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Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / von Dr. Karl Ploetz, ehem. Professor am Franz. Gymnasium in Berlin
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20 Alte Geschichte, Orientalische Völker.

und lehrte sittliche Vervollkommnung durch Entsagung und Mit-leid. Der Ausbreitung seiner Lehre ( Buddhismus) traten in Vorder-indien die Brahmanen siegreich entgegen; um so mehr breitetesie sich in Hinterindien, Tibet, China, Japan aus (gegenwärtigüber 400 Mill. Anhänger).

Grolsartige Denkmäler der indischen Baukunst: die Felsen-tempel zu Ellora und Salsette (unweit Bombay), die Pagoden zuBenares.

Vorübergehende gröfsereReichsbildungen: Reich vonMagadhaunter Tschandragupta (Sandrakottos bei den Griechen) 317291v. Chr. und dessen Enkel Agoka, dem Freund des Buddhismus(263226).

Die Baktrer, Meder und Perser bewohnten das Hochland vonIran (d. h. Land der Arier), zwischen der Suleiman-Kette und demStromgebiet des Euphrat und Tigris, dem Kaspischen und demerythräisehen Meere (indischen Ocean). Am Nordwestrande desHochlandes: Medien ( Egbatana , altpers. Hangmatana, d. h.Ver-sammlungsort); am Südwest- u. Südrande: Persis ( Pasargädae ,Persepölis), Karmanien, Gedrosien; am Ostrande: Arachosien, dasLand der Paropanisädae, am Fufse des Paropanisus 1 ( Hindu-Kusch)-, am Nordrande: Baktrien ( Baktra), Parthien uniHyrkanienam Kaspischen Meere; in der Mitte Ana und Drangiana; zwischendem Oxus und dem Jaxartes: Sogdiana (Marakanda).

(Östlich vom Unterlauf des Tigris, im Tiefland: Susiana, dasalte Elam, s. S. 11 u. 23).

vor Chr.

Um 1000 (?) 2 * * * Zoroaster (Zarathustra), in Baktrien.

Die von ihm ausgegangene Lehre, eine vergeistigendeReform des altiranischen Götterglaubens, ward zusammengefafstin dem Avesta 8 (21 Bücher). Davon sind (in einer aus der Sas-sanidenzeit stammenden Redaktion), neben .einer Sammlung vonGebeten und Anrufungen (Jagna), nur erheblichere Teile einesBuches, des Vendidad (d. h. gegeben wider die Eaeva), erhalten.

Der Kern der im Avesta enthaltenen Lehre ist die Vorstellungvon einem fortwährenden Kampfe der guten Geister, deren Herrder gute Gott Ahuramazda oder Auramazda (neupersisch Ormuzd),und der bösen Geister oder Daeva, deren Oberster Angromainju(neupersisch Ahriman) ist, um Leben und Tod, Wohlsein undSchaden des Menschen und um seine Seele nach dem Tode.Pflicht des Menschen ist es, auch seinerseits nach Kräften dasReich des Guten zu mehren. Verehrung des Feuers, dessen Glanz

1 Über die Namensform vgl. Kiepert, Lehrb. d. alten Geogr., §62.

2 Vgl. Duncker, IV 6 , 80.

5 Avesta ist das Gesetz selbst, Zend der spätere Kommentar

zu demselben, daher Zendavesta u. d. Ausdrücke Zendsprache,

Zendvolk.