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Neueste Geschichte. 8- 604 b.
denn diese Orte waren nicht nur das Grab vieler tapferen Streiter aller Na-tionen und Zungen, sie waren auch das Grab des Wohlstandes und des Glücksfür lange Zeit, und zwar nicht minder für den Norden als für den Süden.Denn war auch die Union reicher an Hilfsmitteln und Bewohnern, so über-stieg doch der Kriegsaufwand so sehr alles Maß, daß die Nationalschuld zueiner unermeßlichen Höhe anwuchs und die Anwerbungen zu freiwilligemMilitärdienst den Menschenbedarf nicht mehr deckten. Der Kongreß mußteneben der Werbung noch die Konskription einführen. Dabei stockte Handetund Gewerbthätigkeit; das Metallgeld verschwand aus dem täglichen Verkehrdie Staatspapiere, ohne andere Sicherheit als den Kredit der Regierung, sankenauf ein Drittel ihres Nominalwertes; die Einwanderungen minderten sichund damit die aus dem Verkauf von Staatsländereien fließenden Einnahmen-Noch größer waren die Schwierigkeiten, mit denen der südliche Staatenbundzu kämpfen hatte. Durch die Blockade an der Ausfuhr der Baumwolle undder übrigen Rohstoffe gehindert, gerieten die Plantagenbesttzer bald in bittereNot: Die Finanzen waren zerrüttet, die Lebensbedürfnisse stiegen auf eine un-erschwingliche Höhe, die ganze Weiße männliche Bevölkerung mußte zu denWaffen gerufen werden; schon sprach man davon, sogar Neger in die Heere^un einzureihen. Die Absperrung nahm noch zu, als sich' die Stadt Vicksburgnach längerer Belagerung an General Grant ergeben mußte, somitUnion den ganzen Lauf des Mississippi beherrschte und die Konföderierten auchnoch gänzlich Vvm Westen trennte. Aber obwohl der Kreis, der den südlichenSonderbund auf allen Seiten umschloß, sich enger und enger zusammenzogund die Hilfsquellen mehr und mehr zu versiechen begannen, dennoch wehrteer sich mit Löwenkraft gegen den überlegenen Feind. Mehrere Monate be-lagerten die Truppen der Union die von Beauregard verteidigte feste StadtCharleston in Süd-Carolina zu Wasser und zu Land, ohne dieselbe ein-nehmen zu können. Auch das Jahr 1864 sah das Land noch unter Waffen-Je mehr die Zeit der neuen Präsidentenwahl heranrückte, desto mehr wurdejedoch die Aufmerksamkeit vom Krieg abgelenkt. Die Partei des Friedens undder Ausgleichung wendete ihre Blicke auf M'Clellan; um so thatkräftiger be-trieben die Republikaner und Abolitionisten die Wiederwahl Lincolns. Sretrugen einen entschiedenen Sieg davon. Am 8. Nov. 1864 wurde AbrahamLincoln zum zweitenmal an tue Spitze der Unionsregierung in Washingtongestellt und damit die Losung zur Fortführung des Krieges gegeben. Baldnach Lincolns Wiederwahl führte General Sherman durch seinen kühnenMarsch auf Savannah und durch die Eroberung dieser Stadt den großesKampf seinem Ausgang näher. Wenn dessenungeachtet die Konföderiertenauch noch im Jahr 1865 den Verzweiflungskampf fortsetzten, wenn JeffersonDavis noch um März die Fortführung des Krieges verkündigte, so war diesemBeweis, zu welcher Höhe Haß und Leidenschaft gestiegen waren. Die W»l„ ..., hatte noch nicht ausgetobt, aber die Kräfte des Widerstandes waren gebrochen-April ' Schon im nächsten Monat räumte der südstaatliche General Lee die Haupt"i8«s. stadt Richmond, die sofort von den Unionisten besetzt ward, und schloß dann,von Grant und Sheridan gedrängt, eine Kapitulation, durch welche die Armeedes Südens aus dem Felde verschwand. Allein die letzten Zuckungen solltennoch von einer blutigen Greuelthat begleitet sein; der Urheber der Sklavenbe-freiung sollte den siegreichen Ausgang seines Werkes nicht erleben. Am Char-freitag wurde der Präsident Abraham Lincoln, ein redlicher und woht-Wollender Mann, der sich durch eigene Kraft und Regsamkeit aus der Mutedes Volkes zu dem erhabenen Herrscheramt emporgeschwungen, in der Theater-loge, wo er im Kreise seiner Familie dem Schauspiele zusah, von Welke-