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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Zeitalter der Revolutionen und Restaurationen. 8- 556 b.

lis) durch seine schwermütigen Dichtungen und poetischen Aufsätze (Blutenstaub",geistlicheLieder") und den unvollendeten Roman: Heinrich von Ofterdingen.so» 1761- In ihrem Geiste dichteten die Lyriker Matthisson, Ch amisso, Max v. Schen-Ch^mtss« kendorf, die Romanschreiber Arnim, de la Motte Fouqu«, Clemens Brentano, !*iW8? Hoffmann u. a. m. Von den Romantikern angeregt, unternahm der OrientalistSchenken- v. HamINer - Purgstall die Übersetzung arabischer und persischer Dichter und das !i 7 W- große Sammelwerk:Fundgruben des Orients"; der als lyrischer Dichter (gehar-Arnim mischte Sonette",östliche Rosen") berühmte Fr. Rückert brachte die Kunst der^i83i. Übersetzung und Nachbildung zur Vollendung (Nalund Damajanti",dieMakamen

1777 - ^ des Hariri"). Die Brüder Grimm (Jakob und Wilhelm) wurden durch die Ro-Brentano mantik zu ihren folgenreichen Forschungen über altdeutsche Sprache und Litteratur

1778- sowie zur Sammlung der Volks- und Hausmärchen geführt; der GeschichtschreiberHoMann Fr. Räumer folgte in der Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit" derselben >

iW? Richtung. Die Romantiker hoben die Dichtkunst und die gesamte Litteratur aufHammer einen höhern Standpunkt, verliehen ihr Adel und Würde, weckten Sinn und Liebe'?8«? für die schönen Künste und für das Naturleben; dagegen stellten sie in Bezug aufi 78 ^ Sittlichkeit, ehrsame Lebensweise und religiöse Überzeugungstreue verderbliche Bei-Grün«, auf. Ein ungebundenes und unstätes Wander- und Reiseleben, dem sich dieGr>mm listen zwanglos Hingaben, beförderte die sinnlichen Neigungen und die Lüsternheit;WUh?r'm und durch ihre Hinneigung zur römisch-katholischen Kirche, zu der mehrere öffentlichGrimm übertraten, wie Friedrich Schlegel, Adam Müller, Zach. Werner, gaben sieiWs? ihren protestantischen Glaubensgenossen gerechtes Ärgernis. Unbeirrt von denRomantikern und auf Schillers Bahn fortschreitend oder in dieselbe einlenkend, dich-1818 . teten Theodor Körner, Ludwig Uhland, Moritz Arndt, H. Zschokke,", 787 - Seume, und auch der Lyriker und Dramatiker in Aristophanes' Geist, August !M*ArndH>- Platen (der romantische Odipus",die verhängnisvolle Gabel") huldigte dein176g- Geiste des Fortschritts. Die Partei der Liberalen und die große Masse des deutschenZschÄks Volks ergötzte sich mehr an den freieren, wenn auch weniger schwunghaften Dichtungender letztem. Eine ganz eigenartige Stellung in der deutschen Litteratur nimmt JeanS-ums Paul Friedrich Richter, der geniale phantasiereiche Verfasser humoristischer RomaneE». und gemütvolle Schilderer des bürgerlichen Kleinlebens, ein (Hesperus";Titan";Ass-die Flegeljahre").

1885. Z. 5566. Ausland. Die deutsche Romantik blieb nicht ohne Einfluß aus

das Ausland. Während sie aber in der Heimat sich der Gegenwart entfremdete, den iBlick des Volks in feme Länder und entschwundene Zeiten führte und ein neues ^i72i- Weltbürgertum begründete, diente sie in Italien, Frankreich und EnglandP^nii zur Erweckung nationaler Gefühle und förderte die vaterländischen Bestrebungen. IstViM- Italien stellte sich die Poesie die hohe Aufgabe, die Nation aus der Versunkenheitund Erschlaffung emporzuheben, in der sie sich Jahrhunderte lang befunden, sie zuri8os7 Erkenntnis ihrer Emiedrigung und zum Selbstvertrauen zu bringen. Dazu wähltemont- sie bald die Satire, wie bei Casti (die redenden Tiere") und Parini (derTag"), um durch Verspottung der bestehenden Zustände den Sinn für das BessereFoscoio und Höhere zu wecken; bald suchte sie wie bei Alfieri durch ernste Dramen (Saul;

VgLT? Philipp II.) Begeisterung für Freiheit und Vaterland zu erregen; bald erging sie sich,Leo pard ! wie bei Hippolit Pindemonte (lyrische Gedichte und Episteln"), bei Foscölo^1887. (die Gräber";Briefe zweier Liebenden"), bei Leop ardi (Canto an Italien";Mccolini gu Angela Mai") in elegischer Lyrik und wehmütiger Klage über die traurigei8si. Lage des Vaterlandes; bald führte sie, wie bei Niccolini (Johann v. Procida";P-mcoArnold v. Brescia") und Silvio Pellico (Francesca v. Rimini"), deinVN" Verfasser der elegischen Schilderung seiner Gefängnisleiden (meine Haft"),

Monli vaterländischen Dramen die große Vergangenheit den Zeitgenossen vor die Seele-^iW 7 ? Auch Monti, ein Mann von wandelbarer Gesinnung (Aristodemo" u. a.), und