Der Norden und Osten. 233
von Holstein belehnt. Er kann die Herrschaft über Schwedengegen den dort erwählten Reichsvorsteher Sten Sture nicht be-haupten, doch wird unter seinem Nachfolger Johann die Unionder 3 Reiche wieder hergestellt.
Rufsland, 862—1598 unter dem Hause Rurih, christlich durchWladimir den Großen 988, bald in mehrere Fürstentümer geteiltunter Oberhoheit der Grofsfürsten von Kiew. Während der250jährigen Herrschaft der Mongolen über Rufsland (s. S. 214)erhebt sich ein neues Grofsfürstentum, das von Moskau, welchesnach der Verwüstung Kiews durch die Mongolen (1239) und dessenEroberung durch die Litauer (1320) der nationale MittelpunktRufslands wird. Nach langen Kämpfen wird 1480 der Ober-herrschaft der Mongolen über Rufsland ein Ende gemacht durchIwan III., den Grofsen, den Begründer der einheitlichen Monarchie(Republik Nowgorod unterworfen 1478).
Polen unter den Piasten (840—1370, christlich gegen 1000)im Kampfe mit dem deutschen Reiche, mit den heidnischenPreufsen (später dem deutschen Orden) und mit Rufsland. Derletzte König des Hauses Kasimir der Grofse. Kurze Vereinigungmit Ungarn unter Ludwig dem Grofsen (1370—1382). Ludwigsjüngere Tochter Hedwig vermählt mit dem Grofsfürsten vonLitauen (welches dadurch dem Christentum zugeführt wird),Wladislaw II. Jagello, daher Polen und Littauen vereinigt, unterden Jagellonen 1386—1572.
Preufsen im 13. Jahrhundert von dem deutschen Orden er-erobert (s. S. 201); durch den Anschlufs des in Livland (vomBischof von Riga) gegründeten Schwertbrüderoi'äens 1235, er-weitert sich das Ordensgebiet über Kurland, Livland, Esthlandhin. Seit 1309 Sitz des Hochmeisters in der Marienburg. Blütedes Ordens unter Winrich von Kniprode (1351—1382), dannallmählicher Verfall. Niederlage bei Tannenberg 1410 durchdie Polen. Heinrichs von Plauen Tapferkeit bewirkt den nochgünstigen ersten Frieden zu Thorn 1411. Der Aufstand despreufsischen Landadels und der Städte und ihre Verbindung mitPolen führt den zweiten Frieden zu Thorn 1466 herbei: West-preufsen mit Ermeland wird an Polen abgetreten, Ostpreufsenbleibt dem Orden als polnisches Lehen. In Livland behauptetder Orden unter dem Meister Wolter von Plettenberg (1494—1535) seine Unabhängigkeit gegen Rufsland.
Ungarn, gegen Ende des 9. Jahrhunderts besetzt von demfinnischen Volk der Magyaren (s. S. 182), bis 1301 unter demRegentenhaus der Arpaden. Einführung des Christentums durchHerzog Geisa und seinen Sohn Stephan den Heiligen, erstenKönig von Ungarn (Krönung im J. 1000). Einwanderung zahl-reicher Deutscher. Bildung einer mächtigen Aristokratie (Ma-