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Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / von Dr. Karl Ploetz, ehem. Professor am Franz. Gymnasium in Berlin
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Deutscher Krieg 1866. 379

Die am 27. und 28. Mai in Frankfurt angebotene Vermit-telung Frankreichs, Englands und Bufslands wird durch dieForderung Österreichs vereitelt, dafs auf der etwaigen Friedens-konferenz von keiner Gebietsveränderung die Rede sein soll.

Der offene Bruch wird dadurch herbeigeführt, dafs Österreicham 1. Juni die Entscheidung der schleswig-holsteinischen Erb-folgefrage dem deutschen Bunde anheimstellt und durch denGouverneur v. Gablenz (2. Juni) die holsteinische Ständeversamm-lung (auf den 11. Juni) zusammenberufen läfst. Preufsen erklärtden Vertrag von Gastein für gebrochen und läfst den Generalv. Manteuffel in Holstein einrücken (7. Juni), v. Gablern ziehtsich mit der österreichischen Brigade unter Protest nach Altonaund von da auf hannoversches Gebiet zurück. Preufsen legt(10. Juni) den deutschen Regierungen den Entwurf einer neuenbundesstaatlichen Verfassung unter preufsischer Leitung, mitAusschlufs Österreichs, vor.

Auf Antrag Österreichs , welches durch das Vorgehen Preufsens,in Holstein den Bundesfrieden für gebrochen erklärt, wird

1866. vom Bundestag Mobilmachung der gesamten Bundes-

14. Juni. armee mit Ausnahme der drei preufsischen Bundes-

armeecorps beschlossen. Austritt Preufsens und

Auflösung des deutschen Bundes.

15. Juni. Aufforderung Preufsens an Sachsen, Hannover und

Kurhessen, von dem Bundesbeschlufs zurückzutreten,,ihre Truppen auf den Friedensfufs zu setzen und sich dem vor-geschlagenen neuen Bunde unter preufsischer Leitung anzu-schliefsen. Nach Zurückweisung dieser Forderungen, Einrückender Preufsen (16. Juni) in Hannover (v. Falckenstein , aufserdemv. Manteuffel über Harburg) und Kurhessen (v. Beyer). KönigGeorg V. zieht mit der hannoverschen Armee nach Süden; auchdie kurhessischen Truppen ziehen nach Süden ab, Kurfürst Fried-lich Wilhelm wird als Gefangener nach Stettin gebracht. Ein-marsch der Preufsen in Sachsen {Herwarth); das sächsische Heer,der König und die Regierung ziehen sich nach Böhmen zurück;Dresden besetzt (18. Juni), ganz Sachsen mit Ausnahme desKönigsteins in den Händen der Preufsen (20. Juni).

A. Haupt-Kriegsschauplatz in Böhmen.

Einrücken der Preufsen durch die nicht verteidigten Gebirgs-pässe (22.—25. Juni).

Prinz Friedrich Karl besetzt Beichenberg, schlägt öster-reichische Truppenteile bei Eiebenau, Turnau, Podol (25.—27.Juni), mit ihm vereinigt sich die Elbarmee (General Herwarth ).Gefechte bei Münchengrätz (28. Juni) und Gitschin (29. Juni).

Ein Teil der schlesischen Armee (General v. Bonin) wird vondem österreichischen Corps des General v. Gablenz bei Trautenaw