).
§. 495. Bonaparte in Italien. Die französische Armee in SavoyenUnd an der italienischen Grenze war im traurigsten Zustande. Die Sol-daten litten an allem Mangel. Da erschien Napoleon als Obergeneral und inkurzem wußte er die mutlosen Truppen so zu begeistern und an sich zu fesseln,°aß sie unter seiner Leitung jeder Gefahr mutig entgegengingen. Wo Ruhm-begierde und Ehrgefühl nicht mächtig genug wirkten, da dienten die SchätzeM reichen Italiens als Sporn zur Tapferkeit. Im April schlug Napoleon beiMllesimo und Montenotte den fast achtzigjährigen österreichischen Feld-herrn Beaulieu, trennte durch diese Siege die Österreicher von den Sar-PNiern und setzte den König Victor Amadeus durch einen raschen Zug gegen^urin so in Schrecken, daß dieser in einen nachteiligen Frieden willigte,Avrin er Savoyen und Nizza an Frankreich abtrat, dem Heerführer sechsFestungen überließ und die drückende Verpflichtung einging, den französischen^rmeeen jederzeit den Dnrchzug durch sein Land zu gestatten. Durch diese und^urige andere lästige Bedingungen wurde das Königreich ganz von Frankreichanhängig, daher auch nach des Königs baldigem Tode sein Sohn Karl Ema-kuel IV. (1796—1802) Piemont den Feinden überließ und mit seiner Familie?ach der Insel Sardinien übersiedelte. Eben so rasch war Napoleons Sieges-lauf in ganz Oberitalien. Nach dem denkwürdigen Übergang über die Brücke??n Lodi zog er in das österreichische Mailand ein, unterwarf die lombar-suschen Städte und schreckte die kleinen Fürsten so sehr durch sein Waffenglückaud seinen Übermut, daß sie um jeden Preis den Frieden von dem Sieger zuNalten strebten. Napoleon trotzte den Herzögen von Parma, Mooena,äZskana u. a. große Geldsummen und wertvolle Gemälde, Kunstschätze undSchriftwerke ab. Er verfuhr wie einst die römischen Feldherren, die er ausFlutarchs Lebensbeschreibungen kannte; er bereicherte die französische Haupt-lladt mit den Erzeugnissen des Geistes, um das schaulustige und eitle PariserAlk zu ergötzen. Mit den erpreßten Geldsummen unterstützte er die schwacheArektorialregierung. — An die Stelle des alten Beaulieu trat nun Wurmser.Aer auch dieser wurde bei Castiglione geschlagen und darauf in MantuaMagert. Das zu seiner Befreiung unter Alvinzi abgesandte Heer erlitt dreiNiederlagen (bei Arcöle, Rivolr, La Favorit«), wodurch die ganze öster-reichische Kriegsmacht in Italien aufgerieben, zersprengt oder gefangen ward.
L Okt.irvä.
8. Mär,1798.
1798.
Sardinien.
Mai-
Lombardei
10. Mai118«.
S. NuaastI7UÜ.
Novbr.
1798-
Jamiar
1797.