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Zeitalter der Revolutionen und Restaurationen.
Z. 564.
13. J»Ii
1812.
seit JuniI81S.
Januar
1848.
18. Dszbr.1817.
1817.
starben unter der Guillotine; doch schreckte ihr Tod andere nicht von ähnlichemBeginnen ab. Beschränkung der Presse, des Vereinsrechts, der persönlichenFreiheit war die Folge jedes derartigen Anschlags. Ein hartes Verhängnisfür Ludwig Philipp war es, daß sein ältester Sohn, der beliebte Herzog vonOrleans, durch einen Sturz aus dem Wagen seinen Tod fand.
H. 564. In der zweiten Hälfte des fünften Jahrzehnts wurden alle Staa-ten Europas durch Ereignisse verschiedener Natur mächtig aufgeregt. In Ita-lien ging Papst Pins IX. den übrigen Fürsten mit zeitgemäßen Reformenvoran und machte das Papsttum wieder zum politischen Mittelpunkt des Lan-des. Er gestattete der Presse eine freiere Bewegung, verbesserte Verwaltungund Gerichtswesen, gab der Stadt Rom eine freisinnige Gemeindevrdnung undtraf Einleitung zu einem italienischen Staatenbunde. Eine mächtige Begeiste-rung erfaßte die erregbaren Italiener, und neue Hoffnungen keimten in derSeele der Patrioten. Sicilien pflanzte die Fahne der Unabhängigkeit ausund begann einen gewaltigen Kampf gegen seine Bedrücker; der König vonNeapel suchte durch Gewährung einer landständischen Verfassung diedrohende Erhebung seines Volkes zu beschwichtigen, und nötigte dadurch dieübrigen Fürsten zu gleichen Schritten. Großherzog Leopold von Toskanaund Karl Albert von Sardinien folgten feinem Beispiele. Der Herzogvon Modena, ein eifriger Verfechter des göttlichen Fürstenrechts, entzog ftwdem Haß seines Volkes durch die Flucht, und in Parma wurde der Thron er-ledigt durch den Tod der Herzogin Marie Luise, der wenig geliebten undwenig geachteten Witwe Napoleons. Diese Umstände erfüllten die Italienermit der Hoffnung nationaler Einheit und staatsbürgerlicher Freiheit. Purzwei Mächte, eine geistliche und eine weltliche, schienen der Erreichung diesesZieles im Wege zu stehen, die Jesuiten und die Österreicher. Gegen beiderichtete sich der glühende Haß der Italiener. Evvivas für Gioberti, denJefuitenfeind, und „Tod den Deutschen!" gegen Österreich mischten sich in dasJubelgeschrei für Pio Nono. — In Deutschland war der Gegensatz zwischenVolk und Regierung aufs äußerste gestiegen. Die belletristische Litteratur des„jungen Deutschland", die aufregenden Gedichte der Sänger politischerFreiheit, die kecke Tagespresse, die freigeistigen und kirchenfeindlichen Schriftenjunger Philosophen und Theologen, die Lehren und Reden der „Lichtfreundein der protestantischen Kirche und der „Deutschkatholiken" in der katholi-schen: alle diese geistigen Bestrebungen bekundeten die tiefe Mißstimmungeines großen Teils des deutschen Volkes gegen alles Bestehende in Staat unoKirche und die Abneigung gegen die von den Regierungen geschützten und fest-gehaltenen Zustände. Friedrich Wilhelm IV., der seit 1840 die Krone vonPreußen trug, ein Fürst von hoher Bildung und lebhaftem Geiste, glaubteden Forderungen der Zeit einige Rechnung tragen zu müssen. Er gestatteteÖffentlichkeit und Mündlichkeit bei Gerichten, er erweiterte die kirchliche"Schranken durch ein Toleranzedikt und berief durch das Patent voM
3-Februar die „vereinigten Stände" der Provinzen zu einem Reichstag
nach Berlin ein. Hier gab sich trotz aller Beschränkungen, die das Patent ent-hielt, eine so mächtige Opposition kund, wurde so nachdrücklich auf die früherenVerheißungen zurückgewiesen, so beredt die gerechten Ansprüche einer gebildetenNation auf Preßfreiheit und die übrigen Güter eines freien Staatswesens dar-gethan, daß die alte Regierungsweise als unhaltbar erschien. Mit Stolz folgtedie Natron dem Gange einer Versammlung, wo sich glänzende Rednertalenieund eine Fülle von Einsicht und Geist kund gaben. — Während die Gebildetenund Wohlhabenden mit gespanntem Interesse die inneren Kämpfe auf demGebiete des Staates und der Kirche verfolgten und mit ängstlicher Besorgms