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Zeitalter der Revolutionen und Restaurationen.
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I Januar der Neujahrsnacht setzte Blücher, dem der geniale Gneisenau als Leiter >des GeneralstaLs zur Seite stand, zwischen Mannheim und Koblenz an ver-schiedenen Orten mit der schlesischen Armee über den deutschen Strom, indesSchwarzenberg mit der Hauptarmee durch die Schweiz dem südöstlichen Frank-reich zuzog, und ein zweites preußisches Heer unter Bülow Holland befreite >und die Rückkehr des Erbstatthalters in seine Staaten bewirkte. Inder Champagne trafen die Heere Blüchers und Schwarzenbergs zusammen und1. Febr. gewannen die Schlacht bei LaNvthi 6 re. Da aber die Schwierigkeit derVerpflegung eine abermalige Trennung der beiden Armeeen nötig machte, in-dem Schwa'rzenberg an der Seine, Blücher längs der Marne hinzog, so gelanges dem französischen Kaiser, dessen Feldherrntalent wieder in vollem Glänzei».bisis.strahlte, die schlesischeArmee in mehreren Treffen (bei Montmirail, Cha-teau-Thierry) zu schlagen und zum Rückzug zu zwingen. Hierauf warfer sich plötzlich auf die Hauptarmee und drängte auch diese durch den Sieg btti 8 . F-br. Moniere au nach Trotzes zurück. Diese Vorgänge machten auf die Verbün-deten solchen Eindruck, daß es bei den neuen Friedensunterhandlungen, die inChatillon eröffnet wurden, dem Kaiser nicht schwer geworden wäre, sich imBesitz des französischen Throns zu erhalten, wenn er auf die übrigen erobertenLänder verzichtet hätte. Da er aber mit jeder günstigen Wendung seine For-derungen steigerte, seinem Gesandten Caulaincourt nur beschränkte Voll- !machten erteilte und durch zweideutige und unbestimmte Erklärungen die Unter-handlungen lähmte, so wurde der Abschluß solange verzögert, bis Blücher,Napoleons unversöhnlichster Feind, bei Craonne und Laon über das ge-schwächte französische Heer neue Vorteile erlangt hatte. Nun wurden die Ver-handlungen abgebrochen und die Entthronung Napoleons, die von England aNleifrigsten verlangt ward, beschlossen. Das Treffen bei Arcis an der Aubeüberzeugte den französischen Kaiser bald, daß sein vermindertes und erschöpf-tes Heer nichts mehr gegen die ftahlfesten Reihen der Feinde vermochte, unddiese Überzeugung machte ihn unschlüssig. Während die Verbündeten aus Parislosrückten und seine Anwesenheit in der Hauptstadt höchst notwendig gewesenwäre, vergeudete er seine Zeit mit kühnen, aber fruchtlosen Märschen. Der hel-25 . März. denmütige Kampf einiger tausend Nationalgarden bei Fdre-Champenoisewar die letzte Äußerung volkstümlicher Kraft. Wenige Tage nachher erstürm-ten die feindlichen Heere den Montmartre. Da legte Joseph, dem Napoleondie Verteidigung der Hauptstadt anvertraut hatte, seine Vollmacht in die HändeMortiers und Marmonts nieder und begab sich mit der Kaiserin nebstder Regentschaft nach Blois. Die beiden Marfchälle mußten bald derÜbermacht weichen und die Stadt Vertragsweise übergeben. Hierauf erfolgte21. März. der Einzug der Verbündeten in Paris und die Einsetzung einer proviso- >rischen Regierung unter Talleyrands Vorsitz. Dieser kluge Diplomat,Meister in allen Ränken und Intriguen, wirkte nunmehr im Interesse der altenKönigsfamilie und suchte durch Geltendmachung des Grundsatzes der Legi-timität die Ausschließung Napoleons und die Wiedereinsetzung der Bour-bonen herbeizuführen.
Familie Bourbon. Ludwigs XV. Enkel. ^
Ludwig XVl.^Marie Ant. Ludwig XVIII. Karl X.
Ludwig <XVIl.)
^ 1765 .
M. Therese
-1- 1851,
(Grafv. Provence)-j- 1824.
(Gr. v. Artois)-l- 1836.
mit Herzog v. Angoulsmeverrn.
Herz. v. Angouleme,
-j- 1844.
^ ermordet 13. Febr. 1820.
Herz. v. Berry,
Chnmbord), geb. LS.
1820. -s 2t. August 1883 ZUFrohsdors bei Wien.