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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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8- 597.

Die Gründung des Königreichs Italien.

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^Misters, des großen Staatsmannes Camillo Cavour, leiten ließ. AberM man nochmals zum Schwerte griff, sollte das österreichische Regimentunterwühlt und erschüttert werden. Und so sehen wir in den fünfziger^Men zwei politische Systeme in der apenninischen Halbinsel thätig, die, in^beritalien wurzelnd, die ganze Nation in zwei Heerlager sammelten. SetzteÖsterreich nach alter Gewohnheit sein Vertrauen auf die Macht der Bajonette,M den Einfluß des Klerus, auf den Schrecken der Polizei; so schlug Sar-vMren den entgegengesetzten Weg ein, indem es die Macht der Geistlichkeit durchUnsinnige und tolerante Gesetze schwächte, im eigenen Lande ein freies Staats-

Uche und Verdruß auf das bewegte politische Leben des Nachbarlandes, welches zu"u Grabesstille in Lombardo-Venetien einen auffallenden Kontrast bildete,M Welches die Hoffnungen und die sehnsüchtigen Wünsche der italienischen-Patrioten gerichtet waren, wo sich viele angesehene Männer aus andern Staa-un niederließen. Durch die Teilnahme an dem Krimkrieg erwarb sich Sardi-nen du Gunst Englands und Frankreichs, so daß es als Schutz- und VormachtItaliens auf dem Friedenskongreß in Paris vertreten war. Bei dieser Gelegen-en suchte Cavour in einer Denkschrift der Versammlung zu beweisen, daß eindauernder Friede in Europa nur gegründet werden könne, wenn die nationalemnheit und Selbständigkeit Italiens anerkannt, der Mißregierung in NeapelUu Ende gemacht und Österreich angehalten werde, dem lombardisch-venetia-Mchen Königreich eine freisinnige Verfassung zu geben, Forderungen, welche,-ZU dem an das Programm der Fortschrittspartei in der Halbinsel bildeten,l/br ganz Italien würden nun Verbindungen zur Durchführung der nationa-n Einheit geschlossen. Am eifrigsten wirkte in diesem Sinne der National-^tern. der, von Manin und Pallavicino in trüben Tagen gegründet, vonai^ thätigen Messinesen La Farina gefördert worden war. Zu ihm hielt sichmrcy Garibaldi, der nach vielen Irrfahrten und wechselvollen Lebensgeschickenvredex nach Italien zurückgekehrt war und mit seiner Familie auf der kleinenÄ>el Caprera eine Zufluchtsstätte gefunden hatte; und wenn gleich Maz-aiur und die radikaleAktionspartei"' weitergehende Pläne verfolgten, so wa-sie doch nicht vermögend oder nicht willens, den nationalen AufschwungN^r den volkstümlichen Namen Cavour und Garibaldi zu lähmen. Derdes Nationalvereins ging dahin, im Anschluß an das savoyisch-piemon-Mche Herrscherhaus, die einzige eingeborene Dynastie, die Unabhängigkeit undMnhert Italiens zu begründen und die übrigen, der Fremde entstammten Für-,?u vertreiben. In der ganzen Halbinsel gab sich eine allgemeine Gärungmnd; einzelne Aufstände, meistens blutig unterdrückt, hielten das Volk in Auf-j. "Ung; in Parma wurde der Herzog auf offener Straße ermordet; in Neapelurchzogen bewaffnete Banden das Land; in Sicilien kämpften Anarchie und^spotismus um die Herrschaft. Wollte die sardinische Regierung nicht ihreEcht an die geheimen Vereine und an die Revolutionspartei verlieren, soMte sie mit den Männern des Fortschritts Hand in Hand gehen und das-Prinzip der Nationalität, der italienischen Unabhängigkeit und Selbstregie-auf ihre Fahne schreiben, so mußte sie den Kampf gegen Österreich noch^..'Nal aufnehmen. Aber gewarnt durch die Vergangenheit, suchte sie sich einenmächtigeren Bundesgenossen als die italienischen Freischaren.

L. 8-597. Magenta. So sehr es auch den französischen Kaiser reizte,Tierreichs Übergewicht in Italien zu brechen, so hätte er sich vielleicht dochk-W ^ schnell bestimmen lassen, abermalsfür Jdeeen" ins Feld zu ziehen,Mte nicht das Attentat Orsinis (Z. 577) seinen Entschluß beschleunigt. Das