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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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8- 604 d. Die außereuropäischen Staaten. Nordamerika.

Lincoln noch nicht zu entscheidenden Maßregeln, um nicht jede Brücke derVersöhnung und Ausgleichung abzubrechen: Die Kongreßakte vorn 3. August,vse allen im fonderbündischen Armee- oder Flottendienst gefangenen Negerndfe Freiheit gewährte, war nur eine drohende Hindeutung auf weitergehendeBeschlüsse, wenn die „Rebellion" fortdauere. Erst im Laufe des Jahres 1862, »»«s.als sich der Krieg in den Grenzstaaten immer heftiger gestaltete und unter denWaffen die Parteiwut immer höher stieg, ging die Unionsregierung einenSchritt weiter. Im September verkündigte eine Proklamation des Präsi-denten, daß in allen Staaten, die mit Beginne des neuen Jahres noch m derRebellion verharren würden, die Sklaverei abgeschafft sein solle. Vielleichttverden die künftigen Negergeschlechter den 1. Januar 1863 als den Tag ihrerWiedergeburt zu Freiheit und Menschenrechten feiern, aber auf die damaligeGeneration blieb die wichtige Verfügung ohne namhafte Wirkung: sie wareme Kricgsmaßregel, die, wre die ausgesprochene Konfiskation und Küsten-blockade, nur insoweit Anwendung fand, als der Arm der Union reichte. Nir-gends erfolgten Sklavenaufstände oder massenhafte Ausreißungen. In derKriegführung brachte auch das Jahr 1862 keine Entscheidung: wenn in denersten Monaten durch die großen Anstrengungen des Nordens die Unions-truppen an verschiedenen Orten Vorteile errangen, ja sogar im April sich der M-AruStadt New-Orleans, der Handelsmetropole des Südens, bemächtigten undrnit einem Geschwader den Mississippistrom bis nach Vicksburg beherrschten:so stellte sich im Sommer und Herbst das Gleichgewicht der Waffen wiederher. Vom Mai bis Juli maßen die Feinde unter M'Clellan und Beauregardihre Kräfte in der Gegend von Richmond, der Hauptstadt Virginiens, und eineReihe von Treffen tränkte den Boden von Horktown und Wiüiamsburg, vomRappahannock bis zum Jamesfluß mit dem Blute zahlloser Krieger aus beidenHeerlagern, bis die siebentägige mörderische Schlacht in der Umgebung und^ K»-unter den Mauern von Richmond eine solche Erschöpfung herbeiführte, daß ^ 3 -mM'Clellan den Gedanken einer Eroberung dieser Hauptstadt aufgab und dieBundestruppen wieder über den Potomac zurückführte. Auch zur See warendie Verluste auf beiden Seiten gleich beträchtlich. Die Unionsflotte verlordurch das Panzerschiff „Merrimac" zwei Fregatten, bis sie in dem „Monitor"einen würdigen Gegner aufstellte. Es brachte einen gewaltigen Eindruck unterallen seefahrenden Nationen hervor, als die beiden eisernen Kolosse auf derRhede von Norfolk Wider einander schlugen, mit so gleicher Wucht und Stärke, s.M«rz.daß keiner über den andern einen Vorteil erlangte, daß sie wie zwei gehar-nischte Ritter oder zwei mächtige Stiere zerstoßen und zerschlagen, aber ohneTvdeswunden aus dem Zweikampf hervorgingen. Allenthalben machte sichdie Überzeugung geltend, daß mit diesem Kampf eine neue Ära im Seekriegbegonnen habe, daß fortan das Schicksal der Seeschlachten durch-PanzerschiffeEntschieden werden würde.

8. 604 b. Der Ausgang. Die Volksstimme im Norden sprach sich un-zufrieden über die Kriegführung M'Clellans aus. Er wurde daher abberufenund General Burnsid'e an seiner Stelle zum Oberseldherrn ernannt. Dieserüberschritt abermals den Rappahannock, vermochte aber nicht den Feind ausseiner festen Stellung zu verdrängen. Er verlor die mörderische Schlacht ^ D°,,bei Frederiksburg und mußte über den Fluß zurückweichen. Doch bliebdas blutgetränkte Land im Westen Virginiens noch lange der Schauplatz einesunentschiedenen, von abwechselndem Waffenglück begleiteten Kriegesnoch beiden fernen Enkeln werden die Namen Richmond, Frederiksburg und Petersburgtrübe Erinnerungen wecken, werden die Flüsse Rappahannock und Rapidanund das Thal Shenandoah Bilder der Wehmut in der Seele hervorrufen;