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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Sommer

18 V 8 .

8- 605. Die geschichtlichen Begebenheiten der Jahre 1866—1870. 477

Manischen Volke die Möglichkeit schaffen, durch freie Selbstbestimmung über dieWstige Regierungsform zu beschließen und die öffentlichen Angelegenheitenselbständig M ordnen. Als sich die Unionsregierung durch keine diplomatischenUnterhandlungen von ihrem Verlangen abbringen ließ, traf der französischeKaiser, um nicht in kriegerische Verwickelungen mit den Vereinsstaaten zu ge-raten, Anstalten, seine Okkupationstruppen, die nach Abberufung Foreys unterAn alleinigen Oberbefehl Bazaines gestellt worden waren, allmählich ausucexiko herauszuziehen. Vergebens reiste die Kaiserin Charlotte nach Parisund Rom, um bei Napoleon materielle, bei dem Papste geistliche Hilfe zu suchen;ron ihren Freunden verlassen, in ihren Hoffnungen getäuscht, verfiel sie in einenAnstand von Seelenstörung. Während sie in der Seeburg Miramare trübei^nge verlebte, von dem schrecklichen Wahn gefoltert, daß sie von Mördern undstnftrnischern umgeben und bedroht sei, geriet ihr Gemahl jenseits des Oceansni eine so schwierige Lage, daß er sich nur mühsam gegen die wachsende MachtAr Republikaner zu halten vermochte. Die Anmutung einer freiwilligen Ab-Anknng verschmähend, leistete der hochherzige Fürst mit ritterlichem Mute dentapfersten Widerstand, bis er in der Festung Oueretäro, von einem Oberst ausMNer Umgebung um Judaslohn verraten, dem Präsidenten Juarez in dieHände fiel, der ihn zur Vergeltung für das vergossene Blut gefangener Republi-^?Ner zum Tode verurteilen und mit einigen seiner Getreuen erschießen ließ.

^st nach langen Unterhandlungen konnte die österreichische Kaiserfamilie dieHerausgabe der Leiche zur Bestattung in vaterländischer Erde erlangen. NunMute der Präsident Juarez wieder seinen Einzug in die alte Aztekenstadthalten und behauptete sich bis an sein Lebensende in seiner hohen Würde.

5. Die geschichtlichen Begebenheiten der Jahre 1866—1870.

. 8. 605. Gespannte Verhältnisse. Die Übereinkunft von Gastein

l8- 595 b.), welche dem Ministerpräsidenten von Bismarck den Grafentitel ein-JUg, schuf nur eine kurze Friedenspause. Das sichtliche Bestreben Preußens,hasgünstig gelegene nordelbingische Land in den Staatsverband zu ziehen, fandA Wien Widerstand. Das österreichische Kabinett näherte sich wieder mehrÄsn Bundestag und hielt fest an seinem Mitbesitzungsrecht (Kondominat).

^ser Zwiespalt gab sich auch in den Herzogtümern kund. Denn während inSchleswig der preußische „Gouverneur" v. Manteuffel ein eisernes RegimentAufrichtete, hatte sich Holstein unter dem österreichischen Statthalter v. Gab-Auz einer milderen Behandlung zu erfreuen. Bald beklagte sich das Berliner JanuarMnisterium, daß durch diese Milde und Nachsicht die Widerstandspartei inAu Herzogtümern ermutigt und den revolutionären Bestrebungen VorschubUnstet werde. Dies stehe mit der Gasteiner Konvention in Widerspruch. DaÖsterreich sich weigerte, sein Verfahren zu ändern, und deutlich zu verstehenMb, daß es geneigt fei, im Verein mit dem Bund dem Erbprinzen vonAUgustenburg die Herzogtümer zuzuwenden, und daß es in eine Besitzergreifung„Ach Preußen nie einwilligen würde; so nahm die Spannung immer mehrU- In der Presse und in offiziellen Schriftstücken herrschte eine gereizte^rniMiing, Die Ankunft des italienischen Generals Govone in Berlin er-

IS. Junii8«r.

f 1812 .

AEte in Österreich den Verdacht, daß ein Bündnis zwischen Preußen undAlanen gegen den Kaiserstaat im Werk sei. Um der doppelten Gefahr zu be-AONen, wurden ausgedehnte Kriegsrüstungen angeordnet und der Feldzeug-Benedek an die Spitze der österreichischen Heere diesseits der AlpennA.E, während Erzherzog Albrecht den Oberbefehl in Venetien übernahm,"nd als man in Preußen den Rüstungen des Kaiserstaates ähnliche Rüstungen"lgegensetzte und die Erhaltung des Friedens immer aussichtsloser wurde,

März

1866 .