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setzten den größten Teil der jetzigen Schweiz. Später (um dasJahr 450) kamen die christlichen Burgunder und nahmen denwestlichen Teil von Helvetien in Besitz. Einer ihrer Könige stiftete zuZt. Moritz im Wallis das erste Kloster der Schweiz. Endlich zogen„m das Jahr 490 die Goten von Italien her und setzten sich in derGegend des heutigen Graubünden und Tessin fest. Zuletzt brachendie Franken in Helvetien ein und unterwarfen sich nach und nachdie Alemannen, Burgunder und die Goten. Der König teiltedas Land in Herzogtümer und Grafschaften ein und setzte tüchtigeHeeresführer als Herzöge und Grafen über sie.
Der tapfere Frankenkönig Chlodwig war anfänglich noch einHeide. Als er einmal im Kampfe gegen die Alemannen in dergrößten Gefahr war, versprach er, sich zum Christentum zu bekehren,wenn er den Sieg erlange. Seine christliche Gattin hatte nämlich schonoft zu ihm vorn Christeugott gesprochen. Chlodwig gewann die Schlachtund ließ sich dann wirklich, wie er versprochen hatte, taufen. 3000seiner Krieger nahmen mit ihm den christlichen Glauben an.
5. Die zweite Ausbreitung des Christentums in Helvetien.
Im Westen und im Süden der Schweiz waren die Burgunderund die Goten schon christlich. In der Mitte und im Nordender Schweiz hausten die heidnischen Alemannen, welche ihrenGöttern abergläubische Opfer darbrachten.
Unter den frommen Männern, welche zur Zeit der fränkischen[ Herrschaft bei den Alemannen den christlichen Glauben verkündeten,[ sind zu nennen die heiligen Fridvlin, Gallus und Sigisbert.c Sie kamen aus einem fernen Lande und predigten in den Gegenden
i des Rheines, der Reuß und der Limmat. Fridolin stiftete einFrauenkloster zu Säckingen am Rheine und predigte später inGlarus. — Gallus warf bei Tuggen die Götzenbilder in den Zürichsee,mußte deswegen fliehen und kam an das Ufer der Steinach. Hierbaute er sich eine Zelle. Etwa 100 Jahre später entstand an dergleichen Stelle ein Kloster, welches nach ihm den Namen St. Gallenerhielt und eine Pflanzschule der Tugend und der Wissenschaftwurde. — Sigisbert gründete an den Quellen des Rheines dasKloster Difentis. Dabei half ihm Plazidus, ein reicher Landes-
ii Herr, den er bekehrt hatte. Beide unterrichteten das Volk rings-s. umher bis hinüber ins Ursernthal.
st Im finstern Walde, wo der hl. Meiurad gelebt und im Jahrei- 861 durch zwei Mörder den Tod erlitten hatte, wurde das Kloster
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