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Neueste Geschichte.
H. 595 b.
März
1864.
Armee
bis zur, „ , , _ ,. ,, , . „
der Nordseite des Flensburger Meerbusens nach Gravenstein und besetzten,nachdem sie über den Ekensund eine Brücke geschlagen, die Halbinsel Bro-acker, indes die andere Hauptabteilung über Apenrade, Hadersleben wwChristiansfeld an die Grenze vorrückte, am 18. Februar in Kolding, die ersteStadt auf jütischem Boden, einzog und, ohne sich durch die Schmähungen derEngländer über den neuen „Frevel" irre machen zu lassen, auf Fridericralosrückte und die Stadt einschloß. In den Märztagen wurde dann am Flens-burger Meerbusen ein scharfer Belagerungs- und Verteidigungskrieg geführt-Die Dänen strengten alle Kräfte an, die bei dem Dannewerke verdunkelteKriegsehre im Sundewitt wieder herzustellen. Sie waren unaufhörlich be-müht, durch neue Befestigungswerke, künstliche Anstalten, versteckte Kriegslistendie Düppeler Feldschanzen zu einem zweiten „Sebastopol"umzuschaffen und zu-gleich die feindlichen Strandstellungen durch das Panzerschiff „Rolf Krake" zubeunruhigen. Die ungünstige Witterung in der rauhen Jahreszeit erhöhte dieLeiden und Beschwerden des Felddienstes und mehrte die Zahl der Kranken.Erst gegen Ende des Monats wurde beschlossen, aus dem Belagerungskampfezum Sturmangriff überzugehen. Nachdem die Preußen das Städtchen Son-derburg auf Affen in Brand geschossen und sich den feindlichen Festungswerkengenähert hatten, wurde am 28. März der Angriff eröffnet und drei Wochenlang in der Art fortgesetzt, daß sie unter steten Gefechten immer mehr vorrücktenund den erkämpften Boden durch sogenannte Parallelen befestigten und sicherten-Nach Beendigung der dritten Hauptparallele standen sie unmittelbar vor densechs stärksten, durch Graben, Pallisaden, Sturmpfähle und andere Hindernisseis Apru geschützten Schanzen, auf welche dann am 18. April der Hauptsturm eröffnet' wurde. Es war ein furchtbarer Tag, der an 1200 tapfere Krieger der preu-ßischen Armee, darunter 70 Offiziere, tot oder verwundet an den Festungswerkenniederwarf; aber es war ein Tag des Ruhmes und der Ehre in der Kriegs-geschichte Preußens. Am Abend waren die blutig erkämpften Düppeler Schanzenin preußischen Händen und die Dänen auf die Insel Alsen zurückgeworfen. Mitgehobenem Gefühle vernahm man in ganz Deutschland die frohe Botschaft vonden glorreichen Kämpfen, und je mehr die Einzelheiten des kühnen SchanzeN-krieges in die Öffentlichkeit drangen, desto mehr stieg die Bewunderung desMutes und der Todesverachtung, welche alle, Linie und Landwehr, Offiziereund Gemeine, in gleicher Stärke an den Tag gelegt.
Z. 5955. Die Entscheidung. Mit dem Fall von Düppel war dasSchicksal des Krieges entschieden. Die Dänen machten darum auch keine wei-teren Anstrengungen, das Festland zu behaupten. Als ein Teil der preußischenTruppen aus dem Sundewitt wieder nach Jütland zog, um mit den Österrei-chern vereinigt auch dieses nördliche Land in Besitz zu nehmen, wagten dieDänen keinen Widerstand mehr. Am 28. April schifften sie sich während derNacht in größter Eile nach Fehmarn ein. Ohne auf irgend ein Hindernis zustoßen, konnte Wrangel von Beile aus die gesamte Streitmacht in zwei Flügelnnach Norden entsenden, damit der rechte die Stadt Aalborg, der linke Viborgund Skive besetze. Jütland sollte als Unterpfand dienen für die weggenommenenHandelsschiffe. Selbst zur See hatten unterdessen die Deutschen rühmlich underfolgreich gestritten, wenn auch in einem Seegefechte bei Helgoland zwttösterreichische Schiffe einigen Schaden nahmen. — Die Londoner Konfe-renzen, die im Mai eröffnet wurden, und wobei neben den Bevollmächtigtender europäischen Mächte auch der deutsche Bund durch den sächsischen Ministe*v. Beust vertreten war, hatten keinen Erfolg. Nach sechswöchigen fruchtlosen