neuen Kämpfen. Schon in den fünfziger Jahren hatteZar Nikolaus I. versucht, das Ende des „kranken Man-nes am Bosporus“ zu beschleunigen und dessen Erbe an-1853 zutreten. Zu Land und zu Wasser griff er die Türkei an.Aber England und Frankreich verbündeten sich,um den russischen Ehrgeiz zu dämpfen. Eine gewaltigeFlotte trug ein englisch-französisches Heer nach derKrim, wo 1855 nach fast einjähriger Belagerung Ruß-lands großer Kriegshafen am Schwarzen Meer, die starkeFestung S e b a s to p o 1, genommen wurde. Zar Alexan-
1855 der II., der seinem während des Krieges gestorbenenVater nachgefolgt war, mußte für einmal den Erobe-rungsplänen entsagen. Die am meisten bedrohten türki-schen Gebiete, die sogenannten Donaufürstentümer Mol-
1856 dau und Walachei wurden unter den gemeinsamen Schutzder Großmächte gestellt und 18(il zu einem dem Sultantributpflichtigen, im übrigen selbständigen Fürstentum
1861 R u m ä n i e n erhoben.
2. Der russisch-türkische Krieg (1877/78).— Alexander II. schien sich zunächst ganz den innernReformen seines Reiches widmen zu wollen. Er wagte1861 es, 1861 die 23 Millionen Leibeigenen, die Rußlandnoch zählte, für frei zu erklären. Auch beschäftigte ihn1863 ein abermaliger Aufstand der unglücklichen P o 1 e n, dermit furchtbarer Härte niedergeschlagen wurde. Die letzteSpur der polnischen Nationalität, die Sprache selbersollte verschwunden; selbst den Krämern und Wirtenv'urde der Gebrauch des Polnischen im Verkehr mit ihrenKunden hei Strafe verboten. Die großen Veränderungenim Abendland riefen aber in den Russen die Lust zurZertrümmerung der Türkei von neuem vuieh. Anlaßdazu bot ein Aufstand, der 1875 unter den Bauern in der1875 Herzegowin a, in B o snie n und Bulgariengegen ihre türkischen Herren losbrach. Auf AnstiftenRußlands leisteten die Serben und Mont e n egri n e rden Aufständischen Hilfe. Als diese trotzdem zu erliegendrohten, trat Zar Alexander selber für sie ein und er-