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land kriegsgefangen, während deutscherseits 200,000 Manumehr gegen Paris und wider die Armeen Gambettas ver-wendet werden konnten. Diese suchten von Süden, Westen-A. und Norden her die bedrängte Hauptstadt zu entsetzen;
aber die frisch ausgehobenen und allzu wenig geübtenMassen waren der preußischen Disziplin und Kriegskunstnicht gewachsen. Sie wurden trotz tapferer Gegenwehrin einer Reihe blutiger Schlachten geschlagen und zu-rückgedrängt. Da setzte Gambetta seine letzte Hoffnungauf den General Bourhaki, der mit 100,000 Mann nachOsten dringen, das belagerte Beifort entsetzen und demFeind die Verbindung mit der Heimat abschneiden sollte.Allein Bourhaki vermochte trotz seiner 'Überzahl diedeutschen Linien bei B e 1 f o r t nicht zu durchbrechen.Neue Truppen faßten ihn im Rücken, so daß seinen ent-mutigten, vor Hunger und Kälte zitternden Scharen nichtsübrig blieb, als durch die eingeschneiten Jurapässe aufden neutralen Boden der Schweiz überzutreten. DieEntscheidung war indessen schon gefallen. Paris hattesich nach viermonatlicher Einschließung ergeben, nach-dem die Belagerten vergeblich versucht hatten, durchwiederholte Ausfälle den eisernen Ring der Deutschenzu sprengen. Zugleich war ein Waffenstillstandvereinbart worden, während dessen das niedergeschmet-terte Land eine Nationalversammlung wählte.Diese nahm ihren Sitz zuerst in Bordeaux, hernach inVersailles und betraute den greisen Thiers, derunter Louis Philipp Minister gewesen war, mit der Staats-leitung. In einem vorläufigen Friedensvertrag zu Ver-sailles, dem der endgültige Abschluß zu Frankfurtnachfolgte, mußte Frankreich das Elsaß, sowie dendeutschsprechenden Teil von Lothringen samt derFestung M e t z an das Deutsche Reich abtreten und sichzu der ungeheuren Kriegsentschädigung von fünf Mil-liarden verpflichten, bis zu deren Abzahlung der Nord-osten des Landes von deutschen Truppen besetzt blieb.
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Jan.1871
1. Febr.1871
28. Jan.1871
10. Mai1871